Freitag, 24. November 2017


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Deutsche-Bank-Chefvolkswirt sieht griechische Banken vor der Pleite

Mayer sieht keinen anderen Weg als die Rettung durch eine europäische Bad Bank

Düsseldorf, (lifePR) - Der scheidende Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, glaubt nicht mehr daran, dass sich eine Bankenpleite in Griechenland vermeiden lässt. Die Euroländer müssten sich darauf einstellen, die griechischen Banken in einer europäischen Bad Bank zu retten. "Es ist fünf vor zwölf. Wir sehen, dass sich vor den Neuwahlen am 17. Juni die Protestparteien in Griechenland klar im Aufwind befinden", sagte Mayer den VDI nachrichten. "Es ist damit zu rechnen, dass eine neue griechische Regierung die Auflagen des Anpassungsprogramms nicht mehr erfüllen wird. Die Folge wäre eine Einstellung der Zahlungen durch die Troika."

Allerdings glaubt Mayer, dass der Troika nichts anderes übrig bleibe, sich trotzdem weiter in Griechenland zu engagieren, um noch schlimmere Schäden zu vermeiden. "Der Schuldendienst an ausländische Gläubiger wird aufrechterhalten werden müssen, sonst würde man sich ins eigene Fleisch schneiden. Insbesondere die EZB hätte dann erhebliche Abschreibungen zu beklagen", so Mayer. "Schließlich kann man Griechenland auch deshalb nicht völlig von allen Hilfen abschneiden, weil es gilt, die Gefahr zu bannen, dass die griechischen Banken zusammenbrechen und es zu einem Sturm auf die Einlagen kommt - mit Ansteckungseffekten auf andere Wackelkandidaten im Euroland."

Deshalb führt für Mayer kein Weg an einer Bad Bank vorbei. "Die Banken würde man aus Griechenland herausnehmen und in eine europäische Bad Bank überführen. Damit wäre gleichzeitig der Kern einer für die Zukunft notwendigen europäischen Bankenunion geschaffen", so der Chefvolkswirt. Sollte sich die neue griechische Regierung gegen die Überführung der Banken in eine Bad Bank wehren, sieht Mayer die kurzfristige Pleite aller Banken in Griechenland voraus. "Dann würde man die Bankenrekapitalisierung stoppen und die griechischen Banken gingen Bankrott. Sie verfügen über keinen Euro eigenes Kapital mehr."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Mayer

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