Kurz-Praktikum für Wiebke Esdar im Krankenhaus

Bundestagsabgeordnete hospitiert bei Schlaganfall-Lotsinnen

(lifePR) ( Bielefeld-Bethel, )
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Wiebke Esdar aus Bielefeld hat ein Kurz-Praktikum bei den Schlaganfall-Lotsinnen des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) absolviert. Einen halben Tag begleitete sie die Lotsinnen, die Patienten nach einem Schlaganfall ein Jahr lang auf vielfältige Art und Weise unterstützen. Den Eindruck, dass Lotsen eine wichtige Ergänzung in der Versorgung von Schlaganfallpatienten sind, nimmt sie mit nach Berlin.

Ihr Weg führte Wiebke Esdar von der Schlaganfallstation im Krankenhaus bis zur ambulanten Rehabilitation. So erlebte die Bundestagsabgeordnete eine Dienstbesprechung unterschiedlicher Berufsgruppen und bekam durch Fallbeispiele konkrete Einblicke in die Akutversorgung und Nachbehandlung von Schlaganfallpatienten. Das Resümee nach einem halben Tag: „Ich bin noch mehr davon überzeugt, dass Lotsinnen und Lotsen in unserem komplexen Gesundheitssystem sehr sinnvoll sind“, so Esdar. Im Januar hatte sie die Patenschaft für das Bielefelder Lotsen-Team im Projekt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe übernommen.

„Während der Akutversorgung bei uns im Krankenhaus greifen die vielen verschiedenen Maßnahmen wie in einem Uhrwerk ineinander“, erklärte Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Chefarzt der Klinik für Neurologie im EvKB. Spätestens aber nach der Rehabilitation sieht er diesen Verlauf zunehmend zerfasern. „Dabei findet der wichtigere Teil der fachübergreifenden Zusammenarbeit nach dem Krankenhausaufenthalt und der Reha statt“, so Schäbitz. Denn die Gefahr eines erneuten Schlaganfalls sei sehr hoch. Die Unterstützung durch die Lotsen ist deshalb auf ein Jahr angelegt.

Und sie beginnt bereits im Krankenhaus. Kerstin Ohms und Dorothe Spieker gehören zu den aktuell fünf Schlaganfall-Lotsinnen, die im Evangelischen Klinikum Bethel im Haus Gilead I und im Johannesstift zurzeit 300 Schlaganfallpatienten begleiten. Sie sind fester Bestandteil des Klinik-Teams, denn die Zusammenarbeit mit Ärzten, der Sozialberatung und Therapeuten erweist sich als besonders wichtig. Im Krankenhaus erhalten sie zentrale Informationen für ihre individuelle Arbeit mit den Patienten: Was ist für die Nachsorge wichtig? Beachten die Patienten die Behandlungsempfehlungen? Wie sieht ihr häusliches und soziales Umfeld aus? Im komplexen Geflecht der Behandler kennen sie sich bestens aus und weisen den Patienten an vielen Stellen den Weg. Denn die und auch ihre Angehörigen sind oftmals mit den vielfältigen Aufgaben, die sie auf einmal zu bewältigen haben, überfordert. „Für sie sind wir Ansprechpartner, Vertrauensperson, Übersetzer“, sagte Kerstin Ohms.

Das Projekt STROKE OWL der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zielt darauf ab zu beweisen, dass die Unterstützung durch Schlaganfall-Lotsen bei den Betroffenen das Risiko eines erneuten Schlaganfalls reduziert und ihre Lebensqualität steigert. „Und die Krankenkassen, die unser Projekt unterstützen, fragen sich, ob durch den Einsatz von Lotsen Geld gespart werden kann, zum Beispiel indem die Rezidiv-Rate gesenkt werden kann“, stellte Dr. Georg Galle fest. Er ist Leiter des Projekts, das im Oktober 2017 gestartet ist. Seit Juni 2018 werden Patientinnen und Patienten in Ostwestfalen-Lippe in das Projekt aufgenommen. Insgesamt haben in Ostwestfalen-Lippe bereits 1.200 Patienten vom Projekt STROKE OWL profitiert. Ende 2022 wird eine Auswertung möglich sein. Die wird von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld vorgenommen, die die Studie begleitet. Der Vergleich mit Schlaganfallpatienten anderer Regionen, die keine Lotsen haben, soll Aufschluss darüber geben, ob und wie sich die Lebensqualität der begleiteten Patienten verbessert hat. Überzeugen die Ergebnisse, dann könnte aus dem Modellprojekt der Regelfall werden. Das wird die Politik entscheiden, weiß vor allem Wiebke Esdar. Sie findet, dass das Projekt bereits wertvolle Daten für die benötigten Forschungsgrundlagen liefert.
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