Talanx und Hannover Re: Umwerben von Klimafeinden

(lifePR) ( Berlin / Hannover, )

Aktuelle Studie: Talanx-Töchter sichern europäische Flüssiggas-Anlagen ab
Kaum Ausschlüsse für Geschäfte mit klimaschädlicher Öl- und Gasindustrie
Hannover Re: Großes Schlupfloch in konzerneigenen Anti-Kohle-Regeln


Neben dem Ausschluss von Kohle müssen Versicherungskonzerne schnellstmöglich auch ihre Geschäfte mit dem Öl- und Gassektor herunterschrauben, wollen sie ihrer Klimaverantwortung gerecht werden. Der Rückversicherer Hannover Re und dessen Mutterkonzern Talanx, die am Mittwoch bzw. Donnerstag ihre Hauptversammlungen abhalten, haben hier noch viel zu tun.

Eine aktuelle urgewald-Studie belegt: Talanx hat über seine Tochtergesellschaften Warta und HDI Global in den vergangenen Jahren große Flüssiggas-Anlagen wie Świnoujście in Polen, Zeebrugge in Belgien und Dunkerque in Frankreich abgesichert. Allein die Flüssiggas-Terminals in Zeebrugge und Dunkerque würden bei voller Auslastung klimaschädliche Emissionen in Höhe von 2,3 Gigatonnen CO2-Äquivalente[1] über die nächsten 25 Jahre ausstoßen – fast das Dreifache der Treibhausgasemissionen ganz Deutschlands im Jahr 2018. 

Die Talanx-Tochter HDI bewirbt zudem aktiv ihre Versicherungslösungen im Öl- und Gasbereich, sie versucht so unter anderem Kunden aus den Bereichen Raffinerien und Pipelines zu akquirieren.[2] 

Auch die Talanx-Konzerntochter Hannover Re, drittgrößte in ihrer Branche weltweit, sichert die klimaschädlichen Aktivitäten von Öl- und Gasunternehmen ab. Abgesehen von einem Ausschluss für Ölsand-Aktivitäten, haben Talanx und Hannover Re keinerlei veröffentlichte Einschränkungen für solche Geschäfte.

Regine Richter, Finanz-Campaignerin bei urgewald, kommentiert: 
„Kohle wird von der Versicherungsbranche zunehmend aussortiert, derweil geht die Unterstützung von ebenfalls klimaschädlichen Öl- und Gasunternehmen weiter. Das ist im Jahr 2021 nicht mehr akzeptabel. Talanx und Hannover Re müssen beim Klimaschutz ernstmachen und fossile Geschäfte konsequent ausschließen.“

Bei Hannover Re klafft auch bei Kohle noch eine große Lücke in den Klimaschutzregeln. So schließt das Unternehmen seit 2019 zwar die (Rück-)Versicherung von Kohlekraftwerken und -minen aus, jedoch nur auf der Ebene einzelner Projekte. Für Vertragsrückversicherungen, bei der ganze Auftragsbücher rückversichert werden, gilt dieser Kohleausschluss nicht. Deshalb rückversichert Hannover Re nach wie vor den polnischen Erstversicherer PZU – eine tragende Säule der polnischen Kohleindustrie. 

Wettbewerber Swiss Re nimmt den Kohleausschluss ernster: Das Unternehmen hat im März 2021 seine Kohle-Richtlinie von 2018 geschärft und wird ab 2023 auch in der Vertrags-Rückversicherung Kohle nach und nach ausschließen. 

Die Kohle-Richtlinie von Talanx enthält ebenfalls ein Schlupfloch: Sie erlaubt weiterhin die Absicherung neuer Kohlekraftwerke in bestimmten Ländern, darunter Polen.

Richter sagt: „Nach den ersten Klimaschutz-Schritten wird es höchste Zeit für Talanx und Hannover Re die vorhandenen Lücken für Kohle zu schließen. Nur dann können wir ihre Maßnahmen ernstnehmen.“

[1] Methanemissionen durch Leckagen sowie CO2-Emissionen durch Verbrennen des fossilen Ga-ses.

[2] Vgl. https://www.hdi.global/globalassets/downloadcenter/us_en/property/onshore/highlightblatt_onshore-energy_neu_210205.pdf 
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