Montag, 20. August 2018


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AXA setzt Divestment-Meilenstein

Massiver Abbau von Kohle- und Teersand-Investitionen

Paris, (lifePR) - .


Erster Großinvestor, der "Global Coal Exit List" von urgewald nutzt
RWE und Uniper von Divestment-Beschluss betroffen
NGOs fordern Allianz auf gleichzuziehen


Die NGOs Les Amis de la Terre (Frankreich) und urgewald (Deutschland) begrüßen die heutige Divestment-Ankündigung des französischen Versicherers AXA, das drittgrößte Versicherungsunternehmen der Welt. Nach einer ersten Reduzierung der Kohleinvestitionen im Jahr 2015 kündigte der Konzernchef Thomas Buberl auf dem heutigen "One Planet Summit" in Paris an, dass AXA weitere 2,4 Mrd. Euro an Kohle-Anlagen und 700 Mio. Euro an Teersand-Anlagen im Rahmen seiner Klimaschutzstrategie veräußern wird.

„AXA geht damit weit über das hinaus, was andere globale Investoren wie der Norwegische Pensionsfonds und Allianz getan haben“, sagt Heffa Schücking, Geschäftsführerin von urgewald. Laut seinen neuen Richtlinien [1] wird der Versicherer Unternehmen aus seinem Portfolio ausschließen, die mehr als 30 Prozent ihres Stroms oder ihrer Umsätze aus Kohle beziehen, ähnlich dem Divestment-Schritt der deutschen Allianz im Jahr 2015. Darüber hinaus will AXA auch die größten Kohleproduzenten (Produktion von über 20 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr) sowie alle Unternehmen, die den Bau von Kraftwerken mit über 3.000 Megawatt neuer Kohlekapazität planen, desinvestieren – wozu Allianz bislang nicht bereit ist.

„Die Tatsache, dass AXA auch große und diversifizierte Unternehmen wie Marubeni oder Glencore veräußert, macht den Versicherer zu einem Vorbild in der Finanzwelt. Aktien und Anleihen dieser beiden Konzerne sind bei fast allen großen Investoren zu finden, obwohl Marubeni einer der größten Kohlekraftwerksentwickler und Glencore der achtgrößte Kohleproduzent weltweit ist. „AXA wirft auch RWE und Uniper aus dem Portfolio, ein klares Warnsignal an Kohle-Riesen, dass ihr klimaschädliches Geschäft auf den Finanzmärkten zunehmend als Gefahr angesehen wird“, so Schücking.

In der Stellungnahme bestätigt AXA, dass der Konzern die "Global Coal Exit List" von urgewald als Richtschnur für den Verkauf von Kohle-Investitionen verwendet. urgewald hat die Datenbank nach zweijähriger Recherche Anfang November veröffentlicht. Sie ist die erste detailreiche Übersicht über alle knapp 800 wichtigen Konzerne aus der globalen Kohle-Lieferkette. [2]

Gestern veröffentlichte urgewald als Teil einer NGO-Koalition den Bericht "Investors vs. the Paris Agreement", der zeigt, dass AXA derzeit auf Platz 32 der größten Investoren in Kohlekraftwerksentwickler liegt. Der US-Vermögensverwalter BlackRock steht auf Platz 1 und die deutsche Allianz auf Platz 23. [3] „AXAs Divestment-Schritt bedeutet, dass viele dieser Entwickler aus dem Portfolio geworfen werden“, sagt Lucie Pinson, Finanz-Campaignerin von Amis de la Terre. „AXA hat sich außerdem verpflichtet, sein Divestment auf die zerstörerische Teersandindustrie anzuwenden. Der Konzern beendet auch die Versicherung neuer Kohle- und Teersandprojekte sowie von Infrastruktur wie Pipelines und setzt damit ein Zeichen für die gesamte Versicherungswirtschaft.“ Schücking ergänzt: „Die Allianz muss nachziehen, will sie beim Klimaschutz nicht abgehängt werden.“

Für eine tiefergehende Analyse des AXA-Divestments sowie einiger kritischer Punkte, siehe: www.amisdelaterre.org/IMG/pdf/ngo_analysisaxa.pdf

Anmerkungen:

[1] Artikel auf AXA-Website: www.axa.com/en/newsroom/news/axa-launches-new-climate-change-actions 

[2] Online-Datenbank: www.coalexit.org 

[3] Bericht verfügbar unter: www.coalexit.org/downloads 

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