Mittwoch, 25. April 2018


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Innovationspreis 2017: 1. Preis für Intelligente Assistenzdienste für die Notfallversorgung

UMG-Notaufnahme gewinnt mit BMBF-Projekt

Göttingen, (lifePR) - Preis würdigt intelligente, webbasierte Assistenzsysteme für Rettungs- und Notfallsanitäter sowie Pflegekräfte in der Notfallmedizin über mobile Endgeräte. Interdisziplinäre Notaufnahme (INA) der UMG koordiniert Verbundprojekt

A.L.I.N.A., das Verbundprojekt „Intelligente Assistenzdienste und personalisierte Lernumgebungen zur Wissens- und Handlungsunterstützung in der Interdisziplinären Notaufnahme“ belegte beim Innovationspreis 2017 des Landkreises Göttingen in der Kategorie „Unternehmen über 20 Mitarbeiter/innen“ den ersten Platz. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Interdisziplinären Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) koordiniert.

Bei der Festveranstaltung mit 450 geladenen Gästen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft im Deutschen Theater Göttingen nahm Prof. Dr. Sabine Blaschke, Ärztliche Leiterin der Interdisziplinären Notaufnahme (INA) der UMG und Verbundkoordinatorin des Projektes, am 15. November 2017 den Innovationspreis im Namen aller Verbundpartner von Landrat Bernhard Reuter und Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Rainer Hald entgegen. Der erste Platz ist mit einem Preisgeld von 3.000 Euro verbunden.

87 Unternehmen hatten sich in diesem Jahr an der Ausschreibung des Innovationspreises 2017 beteiligt und ihre zukunftsweisenden Ideen vorgestellt. Beworben haben sich dabei Gründer, mittelständische Unternehmen, weltweit agierende Konzerne und Bildungseinrichtungen, aber auch Wissenschaftler, Studierende sowie soziale Projekte und Initiativen.

A.L.I.N.A.
Das Projekt A.L.I.N.A. stellt intelligente Assistenzsysteme für die nicht-akademischen Berufsgruppen in der Notfallmedizin, Rettungs- bzw. Notfallsanitäter und Pflegekräfte in den Notaufnahmen webbasiert über mobile Endgeräte für ihre berufliche Tätigkeit zur Verfügung. Diese Dienste sollen das Rettungsdienst- und Notfallpflegepersonal bedarfsorientiert vor Ort in der konkreten Notfallsituation in der präklinischen und klinischen Phase der Notfallversorgung unabhängig von Ort und Zeit unterstützen. So wurden u.a. Prozessdienste für notfallmedizinische Techniken, Informationsdienste für Notfallmedikamente, Medizingeräte, Erstmaßnahmen gemäß Leitsymptom und -diagnose, Rettungstransportmittel sowie Kollaborationsdienste für die Expertenkonsultation programmiert. Diese digitalen Lern- und Assistenzangebote stehen nunmehr in einem Dienste-Center auf Tablets zur Verfügung. Sie können also dort eingesetzt werden, wo Unterstützung unmittelbar erforderlich ist. Außerdem geben diese beim Einsatz fallorientiert Hilfestellung, um sehr zielgerichtet auf die akute Notfallsituation fokussieren zu können.

Die individuelle Nutzung mobiler Geräte macht es möglich, dass Daten, Informationen und Wissensobjekte personalisiert angezeigt werden können. Damit erreichen sie in Abhängigkeit von Berufsgruppe oder vorhandenem Wissensstand einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters den größten Nutzwert. Mobile Geräte sind griffbereit, Wegezeiten zu stationären Computern entfallen, Daten können so dargestellt werden, dass ein Informations- oder Wissensbedürfnis optimal befriedigt wird. In der Behandlungssituation im Notfall vor Ort kann dadurch wertvolle Zeit gespart werden, notwendige Maßnahmen können schnellstmöglich durchgeführt werden. Gerade bei zeitkritischen Krankheitszuständen ist dies in der Notfallversorgung von großer prognostischer Bedeutung für den Notfallpatienten.

Ein weiterer Mehrwert besteht darin, dass das mobile Endgerät auch in Pausen- und Wartezeiten für Ärzte, Rettungsdienst- und Pflegepersonal stets griffbereit ist. Es kann in diesen Zeiten genutzt werden, um vorhandene Wissensdefizite zu identifizieren und zu schließen. Die Lerninhalte können dabei in Abhängigkeit von Berufsgruppe, vorhandenen Vorkenntnissen und der Einsatzhistorie eines Mitarbeiters der Notaufnahme optimal aufbereitet werden. Je breiter das Aufgabenumfeld von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den komplexen notfallmedizinischen Prozessen wird, je hochtechnologisierter das Umfeld vom Rettungswagen bis hin zur Notaufnahme und Station wird und gleichzeitig je intensiver die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Prozessabschnitten interagieren, umso wichtiger werden ebensolche intelligenten Softwarelösungen.

PROJEKTPARTNER
Das Projekt ist ein Verbundprojekt und steht unter der Leitung der Interdisziplinären Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen (Prof. Dr. Sabine Blaschke). Es wird in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik der UMG (Prof. Dr. Otto Rienhoff) und den Verbundpartnern Educational Technology Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (Prof. Dr. Christoph Igel), dem GECKO Institut der Hochschule Heilbronn (Prof. Dr. Martin Haag) und der Otto-von Guericke Universität Magdeburg, Klinik für Unfallchirurgie (Prof. Dr. Felix Walcher) durchgeführt. Die Fachgesellschaften DGINA, DIVI, DGF, DGP und DBRD sind assoziierte Kooperationspartner dieses Projekts sind darüber hinaus im wissenschaftlichen Beirat vertreten.

WEITERE INFORMATIONEN: www.alina-projekt.de

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