Nervenschmerzen sichtbar machen und behandeln

Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert Forschungsprojekt zur Fabry-Krankheit

(lifePR) ( Heidelberg, )
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- Else Kröner-Memorial-Stipendium 2019 geht an Dr. Dr. Tim Godel von der Abteilung für Neuroradiologie

- Förderung in Höhe von 220.000 Euro für Forschungsprojekt, das die Entstehung und Bekämpfung von Nervenschmerzen bei der Fabry-Krankheit untersucht

Zehn bis 15 lange Jahre vergehen durchschnittlich zwischen dem Auftreten erster Symptome und der Diagnosestellung bei Patienten mit der genetisch bedingten Erkrankung Morbus Fabry. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt nun die Erforschung eines neuen, schmerzspezifischen Biomarkers in der Diagnostik und Therapieüberwachung dieser Erkrankung mit rund 220.000 Euro im Rahmen eines Stipendiums.

Im Fokus des Interesses stehen bei dem Forschungsprojekt unter Leitung des Neuroradiologen Dr. Dr. Tim Godel aus der Abteilung für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Heidelberg in der Nähe der Wirbelsäule liegende, sensible Nervenknoten, die besonders früh im Krankheitsverlauf geschädigt werden und vermutlich für schmerzhafte Erstsymptome des Morbus Fabry verantwortlich sind. „Mit Hilfe der MR-Neurographie, eines modernen Magnetresonanztomographie-Verfahrens zur Darstellung des peripheren Nervensystems, können wir erstmals frühe Schädigungen an diesen Nervenknoten – den sogenannten Spinalganglien – sichtbar machen ", beschreibt Tim Godel die Hintergründe für seinen Forschungsansatz. „Unser Ziel ist es, dieses bildgebende Verfahren als neuen Biomarker zu etablieren, um bessere Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapieüberwachung dieser schmerzhaften Erkrankung zu bieten."

Morbus Fabry – eine schmerzhafte und häufig zu spät entdeckte Speichererkrankung

Der Morbus Fabry ist eine genetisch bedingte Speichererkrankung, bei der es auf Grund einer Genmutation zu einem Enzymdefekt und in der Folge zu einer Ansammlung eines nerventoxischen Zuckerlipids kommt. Hierdurch entstehen Ablagerungen in nahezu allen Organsystemen, wobei das Nervensystem frühzeitig und in besonders schwerem Maße betroffen ist. „Ursache hierfür ist eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Gewebe-Schranke der Spinalganglien. Diese ist einerseits notwendig, um diese Nervenzellen ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen, führt aber auch dazu, dass sich potenziell giftige Substanzen, wie das bei Morbus Fabry entstehende Zuckerlipid, hier besonders gut ablagern können", sagt Prof. Dr. Martin Bendszus, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Neuroradiologie. Zur Therapie des Morbus Fabry steht eine Enzymersatztherapie zur Verfügung. Diese sollte so früh wie möglich begonnen werden, um mögliche schwere Folgeschäden der Erkrankung – wie beispielsweise einen Schlaganfall – zu verhindern. „Wir freuen uns sehr über die Förderzusage der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, denn der Forschungsansatz von Tim Godel kann dazu beitragen, dass mit Hilfe der MR-Neurographie frühzeitig erste Symptome der Krankheit gezeigt werden und das Anschlagen einer Therapie direkt sichtbar wird", so Martin Bendszus. Bislang waren die Diagnostik von Nervenschmerzen beziehungsweise die Überwachung der Therapie des Morbus Fabry nur über einen Fragebogen, eine Hautbiopsie oder über bestimmte Blutwerte möglich. Das Projekt soll einen Beitrag liefern, um diagnostische und auch therapeutische Entscheidungsprozesse in Zukunft präziser, objektiver und darüber hinaus auch kosten- sowie zeiteffizienter ausführen zu können.

Patienten aus Hamburg, Bildgebung aus Heidelberg

Das Forschungsprojekt erfolgt in enger Kooperation mit Prof. Dr. Victor-Felix Mautner, Klinik und Poliklinik für Neurologie und Dr. Nicole Muschol, Leiterin der Arbeitsgruppe für lysosomale Stoffwechselkrankheiten in der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Die klinische Betreuung der geplanten Studiengruppe von circa 30 bis 40 Patienten findet dabei am UKE statt. Die bildgebenden Spezialuntersuchungen werden in Hamburg in der „MRT Praxis Neuer Wall", die eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Universitätsklinikums Heidelberg ist, telemedizinisch durch die Abteilung für Neuroradiologie durchgeführt. „Auf diese Weise können wir einen ressourcenschonenden Ablauf mit kurzen Wegen für die Patienten gewährleisten", fasst Tim Godel zusammen.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) oder Kernspintomographie ist ein radiologisches Verfahren, mit dem Schnittbilder mit hohem Kontrast, exzellenter Auflösung und jeder beliebigen Schichtrichtung aufgenommen werden können. Dieses Verfahren beruht auf den magnetischen Eigenschaften des Gewebes, vor allem des Gewebewassers. Prinzipiell können mittels Kernspintomographie alle Körperregionen untersucht werden. Mit der MR-Neurographie kann mittels spezieller Kernspintomographie-/ MRT-Technik das Nervensystem in hoher Auflösung bildlich dargestellt und untersucht werden. Die Technik der MR-Neurographie wurde in den vergangenen 20 Jahren technisch und klinisch maßgeblich in Heidelberg weiterentwickelt.

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung möchte besonders begabte und motivierte klinisch und wissenschaftlich tätige Ärzte am Beginn ihres Berufsweges unterstützen, durch eine zweijährige Freistellung von klinischen Aufgaben ein besonders erfolgversprechendes medizinisches Forschungsvorhaben signifikant weiterzubringen. Damit soll der Grundstein zur wissenschaftlichen Selbstständigkeit und zur Karriere als klinisch tätiger Wissenschaftler gelegt werden. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung schreibt auf dem gesamten Gebiet der Medizin sechs Individualstipendien mit einer Laufzeit von zwei Jahren für junge Ärzte in der Weiterbildungsphase aus. Das Stipendium ist mit insgesamt 220.000 Euro dotiert.
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