Die dritte Dimension im Gehirn - räumliche Orientierung und Raumgedächtnis der Fledermäuse

Physiologen ehren Nachwuchswissenschaftler aus Israel: Bernard Katz-Lecture für Dr. Nachum Ulanovsky / Festvortrag am 28. November 2013 in Heidelberg

(lifePR) ( Heidelberg, )
Der Preisträger 2013 der Bernard Katz-Lecture ist Dr. Nachum Ulanovsky vom Weizmann-Institut für Wissenschaft in Rehovot, Israel. Der Wissenschaftler wird für seine wegweisenden Arbeiten zur räumlichen Orientierung und den zugrundeliegenden Gehirnfunktionen bei Fledermäusen geehrt. Festvortrag und Preisverleihung finden am Donnerstag, 28. November 2013, um 16.00 Uhr Uhr im Seminarraum des Biochemie-Zentrums Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 328, statt. Titel des Vortrags in englischer Sprache ist "Neural codes for 2-D and 3-D space in the hippocampal formation of bats". Die interessierte Bevölkerung und Journalisten sind herzlich eingeladen.

Dr. Nachum Ulanovsky wurde von einem Komitee israelischer Physiologen für seine originellen Forschungsarbeiten zur Raumwahrnehmung bei Fledermäusen, Säugetieren mit ausgeprägtem räumlichen Orientierungsvermögen, ausgewählt: So entwickelte er Methoden, um die Gehirnaktivität frei fliegender Fruchtfledermäuse mit kleinsten Sensoren zu messen und so deren natürliches Verhalten bei der Navigation mit bestimmten Gehirnfunktionen in Beziehung zu setzen. Damit zeigte er erstmals, wie bei diesen Tieren die räumliche Umgebung sowie ihre Fortbewegung darin durch spezialisierte Nervenzellen im Gehirn erfasst und abgebildet wird.

Jede dieser Zellen ist für ein bestimmtes, dreidimensionales Areal einer bekannten Umgebung zuständig und wird aktiv, sobald sich die Fledermaus in diesem Gebiet befindet. Ein Netzwerk dieser Zellen bildet dabei das gesamte räumliche Umfeld des Tieres ab und erlaubt ihm, die eigene Position exakt zu bestimmen. Diese Entdeckungen geben Einblicke in so komplexe Hirnfunktionen wie räumliche Erinnerung, Orientierung im dreidimensionalen Raum und Navigation. Im Festvortrag wird Dr. Nachum Ulanovsky seine Forschung genauer vorstellen.

Auszeichnung von Heidelberger Nobelpreisträger Professor Dr. Bert Sakmann gestiftet

Die Bernard Katz-Lecture wurde 1991 vom Heidelberger Nobelpreisträger Professor Dr. Bert Sakmann, Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, aus Preismitteln gestiftet, um das Lebenswerk seines akademischen Lehrers, des britischen Nobelpreisträgers Sir Bernard Katz (1911 - 2003), zu würdigen. Im jährlichen Wechsel wird in Deutschland oder Israel ein junger Wissenschaftler ausgewählt, der sich durch seine neurowissenschaftliche Forschung ausgezeichnet hat, um im jeweils anderen Land die Ehrenvorlesung zu halten. Der Preis wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung verwaltet, das Preisgeld beträgt 7.000 US-Dollar.

Sir Bernard Katz, geboren in Leipzig, emigrierte 1935 nach London, wo er als junger Mediziner seine Forschungsarbeiten fortsetzte. Seine Arbeiten zur Erregungsübertragung zwischen Nerv und Muskel schufen die Grundlagen für die moderne Physiologie von Synapsen, den Kontaktstellen der Nervenzellen. Sir Bernard Katz war von 1952 bis 1978 Professor und Head of Biophysics am University College London und erhielt 1970 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.
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