Laser statt Augentropfen: Freiburger Augenarzt zeigt effektive Behandlung für Grünen Star in Tansania auf

Studie unter Leitung der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg belegt deutlich verbesserte Glaukombehandlung durch Lasertherapie / Veröffentlichung zum Welttag des Sehens in der Fachzeitschrift The Lancet Global Health

(lifePR) ( Freiburg, )
Weltweit leidet mindestens eine Milliarde Menschen an einer Sehbehinderung, die ihre Lebensqualität einschränkt. Die meisten von ihnen leben in einkommensschwachen Regionen. Eine der häufigsten Ursachen für eine schwerwiegende Sehbeeinträchtigung ist das Glaukom, das auch als Grüner Star bekannt ist. Wie sich seine Behandlung durch eine Lasertherapie deutlich verbessern lässt, konnte ein Forschungsteam unter Leitung der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg und des International Centre for Eye Health in London zeigen. Die Ergebnisse veröffentlichten die Augenexpert*innen zum Welttag des Sehens am 14. Oktober 2021 in der Fachzeitschrift The Lancet Global Health.

Beim Glaukom ist die Zirkulation des Augenwassers gestört. Dadurch steigt der Augeninnendruck und schädigt die Zellen des Sehnervs. Auf Dauer nehmen Sehschärfe und Gesichtsfeld ab; ohne rechtzeitige Behandlung droht die Erblindung. Wie sich die Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene in Afrika verbessern lassen, untersuchte ein internationales Forschungsteam um Dr. Heiko Philippin, Funktionsoberarzt an der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Erstmals in Afrika verglichen sie in einer randomisiert-kontrollierten Studie die Wirkung der lokal häufig verwendeten Timolol-Augentropfen mit der Selektiven Lasertrabekuloplastik (SLT). Bei dieser besonders schonenden, risikoarmen Lasertherapie wird der Abfluss des Augeninnenwassers durch eine gezielte Bestrahlung bestimmter Pigmentzellen im Auge verbessert. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten und kann bei Bedarf auch mehrfach wiederholt werden. Insgesamt 201 Patient*innen mit Grünem Star wurden am Kilimanjaro Christian Medical Centre in Moshi, Tansania einer der beiden Behandlungsmethoden zugeteilt.

„Wir konnten zeigen, dass die Lasertherapie den Augendruck nach einem Jahr in 61 Prozent der Fälle erfolgreich gesenkt hatte. Mit Augentropfen wurde ein vergleichbarer Erfolg nur in 31 Prozent der Fälle erzielt“, sagt Philippin. Nebenwirkungen und Komplikationen traten bei beiden Behandlungsmethoden selten auf. Auch der Erhalt von Sehfunktion und Lebensqualität sowie die Akzeptanz der Behandlungsmethoden waren vergleichbar. „Je nach Anzahl der jährlich durchgeführten Laserbehandlungen ließe sich diese Behandlung zu ähnlichen Kosten wie die Versorgung mit Augentropfen anbieten“, so Philippin.

„Mit der weltweit steigenden Lebenserwartung nehmen auch altersbezogene Augenerkrankungen wie das Glaukom stark zu. Umso wichtiger ist es, hierfür weltweit geeignete Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, bekräftigt der Ärztliche Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg Prof. Dr. Thomas Reinhard die Relevanz der Studienergebnisse.

Original-Titel der Studie: Selective laser trabeculoplasty versus 0·5% timolol eye drops for the treatment of glaucoma in Tanzania: a randomised controlled trial
DOI: 10.1016/S2214-109X(21)00348-X
Link zur Studie: www.thelancet.com/journals/langlo/article/PIIS2214-109X(21)00348-X/fulltext  (Link ab 14.10.2021, 0.30 Uhr aktiv)
Finanzierung der Studie: Christoffel Blindenmission (www.cbm.org) und Seeing is Believing Innovation Fund, eine Kooperation der Standard Chartered Bank und der International Agency for Prevention of Blindness (IAPB).
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.