Samstag, 27. Mai 2017


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Universität Kassel: Jakob Hessing wird Franz-Rosenzweig-Gastprofessor 2010

(lifePR) (Kassel, ) Der israelische Germanist und Schriftsteller, Prof. Dr. Jakob Hessing von der Hebräischen Universität Jerusalem/Israel, wird diesjähriger Franz-Rosenzweig-Gastprofessor. Seine Antrittsvorlesung hält Hessing am 21.April um 18 Uhr im Hörsaal II (Diagonale 3). Die Rosenzweigprofessur 2010 ist angesiedelt im Institut für Germanistik im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften.

Hessing publiziert sowohl zu deutscher als auch deutsch-jüdischer Literatur- und Kulturgeschichte. Das Spektrum seiner Arbeit umfasst Veröffentlichungen zu Texten und Autoren des 18., 19. und insbesondere des 20. Jahrhunderts. Den Schwerpunkt von Hessings wissenschaftlicher Beschäftigung bilden vor allem die Werke von Else Lasker-Schüler, Sigmund Freud und Heinrich Heine. Sein Hauptinteresse gilt dabei der Spannung zwischen jüdischer Identität und deutscher Kultur, der ambivalenten Position der Betroffenen zwischen Dazugehörigkeit und Ausgrenzung. Neben seiner literaturwissenschaftlichen Arbeit schreibt der 66-Jährige für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Die Welt" und "Die Zeit" literarische Kritiken. 2005 ist auch sein Roman "Mir soll's geschehen" erschienen.

Jakob Hessing wurde am 5. März 1944 in einem Versteck in der Nähe von Lyssowce (Polen) geboren. Nach der Befreiung übersiedelten seine Eltern nach Berlin, wo er aufwuchs. 1964, anschließend an seine Reifeprüfung am Berliner Gymnasium, emigrierte Hessing nach Israel. Er studierte Englische Literatur und Geschichte sowie Vergleichende Literaturwissenschaft an der Hebräischen Universität Jerusalem, wo er zuletzt von 2004 bis 2006 die Germanistische Abteilung leitete. 1992 erlangte er an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen die Doktorwürde mit einer Arbeit über die Rezeption von Else Lasker-Schüler im Nachkriegsdeutschland. An der Hebräischen Universität Jerusalem wurde er Senior Lecturer, dann Associate Professor und schließlich Full Professor für Deutsche Sprache und Literatur.

Die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur wird von der Universität Kassel seit 1987 verliehen und ist eine in der Deutschen Universitätslandschaft einzigartige Einrichtung. Sie wird jährlich jeweils im Sommersemester an einen von den Nationalsozialisten ins Exil vertriebenen Philosophen, Geistes- oder Sozialwissenschaftler vergeben, um Gelegenheit zu geben, etwas von dem in Europa zerstörten jüdischen Erbe Studierenden, Wissenschaftlern und interessierter Öffentlichkeit in Erinnerung zu bringen. Sie erinnert damit auch an das religionsphilosophische Werk und die Bildungsarbeit von Franz Rosenzweig, des großen jüdischen Sohnes der Stadt Kassel.

Im Sommersemester 2010 bietet Prof. Hessing zwei Seminare an:

Von "Nathan der Weise" zu "Jakob der Lügner". Ausgewählte Themen der deutsch-jüdischen Literatur.

Mittwochs, 16:00 bis 18:00 Uhr, Kurt-Wolters-Str. 5, Raum 0019
Deutsch-jüdische Lyrik. Heinrich Heine - Else Lasker-Schüler - Paul Celan.
Donnerstags, 14:00 bis 16:00 Uhr, Kurt-Wolters-Str. 5, Raum 0019

Die Seminare beginnen am 14. April.

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