Sonntag, 30. April 2017


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Nachhaltige Entwicklungen in Afrika durch Hochschulkooperationen stärken

(lifePR) (Bayreuth, ) Die Universität Bayreuth ist Partner in dem neuen, von der EU geförderten Projekt ‘Academic Mobility for African Sustainable Development (AMAS)’. Das Projekt wird Kooperationen zwischen afrikanischen Universitäten – wie sie zwischen Hochschulen in Europa mittlerweile selbstverständlich sind – gezielt fördern.

In den letzten Tagen des Jahres 2016 fiel in Brüssel der Startschuss für ein ungewöhnliches, von der EU gefördertes Projekt: Es zielt darauf ab, neue Wege für eine Zusammenarbeit zwischen afrikanischen Universitäten zu erschließen, die Mobilität von Studierenden und Forschenden innerhalb Afrikas auszubauen und die Qualität der Hochschulausbildung in Afrika durch einen nachhaltigen Wissens- und Erfahrungsaustausch weiterzuentwickeln. ‚Academic Mobility for African Sustainable Development (AMAS)’ lautet der Name dieses Vorhabens. Es wird von der Universität Bayreuth als Projektträger begleitet und bis 2021 aus dem EU-Programm ‚Intra-Africa Academic Mobility Scheme‘ mit mehr als 1,4 Millionen Euro gefördert.

Eine neue Plattform für hochschulübergreifende Forschung und Lehre

In dem Projekt haben sich fünf Partneruniversitäten zusammengeschlossen, die seit 2007 mit der aus der Exzellenzinitiative geförderten Graduiertenschule BIGSAS (Bayreuth International Graduate School of African Studies) in Forschung und Lehre zusammenarbeiten und der Universität Bayreuth daher eng verbunden sind:

- Moi University in Eldoret/Kenia als leitende Antragstellerin und Projektkoordinatorin

- Université Mohammed V in Rabat /Marokko

- Addis Ababa University in Äthiopien

- Université d‘Abomey-Calavi in Cotonou/Benin

- Universidade Eduardo Mondlane in Maputo/Mosambik.

Die Universität Bayreuth ist die Kontaktstelle zur Europäischen Union und zugleich ‚technischer Partner‘. Hier ist die EACEA, die Education, Audiovisual and Cultural Executive Agency, als Fördereinrichtung der EU für das Projekt verantwortlich.

„Es freut uns sehr, dass die Europäische Union das Projekt AMAS fördert, um Kooperationen zwischen afrikanischen Universitäten – wie sie zwischen Hochschulen in Europa mittlerweile selbstverständlich sind – systematisch voranzubringen“, erklärt Prof. Dr. Dymitr Ibriszimow, Sprecher der BIGSAS. „Bei der Auftaktveranstaltung in Brüssel haben die Repräsentanten der fünf afrikanischen Universitäten erneut deutlich gemacht, welches große Potenzial in AMAS steckt. Sie wollen auf dieser neuartigen Plattform eine exzellente Ausbildung der Studierenden, hochschulübergreifende Projekte in Forschung und Lehre und einen nachhaltigen Austausch aller daran Beteiligten fördern. AMAS wird dabei einerseits Modellcharakter für eine verstärkte länderübergreifende Hochschulzusammenarbeit in Afrika haben, andererseits aber auch Impulse für die nationale Hochschul- und Wissenschaftspolitik in den einzelnen Ländern setzen können.“

Vernetzung hochschulspezifischer Schwerpunkte

Alle beteiligten Universitäten bieten aufgrund ihrer jeweiligen Forschungskompetenzen Master- oder Promotionsprogramme in folgenden sozialwissenschaftlichen Bereichen an:

- Governance und öffentliche Verwaltung

- Entwicklungsstudien

- Soziologie

- (Sozial)Anthropologie.

Zugleich haben sie aber innerhalb dieser Bereiche spezielle Schwerpunktprogramme an den jeweiligen Universitäten entwickelt, die einmalig im Rahmen des Konsortiums sind und damit von besonderem Interesse für die Studierenden aus den anderen Universitäten sind. Solche speziellen Schwerpunktprogramme sind zum Beispiel

- Erzwungene Migration (Moi University)

- Friedens- und Sicherheitsmanagement in Afrika (Addis Ababa University)

- Islamisches Denken der Gegenwart und Soziale Themen (Université Mohammed V de Rabat)

- Mehrsprachigkeit und Interkulturalität (Université d‘Abomey-Calavi)

- Soziologie des ländlichen Raums und das Management von Entwicklung (Universidade Eduardo Mondlane).

Studierende und Promovierende besuchen, wenn sie an dem von AMAS organisierten Austausch teilnehmen, an der jeweiligen Partneruniversität Lehrveranstaltungen, die einem dieser Schwerpunkte zugeordnet sind und sich zugleich in das Studien- oder Promotionsprogramm an der Heimatuniversität einfügen. Auf diese Weise ist ein ständiger Dialog zwischen benachbarten Fächern und Disziplinen gewährleistet, der nicht zuletzt auch der Evaluation und Weiterentwicklung der Lehrangebote zugutekommt.

Exzellente Talente fördern

AMAS zielt dabei nicht allein auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ab. Das Verbundprojekt will darüber hinaus begabte und hochmotivierte Studierende so qualifizieren, dass sie in Politik und Gesellschaft verantwortungsvolle Positionen übernehmen und nachhaltige Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent erfolgreich mitgestalten können. Alle beteiligten Universitäten legen dabei besonderen Wert auf die Förderung von Frauen. Anlässlich einer Konferenz der BIGSAS, die im November 2015 unter dem Titel ‚Gender Matters‘ stattfand, haben Vertreter der fünf Universitäten das gemeinsame Projekt ‚Vision for Goals 2030‘ ins Leben gerufen, das sich für einen gleichberechtigten Zugang aller Geschlechter zu universitärer Bildung und Forschung einsetzt.

Im November 2016 nahmen Forscher aus den BIGSAS-Partneruniversitäten an einer hochkarätigen internationalen Konferenz in Bayreuth teil, um Perspektiven der Hochschulzusammenarbeit zwischen Europa und Afrika auszuloten. Dabei ging es auch um die innerafrikanische Mobilität von Studierenden und Forschenden, die unter anderem durch die ‚Panafrikanische Universität‘ – ein von der Afrikanischen Union initiiertes Netzwerk von Hochschulen in verschiedenen Regionen Afrikas – wesentlich vorangebracht wurde.

„AMAS knüpft an diese bildungspolitischen Bestrebungen in Afrika an und wird sie als Pilotprojekt mit innovativen Ideen und Konzepten bereichern. Vielleicht werden auch Universitäten in Europa eines Tages von diesen Entwicklungen lernen können“, meint Dr. Emnet Tadesse Woldegiorgis aus Äthiopien, der als Absolvent der BIGSAS heute an der Universität Bayreuth zur Kooperation und Integration afrikanischer Universitäten forscht und seine Kompetenz in das AMAS-Netzwerk einbringen wird.

Bildunterschrift:

Während der Auftaktveranstaltung von AMAS Ende 2016 in Brüssel: Prof. Dr. Dymitr Ibriszimow (1.v.l.), Sprecher der BIGSAS an der Universität Bayreuth, und die Repräsentanten der fünf afrikanischen Universitäten mit Prof. Dr. Anne Nangulu (2.v.l.) und Prof. Dr. Omar Egesah (1.v.r.) von der Moi University in Eldoret/Kenia, Prof. Dr. Gregório Firmino (3.v.l.) von der Universidade Eduardo Mondlane in Maputo/Mosambik, Prof. Dr. Dodji Amouzouvi (4.v.r.) von der Université d’Abomey-Calavi in Cotonou/Benin, Prof. Dr. Yamina El Kirat (3.v.r.) von der Université Mohammed V de Rabat/Marokko sowie Prof. Dr. Brook Lemma Mamaru (2.v.r.) von der Addis Ababa University/Äthiopien.
Foto: Johan Francois ©EACEA 2016

 

Universität Bayreuth

Die Universität Bayreuth ist eine junge, forschungsorientierte Campus-Universität. Gründungsauftrag der 1975 eröffneten Universität ist die Förderung von interdisziplinärer Forschung und Lehre sowie die Entwicklung von Profil bildenden und Fächer übergreifenden Schwerpunkten. Die Forschungsprogramme und Studienangebote decken die Natur- und Ingenieurwissenschaften, die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie die Sprach-, Literatur und Kulturwissenschaften ab und werden beständig weiterentwickelt.

Gute Betreuungsverhältnisse, hohe Leistungsstandards, Fächer übergreifende Kooperationen und wissenschaftliche Exzellenz führen regelmäßig zu Spitzenplatzierungen in Rankings. Die Universität Bayreuth liegt im weltweiten Times Higher Education (THE)-Ranking '150 under 50' auf Platz 35 der 150 besten Universitäten, die jünger als 50 Jahre sind.

Seit Jahren nehmen die Afrikastudien der Universität Bayreuth eine internationale Spitzenposition ein; die Bayreuther Internationale Graduiertenschule für Afrikastudien (BIGSAS) ist Teil der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Die Hochdruck- und Hochtemperaturforschung innerhalb des Bayerischen Geoinstituts genießt ebenfalls ein weltweit hohes Renommee. Die Polymerforschung hat eine herausragende Position in der deutschen und internationalen Forschungslandschaft. Die Universität Bayreuth verfügt über ein dichtes Netz strategisch ausgewählter, internationaler Hochschulpartnerschaften.

Derzeit sind an der Universität Bayreuth rund 13.300 Studierende in 146 verschiedenen Studiengängen an sechs Fakultäten immatrikuliert. Mit ca. 1.200 wissenschaftlichen Beschäftigten, 232 Professorinnen und Professoren und etwa 900 nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universität Bayreuth der größte Arbeitgeber der Region.


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