Donnerstag, 19. Oktober 2017


Fairtrade wächst in Deutschland um 18 Prozent

Fair gehandelte Produkte immer beliebter

Köln, (lifePR) - Der Faire Handel ist nicht zu stoppen. Im vergangenen Jahr kauften Verbraucher in Deutschland Fairtrade-Produkte im Wert von rund 400 Millionen Euro. Mit einem Plus von 18 Prozent über alle Produkte hält der Wachstumstrend der letzten Jahre weiter an. "Der Faire Handel ist ein effektives Instrument zur Armutsbekämpfung und trägt zur ländlichen Entwicklung bei", sagte TransFair-Vorstandsvorsitzender Heinz Fuchs. "Fairtrade ist ein entwicklungspolitisches Partnerschaftsmodell. Die Produzentenorganisationen sind Mitträger und aktive Gestalter des Systems." Durch den Verkauf von Fairtrade-Produkten in Deutschland erwirtschafteten die Produzenten 2011 Direkteinnahmen in Höhe von 82 Millionen Euro. Darin enthalten: 5,5 Millionen Euro Fairtrade-Prämiengelder für Gemeinschaftsprojekte.

Kernprodukte Kaffee, Blumen und Bananen

"Fairtrade wächst bereits im achten Jahr in Folge im zweistelligen Bereich. Seit 2002 ist der Gesamtumsatz um das Achtfache gestiegen", so TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. "Im vergangenen Jahr waren die Eigenmarken des Handels maßgebend für das starke Wachstum." Die wichtigsten Wachstumstreiber des Fairen Handels sind Kaffee, Blumen und Bananen. Rund 8.800 Tonnen Kaffee wurden im vergangenen Jahr abgesetzt, ein Plus von 22 Prozent. Der Marktanteil liegt bei knapp zwei Prozent. Über das Traditionsprodukt des Fairen Handels hinaus gewinnen weitere Produkte zunehmend an Relevanz: Der Absatz von Fairtrade-Bio-Bananen stieg um 59 Prozent auf 11.862 Tonnen, das entspricht einem Marktanteil von 2,1 Prozent. Mit inzwischen 6,8 Prozent Marktanteil bleiben Rosen aus Fairem Handel auf Erfolgskurs. Im vergangenen Jahr kauften Verbraucher in Deutschland über 80 Millionen Fairtrade-Blumen im Gesamtwert von knapp 30 Millionen Euro.

Wachsende Vielfalt der fairen Produktpalette

2011 kamen 172 neue faire Produkte auf den Markt, 29 Partner wurden dazu gewonnen. Insgesamt bieten in Deutschland rund 200 Lizenznehmer knapp 2000 fair gehandelte Produkte an. Zunehmend vielfältig wird die Zahl der fair gehandelten Mischprodukte, die sich aus mehreren Zutaten zusammensetzen: Die Absätze von Süßwaren (+132 Prozent), Eiscreme (+ 82 Prozent) und Mischgetränken (+137 Prozent) stiegen deutlich. Die Gastronomie bleibt starker Motor von Fairtrade: Knapp ein Drittel des fairen Kaffees geht in Bäckereien, Cafés, Mensen oder Betriebskantinen über die Theken. "Das Fairtrade-Siegel hat sich im Bewusstsein der Verbraucher verankert und genießt eine sehr hohe Glaubwürdigkeit", sagte Dieter Overath. "Mit Fairtrade ist Unternehmensverantwortung konkret umsetzbar."

413 Millionen Euro Direkteinnahmen für die Produzenten

Seit nunmehr 20 Jahren setzt sich der gemeinnützige Verein TransFair für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Produzentenorganisationen im globalen Süden ein. Seit 1992 wurden in Deutschland 2,1 Milliarden Euro umgesetzt, das bedeutet 413 Millionen Euro Direkteinnahmen für die Produzenten. Weltweit profitieren über 1,2 Millionen Kleinbauern und Arbeiter in 63 Ländern von Fairtrade. Die Produzenten sind aber nicht nur Empfänger gesicherter Mindestpreise und der zusätzlichen Fairtrade-Prämien, sie gestalten das System aktiv mit. Die Produzentennetzwerke aus Afrika, Lateinamerika sowie Asien sind mit 50 Prozent Stimmanteil in den Gremien von Fairtrade International (FLO) vertreten.

Frühstückskampagne: Wach auf mit Fairtrade

Ab sofort startet bundesweit die Kampagne Fairtrade-Frühstück. Einen Monat lang ruft TransFair dazu auf, bewusst mit fairen Produkten in den Tag zu starten. Jeder ist eingeladen, aktiv zu werden und mit zu frühstücken, ob Privatpersonen, Schulen, Cafés oder Kommunen. Botschafter der Kampagne ist Hannes Jaenicke: "Der Erfolg von Fairtrade freut mich besonders, weil er mit kleinen, einfachen Entscheidungen beim Shoppen in unseren Supermärkten und Geschäften in den produzierenden Ländern in Afrika, Asien und Südamerika einen gewaltigen Unterschied macht", erklärte der Schauspieler. Große öffentliche Frühstücksaktionen sind in Saarbrücken, Viernheim, Berlin und Hamburg geplant. Mehr Informationen unter www.fairtrade-deutschland.de/presse

TransFair Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt

Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und fördert das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum. Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es bundesweit in 36.000 Geschäften. Über 18.000 gastronomische Betriebe schenken Fairtrade-Kaffee und -Kakao aus. 200 Firmen stellen rund 2000 Produkte unter den Fairtrade-Bedingungen her. www.fairtrade-deutschland.de

Internationales Netzwerk und Kontrollen:

TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International (FLO), in dem Initiativen aus 27 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind. Unter Beteiligung aller Stakeholder setzt FLO die international gültigen Fairtrade-Standards fest. Zusätzlich unterstützt und berät der FLO e.V. die Produzentengruppen durch lokale Berater.

Alle beteiligten Akteure werden regelmäßig von FLO-CERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft mit Sitz in Bonn arbeitet mit einem unabhängigen, transparenten und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 65 (DIN EN 45011). Unabhängige Inspektoren kontrollieren weltweit über 1.000 Händler und fast ebenso viele Produzentengruppen. Mit den Überprüfungen wird gewährleistet, dass die Fairtrade-Standards eingehalten werden, die Mehreinnahmen den Produzentenorganisationen in den Entwicklungsländern zufließen und dort selbstbestimmt und nachhaltig eingesetzt werden. Mehr Informationen unter www.fairtrade-deutschland.de

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