Donnerstag, 19. Oktober 2017


Fairtrade auf der BioFach-Messe in Nürnberg

Der Faire Handel sichert Ernährung

Köln, (lifePR) - Die Weltmarktpreise von Rohstoffen explodieren. Noch nie waren Weizen, Fleisch und Zucker teurer als in den letzten Wochen. Die Leidtragenden sind vor allem die Menschen der so genannten Entwicklungsländer. Rob Cameron, Geschäftsführer von Fairtrade International, betonte, dass der Faire Handel Alternativen zu ungerechten Welthandelsbedingungen und Löhnen bietet: "Kleinbauern- und Arbeiterfamilien können sich in Krisenzeiten besser versorgen. Zusätzlich hilft die Fairtrade-Prämie durch Gesundheitsförderung, Bildungsmaßnahmen oder Umweltschutzprogramme Grundstrukturen zu verbessern."

Die Förderung der nachhaltigen kleinbäuerlichen Landwirtschaft und des Fairen Handels leisten nachweislich wichtige Beiträge zur Hunger- und Armutsbekämpfung. Bio und Fair sind dabei eine gute Kombination. TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath nutzte den Rahmen der BioFach-Messe, um erste Zahlen der Entwicklung von Bio-Fairtrade-Produkten des vergangenen Jahres vorzustellen: "Bio und Fair sind ein gutes Team. Beides sind Sparten mit beständig wachsenden Absatzzahlen und der Faire Handel bildet oft die Voraussetzung, um auf biologischen Anbau umzustellen." Rund 50 Prozent der fair gehandelten Produkte trugen 2010 neben dem Fairtrade-Siegel auch ein Bio-Zertifikat. Die Bio-Anteile variieren je nach Produktsparte: Der Bio-Anteil fair gehandelten Kaffees legte im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf nun 68 Prozent zu. Fairtrade-Bananen stammen sogar zu 100 Prozent aus biologischem Anbau. Da 2010 viele Produkte neu auf den Markt gekommen sind, die kein Bio-Siegel tragen, ist der Bio-Anteil gegenüber dem Vorjahr insgesamt um acht Prozent zurückgegangen.

Fairtrade und Bio: Förderung statt Verpflichtung

Auch wenn sich Fairtrade und Bio gut ergänzen, sind Fairer Handel und biologischer Anbau nicht dasselbe. Zwar enthalten die Fairtrade-Standards auch ökologische Richtlinien, doch im Vordergrund stehen die sozialen Aspekte. Dieter Overath verdeutlicht die Problematik für die Produzenten: "Wäre die Bio-Produktion ein Muss, würden viele Produzenten vom Fairtrade-System ausgeschlossen, da die sofortige Umstellung der Anbaumethoden für sie nicht zu stemmen wäre." Dennoch sei mit der Fairtrade-Zertifizierung ein erster großer Schritt geschafft: "Die Richtlinien der Fairtrade-Standards erleichtern und fördern den Wechsel zum Bio-Anbau. Zudem werden die Bauernfamilien dabei von Agrar-Experten beraten." Nach der Umstellung erhalten die Produzenten zusätzlich zur Fairtrade-Prämie einen Aufschlag für biologischen Anbau, um die kostenintensive Umstellungsphase, die auch mit Rückgängen der Ernte einhergeht, zu finanzieren.

Fairer Handel wirkt

Weltweit sind 50 Prozent aller Produzenten-Kooperativen auch Bio-zertifiziert. So auch die indischen Reisproduzenten Sunstar Overseas, deren Präsident Ajay Katyal bestätigt: "Für die Bauern ist die Umstellung auf Bio nicht einfach. Gemeinsam mit Fairtrade leisten wir hier Unterstützung für die Kleinbauernkooperativen, die uns ihren Reis verkaufen." Die Kooperativen, die ihren Reis an Sunstar liefern, erhalten zusätzlich die Fairtrade-Prämie, die sie in soziale Projekte investieren. Eine Kooperative kaufte sich beispielsweise einen Pflug, um die schwere Arbeit zu erleichtern und ein höheres Einkommen zu erwirtschaften. Aber auch in die Gesundheitsförderung und Bildung fließen Gelder der Prämie. Für den Bio-Reis erhalten die Bauern außerdem rund 15 Prozent mehr Geld, als wenn er aus konventionellem Anbau stammen würde.

Neue süße Fairsuchung: "DasEis" ist neuer Fairtrade-Lizenznehmer

Die Produktpalette fair gehandelter Waren wird stetig bunter und vielseitiger. Pünktlich zur Leitmesse der Biobranche präsentiert sich die Eismanufaktur Healthy Planet aus Wiesbaden als neuer Fairtrade-Lizenznehmer mit Bio-Zertifizierung. Vier Sorten der Eismarke "DasEis" sollen schon in Kürze das Fairtrade-Siegel erhalten. Darunter Kreationen wie "Feine Schokolade mit karamellisierten Mandelstücken" oder "Feine Vanille mit karamellisierten Kürbiskernen" und weitere Fairsuchungen sollen folgen. Alleine seit Oktober 2010 zählt das Bio-Fairtrade-Sortiment rund 60 neue Produkte, darunter Tees, Säfte und die immer beliebter werdenden Textilien aus Fairtrade-Baumwolle.

Fairtrade-Code 2.0: mehr Transparenz für Fairtrade-Verbraucherinnen und Verbraucher

Die Glaubwürdigkeit von Waren mit dem Bio- und Fairtrade-Siegel ist sehr hoch, daher ist es TransFair besonders wichtig, den Verbraucherinnen und Verbrauchern höchst mögliche Transparenz zu ermöglichen. Auf der BioFach stellte Dieter Overath die neue Kooperation mit "barcoo" vor. "Mit der barcoo-App und einem kurzen Klick auf das Handy können Kunden nun direkt am Regal den Barcode scannen und Informationen über die Produkte abrufen. Wie zum Beispiel für welche Projekte die Fairtrade-Prämie verwendet wurde", so Overath. Das bestehende Projekt Fairtrade-Code wurde so durch eine mobile Version erweitert. Natürlich ist es auch weiterhin möglich zu Hause durch die Eingabe des Fairtrade-Codes im Internet auf www.transfair.org die Geschichte hinter den Produkten zu erfahren.

TransFair Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt

Der Verein TRANSFAIR e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern durch die Vergabe des Fairtrade-Siegels für fair gehandelte Produkte zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TRANSFAIR e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. Inzwischen bieten über 30.000 Supermärkte, Bio- und Weltläden rund 1.000 verschiedene Fairtrade-Produkte an. In 15.000 gastronomischen Einrichtungen wird Fairtrade-Kaffee und -Kakao ausgeschenkt.

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