Bremer Rasseliste bringt Bremerhavener Tierheim in Bedrängnis

(lifePR) ( Bremerhaven, )
Das Halten bestimmter Hunderassen, die als potenziell gefährlich gelten, ist in Bremen und Bremerhaven weiterhin verboten. Die Einstufung der Tiere als gefährlich allein auf deren äußeren Erscheinungsbild hat Folgen für die betreffenden Hunde und für das Tierheim in Bremerhaven. Aufgrund des Hundegesetzes landeten viele der betroffenen Hunde im Tierheim.

„Wir haben massive Probleme, die auf der Bremer Rasseliste stehenden Hunde zu vermitteln. Betroffen sind die Rassen Pitbull, Bullterrier, American Staffordshire-Terrier und Staffordshire-Bullterrier. Das Tierheim steht deshalb nicht zuletzt vor einem Platz-Problem“, erklärt die Tierheimleitung Amelie Bensch. „Das Tierheim beherbergt derzeit 22 "Kampfhunde", dieser Rassen, auch Listenhunde genannt. Das Problem: Platz ist im Tierheim für höchstens 56 Hunde.“

Bernd Freemann, Schatzmeister im Tierschutzverein, erklärt einen Grund für die Zunahme des Problems: „Es ist immer wieder mal gelungen auch Listenhunde nach Niedersachsen zu vermitteln, aber auch dort sind die Tierheime voll. Und auch dort besteht der Druck, dass sie ihre eigenen Hunde vermittelt bekommen.“ Ein weiteres Problem besteht darin, dass es eine signifikante Steigerung bei der Beschlagnahme und Sicherstellung von Tieren durch behördliche Anordnung. Mit fatalen Folgen für die “Listenhunde“! „Im Schlimmsten Fall müssen die Tierheime die Hunde bis zu ihrem Lebensende betreuen und die für die Haltung anfallenden Kosten tragen“, so Freemann.

Bensch ergänzt: „Eine weitere Belastung stellt der illegale Welpenhandel dar, der in den letzten Jahren drastisch zugenommen hat. Zu klein für eine schützende Impfung, oft krank, verstört und von Parasiten befallen, kommen die Welpen mit gefälschten Papieren nach Deutschland. Diese von der Polizei oder dem Veterinäramt beschlagnahmten Tiere kommen oftmals aus dem nichteuropäischen Ausland. Sie müssen für Monate in Quarantäne gehalten werden, was mit einer hohen Kostenbelastung für unser Tierheim verbunden ist.

Die Tierschützer kritisieren ferner, dass das Land weiter an der Rasseliste festhält, obwohl weder statistische Erhebungen noch wissenschaftliche Studien eine pauschale Sonderbehandlung dieser Hunderassen begründen. Da aggressives Verhalten vielmehr durch Haltung und Umgang bedingt wird, würde ein verpflichtender Sachkundenachweis, wie ihn die Tierschützer fordern, viel eher der Gefahrenprävention dienen.

„Dass die bestehenden Sonderregelungen für Hunde bestimmter Rassezugehörigkeit wider besseres Wissen fortbestehen, ist kaum zu glauben“, finden die Tierschützer. „Wir werden jetzt mit der Stadt Bremerhaven darüber reden müssen, dass es zumindest möglich wird, dass Listenhunde aus Tierheimen unter bestimmten Voraussetzungen vermittelt werden dürfen. Die Rechtsgrundlage dafür (Gesetz über das Halten von Hunden §3 (4) ist vorhanden. Wenn der Hund aus dem Tierschutz stammt, die angenommene Aggressivität durch einen Wesenstest widerlegt ist und der künftige Halter ein makelloses Führungszeugnis vorlegt“, erläutert Bensch das weitere Vorgehen.
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