Montag, 16. Juli 2018


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Wölfe können den Freistaat Thüringen jährlich 13 Millionen Euro kosten

Berufsverbände legen Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund detaillierte Kostenkalkulation vor

Erfurt, (lifePR) - Nach Schätzungen des Thüringer Bauernverbandes (TBV) und der Berufsverbände der Thüringer Schaf- und Ziegenzüchter kostet die Rückkehr des Wolfes nach Thüringen den Freistaat rund 13 Millionen Euro pro Jahr. Die Berechnungen der Verbände hat TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner heute der Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund übermittelt. Die Berufsverbände fordern darin das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) und die Landesregierung auf, die Wolfskosten als festen Bestandteil im Doppelhaushalt 2018/2019 und auch darüber hinaus zu berücksichtigen. Nur so kann die die Schaf- und Ziegenzucht in Thüringen erhalten werden. „Es kann nicht sein, dass Schaf- und Ziegenhalter ihre Existenz opfern. Wenn man sich für die Rückkehr des Wolfes entscheidet, muss man auch bereit sein, die anfallenden Kosten zu tragen“, so Wagner.

Der größte Teil der errechneten Kosten entsteht durch sogenannten Verlammungen, zu denen es infolge eines Wolfsangriffes kommt. Dabei fallen die Muttertiere in einen traumatischen Schock, der dazu führt, dass sie ihre ungeborenen Lämmer verlieren und diese tot zur Welt kommen. Die Kosten hierfür lassen sich auf rund 7,4 Millionen Euro beziffern. Hinzu kommen die jährlichen Kosten für den Unterhalt von Herdenschutzhunden (5,5 Millionen Euro).

Die Berufsverbände sehen das Wolfsmanagement des TMUEN insgesamt kritisch, da der Schutz des Wolfes zulasten anderer, vom Aussterben bedrohten Tierrassen, umgesetzt wird: „Verluste an Merinolangwollschafen und Thüringer Waldziegen, der einzigen eigenständig gezüchtete Ziegenrasse Deutschlands, werden für die Rückkehr des Wolfes offenbar in Kauf genommen“, so TBV-Präsident Wagner.

 

Thüringer Bauernverband e.V.

Der TBV sowie die Landesverbände der Thüringer Schaf- und Ziegenzüchter haben einen Forderungskatalog an die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund übergeben. Hauptkritikpunkt ist der Managementplan für den Wolf in Thüringen, da dieser lediglich die Entschädigung des Wertes der gerissen Tiere vorsieht, die hohen Folgeschäden aber nicht berücksichtigt. Seit dem Erstellen des Managementplans Wolf in Thüringen fordern die Berufsverbände, dass die Folgekosten bei der Entschädigung Berücksichtigung finden. Neben der zwingend notwendigen Anerkennung der Folgekosten, ist eine möglichst unbürokratische Entschädigung notwendig. Zudem warnen die Berufsverbände das TMUEN bisher vergeblich davor, dass der politische Vorrang des Wolfes die Erfüllung der FFH-Richtlinien gegenüber der EU gefährdet. Für die damit verbunden Sanktionen in Millionenhöhe werden letzten Endes die Thüringer Steuerzahler einstehen müssen.

Den übermittelten Forderungskatalog finden Sie im Anhang zu dieser Medieninformation. Er enthält eine detaillierte Auflistung der zu erwarteten Kosten und deren Berechnung.

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