Sonntag, 19. Februar 2017


Angst vor den Herausforderungen des Lebens

Hikikomori" ist am 8. Oktober die erste Premiere der Saison in den Kammerspielen

(lifePR) (Heilbronn, ) Am Mittwoch, dem 8. Oktober, um 20 Uhr lädt das Theater Heilbronn zur ersten Kammerspiel-Premiere der Saison ein. Auf dem Spielplan steht Holger Schobers Schauspiel "Hikikomori". Ein Stück, das zwar einen jungen Mann in den Mittelpunkt des Geschehens stellt, das aber für Zuschauer aller Altersgruppen von großem Interesse sein dürfte.

Es geht um H., der seit acht Jahren sein Zimmer nicht mehr verlassen hat. Er ist das, was man in Japan einen Hikikomori nennt, also ein Mensch, der sich freiwillig in seinen vier Wänden einschließt und den Kontakt zur Außenwelt auf ein Minimum reduziert. Sein einzige Verbindung nach draußen ist der Internet-Chat. Warum er sich so völlig zurückzog, daran kann H. sich gar nicht mehr erinnern. Er war ein völlig unauffälliger Schüler, hat ein Architekturstudium begonnen, liebte ein Mädchen mit roten Haaren, das ihn nicht beachtete und ist dann von einem Tag zum anderen nicht mehr raus gegangen. Das Essen stellt ihm die Mutter vor die Tür. Er hatte die Nase voll vom ewigen "Du musst", wollte nicht mitmachen bei der Jagd nach dem besten Job, dem größten Auto, der schönsten Frau -- das jedenfalls teilt er Rosebud mit, einem Mädchen, das er im Chat kennenlernt und die ihn wieder zum Träumen bringt. Eines Tages möchte Rosebud ihm unbedingt in die Augen schauen...

Mindestens eine Million Hikikomori soll es in Japan geben, aber dieser Rückzug in die selbstgewählte Isolation oder die Flucht in virtuelle Welten ist kein japanisches Problem.

Holger Schober, 1976 in Graz geboren, beschreibt in diesem Stück die Situation von jungen Leuten, die ein selbständiges Leben beginnen sollen. An dieser Schwelle sehen sie sich konfrontiert mit Erwartungen der Eltern, mit gesellschaftlichen Normen, die zunehmend von materiellen Kriterien bestimmt sind. Die Angst zu versagen, aber auch die Unfähigkeit, sich den Mühen und Unannehmlichkeiten des Lebens zu stellen, führt zu ganz unterschiedlichen Reaktionen und immer öfter zum Ausknipsen der Realität. Die Zeitschrift Deutsche Bühne jedenfalls hat "Hikikomori" als wohl prägendstes Stück der nächsten Zeit bezeichnet.

Nils Brück, der zur Zeit als Sultan Saladin in "Nathan der Weise" zu erleben ist, stellt sich hier als Regisseur vor. Manuel Rivera, derzeit in verschiedenen Rollen zu sehen in "Angst essen Seele auf", spielt H.

Die Inszenierung wurde bereits intensiv vor der Sommerpause des Theaters angelegt und vorgeprobt, damit sie am Theater Heilbronn so kurz nach den drei Auftaktpremieren gezeigt werden kann.

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