Dienstag, 26. September 2017


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Warum Informationen nicht nur fehlerfrei sein müssen

Im Gespräch mit Herausgeberin Andrea Piro über die Notwendigkeit, die Qualität von Informationen umfassend zu messen

Düsseldorf, (lifePR) - Frau Piro, Sie sind Corporate Data Quality Manager in einem renommierten deutschen Rückversicherungsunternehmen. Würden Sie sagen, dass gerade in dieser Branche die Frage nach der Qualität von Informationen von beson- derer Bedeutung ist?

Andrea Piro: Zweifelsfrei ist die Qualität der Informationen in der Finanzbranche wesentlich. Gute Informationsqualität ist jedoch ein branchenübergreifendes Thema.

Dies zeigt auch die Entstehung unseres Buches. Hier haben Experten aus den unter- schiedlichsten Branchen gemeinsam an dem Thema gearbeitet und ihre Erfahrungen eingebracht.

Wenn von "Informationsqualität" die Rede ist, mag man zuerst daran denken, wie vollständig oder korrekt etwas dargestellt ist. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Was ist Informationsqualität genau und welche Aspekte gehören dazu?

Andrea Piro: Das stimmt. Neben diesen "Klassikern" Vollständigkeit und Korrektheit sind noch weitere Aspekte Dimensionen ausschlaggebend, die nicht so häufig berück- sichtigt werden. Unter anderem die Zugänglichkeit, das hohe Ansehen oder der ange- messene Umfang von Informationen. Wenn Ihre Informationen beispielsweise fehlerfrei und vollständig sind, aber nicht zugänglich, haben Sie dennoch ein Problem. Daher ist eine umfassende Behandlung aller wesentlichen Aspekte - also der Dimensionen der Information wichtig.

Stichwort "IQ-Dimensionen": Diese Qualitätseigenschaften einer Information sind gegenüber den Eigenschaften etwa eines physischen Produkts vergleichs- weise abstrakt. Kann man sie trotzdem messen und bewerten?

Andrea Piro: Ja, das ist möglich. Dabei stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung.

IQ-Dimensionen lassen sich in sogenannte "harte" und "weiche" Dimensionen unterscheiden.

Diese Kategorisierung bezieht sich darauf, ob die Dimension entweder subjektiv bewertet oder objektiv durch Prüfroutinen gemessen werden kann. Beide Vorgehensweisen führen zu einer Kennzahl, die die Qualität der Information ausdrückt.

Ein systematisches Vorgehen ist dabei natürlich immer gut. Gibt es Methoden, die beim Messen und Bewerten der Informationsqualität helfen?

Andrea Piro: Neben der oft angewandten Methode, d. h. objektive Prüfroutinen wie zum Beispiel Messungen auf dem Datenbestand, ist es empfehlenswert, sich auch an- hand von Anwenderbefragungen oder festgelegter Bewertungskriterien den einzelnen Dimensionen zu nähern.

Welche Konsequenzen hat all das für das konkrete Management von Informationsqualität im Unternehmen? Kurzum: Wer macht's?

Andrea Piro: Das ist unterschiedlich. Die Qualität von Informationen liegt in der Sender-Empfänger-Kette in einem Prozess meist an den Schnittstellen im Fokus.

Durch die notwendige Anwendersicht bei der Bewertung liegt das Management von Informationsqualität bei beiden Stellen. Bei Informationen, die man generell für ganze Prozesse oder sogar für das gesamte Unternehmen einheitlich managen kann (wie etwa Stammdaten), liegt diese Aufgabe hingegen meist bei einer zentralen Stelle.

Daneben ist das Management von Informationsqualität in Projekten zur Einführung neuer IT-Systeme eine wesentliche Aufgabe.

Als Ausblick: Messen und Bewerten der Informationsqualität ist das Eine, eine nachhaltige Qualitätssicherung und -verbesserung von Informationen das Andere. Was wäre aus Ihrer Sicht dafür erforderlich?

Andrea Piro: Aus meiner Sicht sind drei Punkte für ein nachhaltiges Management von Informationen notwendig: die klare Definition der wesentlichen Dimensionen, die Bewertung dieser Dimensionen hinsichtlich ihrer Qualität und die Entwicklungen von Maßnahmen zur Verbesserung der Informationsqualität. Auch bei der Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen ist der Bezug zur jeweiligen Dimension wichtig, um nachhaltige Ergebnisse in der Informationsverbesserung erzielen zu können.

Frau Piro, vielen Dank für das Gespräch.

Über Andrea Piro

Weßels.pngAndrea Piro (M.A.) studierte Soziologie, Politik und Medien- wissenschaften mit dem Schwerpunkt Organisationssoziologie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Bereits während ihres Studiums arbeitete sie an einem Datenqualitätsprojekt einer Bank mit. Nach dem Studienabschluss arbeitete sie sieben Jahre im Datenqualitätsmanagement einer Landesbank. Seit 2008 ist sie Corporate Data Quality Manager in einem renommierten deutschen Rückversicherungsunternehmen. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind das Prozess-Risikomanagement, das Datenqualitäts- management und das strategische Risikomanagement.

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Grundlagen, Methoden, Praxisbeispiele
Hrsg.: Andrea Piro
Hardcover+ digital, 286 Seiten
mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-86329-647-6
Preis EUR 49,00 (inkl. MwSt. und Versandkosten)
Symposion Publishing 2014
www.symposion.de

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