Dienstag, 12. Dezember 2017


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Larry Hatheway: Steigende Zinsen werden für mehr Volatilität in den Märkten sorgen

Globales Wirtschaftswachstum ist robust und belastbar / Starke Unternehmensgewinne für Europa und Schwellenländer erwartet / Geldpolitik bewegt sich weltweit in Richtung Normalisierung

Zürich, (lifePR) - Larry Hatheway, Group Head GAM Investment Solutions und Chefökonom bei GAM, kommentiert einmal im Monat die aktuelle Marktlage.

Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind zurzeit günstig - ein solches Maß an synchronisierter wirtschaftlicher Aktivität konnten wir schon lange nicht mehr beobachten. Die Wirtschaft wächst gleichermaßen in Westeuropa, den Vereinigten Staaten, Japan und in den meisten Schwellenländern. Die einzelnen Wachstumsraten sind für sich gesehen vielleicht nicht unbedingt zufriedenstellend, aber das globale Wachstum insgesamt wirkt robust und belastbar. Die stärkere Aktienperformance und ein allmählicher Anstieg der Renditen globaler Anleihen zeigen, dass Anleger diese Entwicklung bereits erkannt haben.

Die Gewinnsaison für das dritte Quartal ist nun im vollen Gange. Die Berichtsergebnisse von rund einem Drittel der börsennotierten US-Unternehmen liegen bereits vor. Der Anteil von Unternehmen, die die Analystenerwartungen übertroffen haben, ist mit rund 70 Prozent relativ hoch. Positive Impulse aus den Bereichen Energie, Baustoffe und Finanzen sowie zyklischer Werten haben die Aktienkurse gestützt. Dennoch bewegt sich das Ertragswachstum insgesamt im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Dies stellt eine Abweichung im Vergleich zum höheren Wachstum der Vorjahre dar. Der Fokus in dieser Gewinnsaison liegt daher auf Europa und den Schwellenländern, in denen eine Margenausweitung und eine verbesserte Konjunkturentwicklung ein stärkeres Gewinnwachstum bewirken dürften.

Das aktuelle Marktumfeld ist durch einen stetigen Aufwärtstrend an den globalen Aktienmärkten sowie an den festverzinslichen Anleihemärkten gekennzeichnet. Im Laufe der nächsten sechs bis zwölf Monate erwarten wir jedoch eine größere Volatilität an den Kapitalmärkten, da die Zentralbanken die Zinsen wohl allmählich anheben werden und die Inflation in den Industrieländern wieder zunimmt. Anleger sollten ihr Portfolio entsprechend anpassen. Eine Diversifikation des Portfolios mithilfe einer Kombination verschiedener Arten von Risikoprämien halten wir für ratsam. Beispiele für diversifizierte Risikoprämien sind Alpha-generierende und Long-Short-Strategien sowie Kombinationen von Mean-Reversion-Trades. Kombinierte Engagements in Währungen, Rohstoffen, Krediten und Merger-Arbitrage-Renditen sowie Aktien- und ausgewählte festverzinsliche Anlagen können robustere und besser diversifizierte Portfolios schaffen.

Wir erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) diese Woche eine Reduktion ihrer Wertpapierkäufe ankündigen wird, die wohl Anfang 2018 eingeleitet wird. Gleichermaßen dürfte sie berichten, dass das neue, reduzierte Programm zum Ankauf von Anleihen länger andauern wird als bisher angekündigt. Die EZB würde damit dem Beispiel der Federal Reserve folgen und zu einem weniger akkommodativen geldpolitischen Kurs übergehen. Die Bank of England wird voraussichtlich Anfang November über die Erhebung der Zinssätze entscheiden. Diese Maßnahme wäre aufgrund der aktuellen Inflationsrate gerechtfertigt, wird aber angesichts der unsicheren Wachstumsaussichten durch die schwierigen Brexit-Verhandlungen in Frage gestellt. Insgesamt scheint sich die globale Geldpolitik zu normalisieren. Weitere, kleinere europäische Zentralbanken werden im Laufe des nächsten Jahres voraussichtlich die gleiche Richtung einschlagen. Da die Notenbanken allmählich die nach der Finanzkrise eingeführten Maßnahmen aufheben, wird sich das Umfeld für Anleger wahrscheinlich ändern. Dies könnte zu größerer Unsicherheit, mehr Volatilität und einem Anstieg der Risikoprämien führen.

Wichtige rechtliche Hinweise Die Angaben in diesem Dokument dienen lediglich zum Zwecke der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen und Einschätzungen können sich ändern und geben die Ansicht von GAM unter den derzeitigen Konjunkturbedingungen wieder. Für die

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GAM AG

GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und -produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hongkong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt. Die Aktien von GAM (Symbol "GAM") mit Sitz in Zürich sind an der SIX Swiss Exchange notiert und Teil des Swiss Market Index Mid (SMIM). Die Gruppe verwaltet Vermögen von CHF 148,4 Milliarden* (USD 153,3 Milliarden)*.

* Quelle: GAM. Stand der Daten: 30. September 2017.

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