Kieler Woche erlebte einen perfekter Segeltag mit 52 Rennen

(lifePR) ( Lübeck, )
Das ist die Kieler Woche, wie sie sich alle Beteiligten wünschen: Große Felder auf den Bahnen, bestes Wetter und ideale Winde aus Ost mit bis zu fünf Beaufort. Zum Start der Regatten in den internatioonalen Klassen und dem olympischen Starboot bescherten die perfekten Bedingungen den rund 700 Startern einen arbeitsreichen Tag. Obwohl der erste Startschuss erst um 13 Uhr auf den acht Bahnen der Außenförde fiel, wurden bis zu drei Wettfahrten gesegelt. Insgesamt absolvierten die 15 Bootsklassen 52 Starts. Nach durchschnittlich drei Wettfahrten pro Klasse führen in acht Klassen deutsche Crews, die anderen Führungen teilen sich Dänemark (dreimal), Spanien (zweimal), Neuseeland und Ungarn.

Bei den in diesem Jahr letztmalig olympischen Starbooten sorgt eine Frau in der von Männer dominierten Klasse für Aufsehen. Barbara Beigel-Vosbury aus Annapolis/USA, Exekutiv-Direktorin der Internationalen Klassenvereinigung, zeigt, dass sie die Klasse nicht nur vom Schreibtisch aus leiten kann, sondern das Kielboot auch auf dem Wasser zu bewegen versteht. Zusammen mit Vorschoter Guy Avellon gehört die Amerikanerin (Platz drei nach drei Rennen) zu den ärgsten Verfolgern von Johannes Polgar und Markus Koy (Hamburg), die als Sparringspartner der vor Kiel abwesenden Olympia-Starter Robert Stanjek/Fritjof Kleen (Berlin) die deutschen Hoffnungen auf den Sieg tragen und nach dem ersten Tag führen.

Bei den internationalen Klassen richtet sich der Blick vieler Beobachter auf die 505er-Klasse und hier auf Rekord-Kieler-Woche-Sieger Wolfgang Hunger (Strande), der mit Julien Kleiner (München) an der Vorschot seinen 20. Erfolg auf seinem Heimatrevier anpeilt. Mit den Plätzen 2/1/1 sind sie auf Kurs. Der Olympiateilnehmer im 49er Tobias Schadewaldt (Kiel) liegt mit Martin Schöler auf Platz sechs. Im Flying Dutchman führen die Ungarn Majthenyi Szaboics/Andras Domokos vor Kilian König/Johannes Brack (Waldeck-Scheidt) und dem Kieler-Woche-Sieger im Laser Philipp Buhl mit Adalbert Netzer.

Deutsche Führungen gibt es in den beiden Katamaran-Klassen. Bei den Hobie 16 haben Knud Jansen/Anke Delius (Hohwacht) die Spitze übernommen, bei den F18 sind Jörg Gosche/Hannes Pegel (Bremen/Kiel) trotz eines Patzers ganz vorn zu finden. "Wir hatten in der zweiten Wettfahrt ein paar Baustellen an Bord, als uns ein Block abgerissen ist", berichtete der 55-jährige Steuermann, der ansonsten aber einen perfekten Segeltag erlebte, bei dem die pfeilschnellen Kats auf Geschwindigkeiten weit über 20 Knoten beschleunigten. "Wir mussten schon Druck rausnehmen, da an dem Ruder die Strömung abriss und wir drohten, einen Stecker zu fahren", so Gosche. Mit seinem 26-jährigen Partner hofft er in Abwesenheit der Seriensieger Helge und Christian Sach (Zarnekau) auf seinen fünften Kieler-Woche-Sieg: "Schade, dass die beiden nicht da sind. Wir hätten uns gern mit ihnen gemessen.

Höchstspannung in der Welle erlebte auch Contender-Segler Jan von der Bank, für den es aber gern noch etwas härter zur Sache hätte gehen können: "Das war schon klasse, aber es fehlte ein bisschen der Angstfaktor." Andere auf der Bahn, so gab er zu, hatten das allerdings anders gesehen. Besonders die Segler von den Binnenrevieren standen vor großen Herausforderungen, um ihre Einmann-Skiffs sauber über die Bahn zu bekommen. "Für die waren die Bedingungen da draußen schon eine männermordende See", sagte der Krimi-Drehbuchautor, der in seiner Klasse ganz oben auf dem Ergebnistableau steht.

Dieses Spiel von Wind und Welle hatte Wettfahrtleiter Peter Ramcke zuvor als ideal bezeichnet, denn bei zunächst 18 Knoten Wind und später etwas ruppigeren Bedingungen konnten alle 54 geplanten Starts über die Bahnen gebracht werden. "Das war ein Traumstart in die zweite Kieler-Woche-Hälfte, und wir werden wohl auch in den kommenden Tagen nicht unter Schwachwind leiden", so Ramcke.

Herausforderden war das Geschehen vor allem für die Segler in den Jugendbootklassen. So mussten auch die besten deutschen 29er, Paul Kohlhoff/Carolina Werner (Kiel), eine Kenterung verkraften, womit sie im dritten Tagesrennen einen 13. Rang kassierten. "Das war ein bisschen ärgerlich, denn wir sind vorher gut angefangen", sagte Kohlhoff. Fehler darf man sich in der aufstrebenden Klasse aber nicht mehr erlauben. "Die Felder werden immer größer und stärker", sagte Vorschoterin Caro Werner. Für das Duo, das vorerst auf Platz sieben liegt, ist die Kieler Woche die Generalprobe für zwei Weltmeisterschaften im Juli, bei denen sie gern zumindest einmal unter die Top-Fünf fahren würden. Die Führung im 29er haben derzeit die Spanier Carlos Robles/Florian Trittel vor ihren Landsleuten Marti llena Prats/Oriol Mahiques inne.

Deutsche Spitzenreiter gibt es auch noch im Folkeboot durch Ulf Kipcke (Strande), in der J24 durch die Crew um den Dänischenhagener Kai Mares, im Laser 4.7 durch Johannes Neumann (Berlin).

Aber auch internationale Crews steuern vor Kiel auf Siegkurs. In der OK-Jolle zeigt einmal mehr der Neuseeländer Greg Wilcox (Wohnsitz Berlin) seine Klasse, bei den Europes dominieren durch Matthias Livbjerg erwartungemäß die dänischen Farben das Geschehen. Seine Schwester Anna folgt auf Rang drei. Das gilt auch für die Männer im Laser Radial, wo Tobias Hemdorff an der Spitze steht. Bei den H-Booten führt die dänische Crew um Steffen Stegger. An der Spitze der 420er-Konkurrenz dominiert Spanien. Auf Rang eins und zwei liegen David Charles/Alex Charles vor Santi Mas Depares/Jaime Menescal verfolgt von Harry Koeppel/Charles Bocklet (USA).

Kieler Woche im Ergebnis:

Olympische Klasse:

Starboot (3): 1. Johannes Polgar / Markus Koy (Hamburg,1/2/1)4 Punkte; 2. Andrey Berezhnoy / Sergey Masalov (RUS,5/3/2)10; 3. Beigel-Vosbury Barbara / Guy Avellon (USA,3/1/7)11; 4. Reinhard Schmidt / Niels Hentschel (Starnberg-Percha,2/5/4)11; 5. Lars Kiewning / Stefan Paust (Berlin,4/4/3)11; 6. Philip Gordon Behn / Andreas Kaerger (Hamburg,6/10/5)21;

Internationale Klassen:

Tornado (4): 1. Roland Gaebler / Nahid Gaebler (Bremen,1/1/1/1)4 Punkte; 2. Stéphanie Rossé / Michael Gloor (SUI,2/2/2/3)9; 3. Hannes Jantke / Philip Wetzig (Salzgitter,3/3/4/4)14; 4. Henriette Gruse / Jan Weber (Hamburg,5/4/3/5)17; 5. John Ready / Martin Sedevic (GBR,12/12/12/2)38; 6. Klaus Rocholl / Sven Rausch (Möhnesee,4/12/12/12)40;

Flying Duchman (3): 1. Szabolcs Majthenyi / Andras Domokos (HUN,1/1/2)4 Punkte; 2. Kilian König / Johannes Brack (Waldeck-Scheid,2/5/1)8; 3. Philipp Buhl / Adalbert Netzer (Sonthofen,4/2/3)9; 4. Henry Koning / Rob Taal (AHO,9/4/5)18; 5. Kai Schäfers / Andreas Happich (Hamm,13/6/4)23; 6. Jiri Hruby / Roman Houdek (CZE,10/9/6)25;

505er (3): 1. Dr. Wolfgang Hunger / Julien Kleiner (Strande,2/1/1)4 Punkte; 2. Morten Bogacki / Dehne Lars (Velbert,3/4/2)9; 3. Bertrand Loyal / Laurent Nevo (FRA,4/11/10)25; 4. Edward Conrads / Brian Haines (USA,11/5/9)25; 5. Joergen Bojsen-Moeller / Jacob Bojsen-Moeller (DEN,12/7/6)25; 6. Tobias Schadewaldt / Martin Schoeler (Hamburg,21/2/4)27;

Formula 18 (3): 1. Jörg Gosche / Hannes Pegel (Bremen,1/5/1)7 Punkte; 2. Andreas John / Sven Lindstädt (Hamburg,8/1/3)12; 3. Eckart Kaphengst / Sönke Kühl (Kiel,4/2/7)13; 4. Martin Friedrichsen / Finn Heeg (Flensburg,2/12/2)16; 5. René Dr. Schwall / Chris Dr. Hartkopf (Kiel,7/9/8)24; 6. Robert Schütz / Merle Baars (Krefeld,13/6/6)25;

Hobie 16 (3): 1. Knud Jansen / Anke Delius (Kiel,2/1/3)6 Punkte; 2. Stefan Wiese-Dohse / Susanne Gehrmann (Scharbeutz,4/2/1)7; 3. Detlef Mohr / Karen Wichardt (Reinfeld,3/3/5)11; 4. Stefan Rumpf / Karen Schröder (Hamburg,1/5/6)12; 5. Chris Hancock / Kerstin Sommer (AUS,7/4/4)15; 6. Christian Diederich / Rolf Prosch (Bordesholm,10/6/2)18;

Contender (3): 1. Jan von der Bank (Eutin,2/3/3)8 Punkte; 2. Sören Dulong Andreasen (DEN,7/1/2)10; 3. Jesper Nielsen (DEN,1/4/6)11; 4. Volker Niediek (Braunschweig,3/5/5)13; 5. Andrea Bonezzi (ITA,19/2/1)22; 6. Karsten Kraus (Osdorf,4/7/16)27;

OK-Jolle (3): 1. Greg Wilcox (NZL,2/1/2)5 Punkte; 2. Thomas Hansson-Mild (SWE,1/2/3)6; 3. Joergen Lindhardtsen (DEN,3/4/5)12; 4. Gunter Arndt (Solroed Strand (DK)),8/6/1)15; 5. Nick Craig (GBR,13/3/4)20; 6. Joergen Holm (DEN,4/5/14)23;

J/24 (3): 1. Kai Mares / Nils Schröder / Tobias Peters / Tobias Feuerherdt / Jan-Marc Ulrich (Dänischenhagen,4/2/1)7 Punkte; 2. Frank Schönfeldt / Till Krüger / Nick Feuerstein / Thorsten Sperl / Finn Möller (Hamburg,1/3/8)12; 3. Manfred König / Tina Lülfing / Nils Glockow / Michael Peters / Olaf Schmidt (Hamburg,2/1/11)14; 4. Matthias Garzmann / Niklas Phillips / Kai Arendholz / Michael Skotzki / Thorsten Glabisch (Hannover,7/5/9)21; 5. Jan Kähler / Christian Carstens / Heyo Schönwaldner / Roland Böhm / Olaf Zietz (Hamburg,13/4/6)23; 6. Dirk Strelow / Daniel Wächter / Jan Broyer / Lars Schafmeister / Elmar Schmitz (Erftstadt,11/6/7)24;

Folkeboote (3): 1. Ulf Kipcke / Gero Martens / Dieter Kipcke (Neumünster,3/1/2)6 Punkte; 2. Per Joergensen / Kristian Hansen / Heines Nielsen (DEN,4/3/1)8; 3. Walther Furthmann / Paul Girolstein / Hans Christian Mrowka (Kiel,1/4/3)8; 4. Christian Thomsen / Claus Schou / Henrik Holk (DEN,2/2/11)15; 5. Henrik Kold / Flemming Kold / Jens Thurö (DEN,11/6/5)22; 6. Andreas Christiansen / Felix Christiansen / Haymo Jepsen (Hamburg,9/5/8)22;

Europe (3): 1. Mathias Livbjerg (DEN,5/5/1)11 Punkte; 2. Sylvain Notonier (FRA,9/3/3)15; 3. Anna Livbjerg (DEN,2/7/7)16; 4. Gustav Petterson (SWE,8/4/5)17; 5. Kaczmarek Marek (POL,11/2/6)19; 6. John Diedrichs (SWE,19/1/2)22;

Laser Radial open (3): 1. Tobias Hemdorff (DEN,1/1/1)3 Punkte; 2. Theodor Bauer (Malchin,2/3/3)8; 3. Maximilian Müller (Stein,5/2/4)11; 4. Timm Schöning (Brunsbüttel,8/8/2)18; 5. Nik Aaron Willim (Schleswig,4/4/16)24; 6. Magnus Simon (Hamburg,6/12/7)25;

Laser 4.7 (3): 1. Johannes Neumann (Berlin,2/2/1)5 Punkte; 2. Eric Toralf Malach (Zarrentin,3/3/2)8; 3. Michael Linder (Ingolstadt,5/1/3)9; 4. Jana Jakob (Wustermark,1/8/6)15; 5. Torben Harms (Hameln,4/9/5)18; 6. Philipp Steenbuck (Lengede,6/6/8)20;

29er (3): 1. Carlos Robles / Florian Trittel (ESP,1/1/1)3 Punkte; 2. Marti Llena Prats / Oriol Mahiques (ESP,1/1/4)6; 3. Johanna Sommarlund / Marcus Anjemark (SWE,4/2/2)8; 4. Nils Carstensen / Jan Frigge (Flensburg,2/4/4)10; 5. Ole Kuck / Niclas Kath (Lübeck,5/3/3)11; 6. Zack Downing / Andrew Cates (USA,3/6/6)15;

H-Boot (3): 1. Steffen Stegger / Carsten Pedersen / Lars Christansen (DEN,2/1/1)4 Punkte; 2. Helmut Claussen / Marc Müller / Kai Spranger (Fahrdorf,1/2/3)6; 3. Thomas Sander / Lutz Viehweger / Bernd Deertz (Menden,9/4/2)15; 4. Knut Viehweger / Burkhard Jakubeit / Rainer Kamrath (Düsseldorf,8/5/4)17; 5. Andre Schenten / Frank Kirschke / Kai Huben (Straelen,10/3/5)18; 6. Niels Soendergaard / Jesper Trolle / John Trolle (DEN,3/7/8)18;

420er (3): 1. David Charles / Alex Charles (ESP,1/1/1)3 Punkte; 2. Santi Mas Depares / Jaime Menescal (ESP,1/5/1)7; 3. Harry Koeppel / Charles Bocklet (USA,1/5/2)8; 4. Tim Fischer / Daniel Hoffmann (Mötzingen,7/1/2)10; 5. Nadja Horwitz / Francisca Fuentes (CHI,4/4/4)12; 6. Fabian Graf / Leon Probandt (Berlin,2/4/8)14.

Kieler Woche 2012, 16. bis 24. Juni

Regattatermine der Kieler Woche 2012
Olympischer Teil, ISAF Sailing World Cup: 16. - 20 Juni:

Charly: Laser Standard M
Echo: Laser Rad W, Finn
Golf: 2.4mR
Hotel: 49er
Kilo: 470er M + W

Internationaler Teil, 21. - 24. Juni

Charly: 505er, FD
Delta: Formula 18, Hobie 16
Echo: Contender, OK
Foxtrott: J 24, Folkeboot
Golf: Europe, Laser Rad. M, Laser 4.7
Hotel: 29er
Juliett: 420er
Kilo: H-Boot, Star

Seebahnen, 16. - 23. Juni:

16. - 17. Juni: Welcome Race (ORC-Club, Swan 45, X-79, Albin Ballad)
16. - 20. Juni: Kiel Cup Foxtrott (Albin Express, Platu 25, J/80, Melges 24, Laser SB3, X-99)
18. - 20. Juni: Kiel Cup Alpha (ORC-Int., IDM Inshore, Swan 45)
21. - 22. Juni: Silbernes Band (ORC-Club)
23. Juni: Senatspreis (ORC-Club)
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