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Pressemitteilung BoxID: 388924 (Sudetendeutsche Landsmannschaft Bundesverband e.V.)
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Sudetendeutsche loben Nečas-Besuch

(lifePR) (München, ) Als "großen und mutigen Schritt hin zu einem engen und guten bayerisch-tschechischen und sudetendeutsch-tschechischen Verhältnis" haben die beiden führenden Repräsentanten der Sudetendeutschen, der Sprecher der Volksgruppe Bernd Posselt MdEP und der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Franz Pany, den Bayern-Besuch des tschechischen Ministerpräsidenten Petr Nečas bezeichnet. In seiner (heutigen) Rede vor dem Bayerischen Landtag habe Nečas klare Worte gegen Vertreibung und Kollektivschuld gefunden, die Sudetendeutschen als "ehemalige Landsleute und Mitbürger" begrüßt und ihren jahrhundertelangen Beitrag zur gemeinsamen Geschichte und Kultur gewürdigt. Die Sudetendeutschen, bis zur Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg eines der beiden Völker der Böhmischen Länder und heute Vierter Stamm Bayerns, seien, so Posselt und Pany, gerne bereit, dem Angebot von Nečas zu folgen, aus der gemeinsamen Geschichte und Kultur heraus eine gemeinsame europäische Zukunft zu entwickeln und dabei, wie vom tschechischen Premier vorgeschlagen, nichts auszuklammern.

Nečas habe in staatsmännischer Tapferkeit an den ersten Versuch von Václav Havel, die Beziehungen auf der Basis der geschichtlichen Wahrheit zu erneuern, angeknüpft und diesen weiterentwickelt. Posselt und Pany würdigten insbesondere die deutliche Wahrnehmung des Schicksals der Sudetendeutschen durch den Chef der tschechischen Regierung, die Unterstützung des Museums der Deutschen der Böhmischen Länder in Aussig durch beide Ministerpräsidenten und die Schaffung eines bayerisch-tschechischen Parlamentarier-Gremiums, das Abgeordnete aller Ebenen umfassen werde, als wichtige praktische Fortschritte. Das Institutum Bohemicum im nordböhmischen Aussig und das geplante Sudetendeutsche Museum in München seien, so Posselt und Pany, Leuchtturm-Projekte der gegenseitigen Kulturbeziehungen, die nach Meinung der Landsmannschaft in ein bayerisch-tschechisches Kulturabkommen münden sollten: "Wir werden uns dort aufgrund unserer natürlichen Brückenfunktion und unserer besonderen Kenntnis beider Seiten ebenso zentral einbringen, wie in das neue Parlamentarier.

Gremium, das neue Möglichkeiten des direkten Dialoges eröffnen wird." Posselt und Pany dankten dem Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und der Landtagspräsidentin Barbara Stamm für die "vorbildlich gelebte und gerade auch bei diesem Besuch wieder eindrucksvoll demonstrierte Schirmherrschaft über die sudetendeutsche Volksgruppe". Die führenden Vertreter der Sudetendeutschen seien nicht nur in die Gestaltung und inhaltliche Vorbereitung, sondern auch bei allen wichtigen Programmpunkten des Necas-Besuches herausragend eingebunden gewesen. Posselt, Pany und Martin Kastler MdEP hatten ebenso wie die beiden Ministerpräsidenten im Konzentrationslager Dachau, wo Nečas eigens auch die sudetendeutschen Opfer würdigte, einen Kranz niedergelegt, sowie mit starken Delegationen der Volksgruppe sowohl beim offiziellen Abendessen Seehofers im Antiquarium der Resdenz als auch bei der historischen Nečas-Rede im Landtag teilgenommen. Barbara Stamm hatte in ihrer Begrüßung die Vorreiterrolle der Sudetendeutschen unter der Führung ihrer gewählten Repräsentanten bei der bayerisch-tschechischen Annäherung gewürdigt, wie dies während des Besuches auch mehrfach Ministerpräsident Seehofer und in Dachau der ehemalige KZ-Häftling Max Mannheimer taten, dem die Sudetendeutschen beim letzten Pfingsttreffen ihren Europäischen Karlspreis verliehen hatten. Posselt und Pany dankten dem Freistaat Bayern, insbesondere Ministerpräsident Seehofer und Landtagspräsidentin Stamm, dafür, daß sie "trittsicher und ohne das Risiko zu scheuen, gemeinsam mit den Sudetendeutschen den Verständigungs- und Versöhnungskurs eingeschlagen haben, der jetzt erste Früchte trägt".