Zivilgesellschaftliche Organisationen und das Stadtmuseum Berlin starten Modellprojekt zur Dekolonisierung städtischer Erinnerungskultur

(lifePR) ( Berlin, )
In Berlin wird im Januar 2020 ein fünfjähriges Kulturprojekt beginnen, das die historische Rolle Berlins als koloniale Metropole beleuchten und sich mit den problematischen Nachwirkungen dieser Geschichte bis in die heutige Zeit auseinandersetzen wird. Die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Kulturstiftung des Bundes gaben vergangene Woche bekannt, dass sie das Projekt mit dem Arbeitstitel „Postkoloniales Erinnern in der Stadt“ mit einer Gesamtsumme von drei Millionen Euro fördern werden.

Das Projekt wird in Berlin bis Ende 2024 mit Ausstellungen und Veranstaltungen intervenieren, die in unterschiedlichen Stadtbezirken die lokale Kolonialgeschichte beleuchten und nach Verbindungen zu aktuellen Ungleichheiten fragen. Jährlich wird ein Kulturfestival zu dekolonialen Perspektiven ausgerichtet. Zudem entwickelt das Projekt eine Online-Kartierung, die koloniale und postkoloniale Erinnerungsorte in Berlin, in Deutschland und in seinen ehemaligen Kolonien sowie deren Verbindungen dokumentiert.

„Postkoloniales Erinnern in der Stadt“ wird von einem Verbund aus den drei Nichtregierungsorganisationen Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V., Each One Teach One (EOTO) e.V. und Berlin Postkolonial e.V. sowie dem Stadtmuseum Berlin getragen und vom Landesnetzwerk Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER) e.V. unterstützt. Zudem ist eine enge Zusammenarbeit mit bezirklichen und städtischen Museen geplant.

„Unser Projekt hat Modellcharakter auch über Berlin hinaus“, sagt Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD). „Denn mit ihm erproben wir, wie sich Städte und ihre Museen mit ihrer Kolonialgeschichte und deren Nachwirkungen umfassend und kritisch auseinandersetzen können. Die Debatte um Dekolonisierung wird damit deutlich über das Feld der ethnologischen Museen hinaus erweitert, auf das sie derzeit konzentriert ist.“

Paul Spies, Direktor des Stadtmuseums Berlin, betont einen weiteren Aspekt, der für die Vorbildfunktion des Projekts spricht: „Dekolonisierung beginnt bei der Projektstruktur. Bei ‚Postkoloniales Erinnern in der Stadt‘ sind deshalb die Zivilgesellschaft und die Nachfahr*innen Kolonisierter eine zentrale Säule im Prozess der Aufarbeitung des Kolonialismus. Wir erhoffen uns eine Signalwirkung auch für andere Städte und Kommunen in Deutschland und europaweit.“
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