Montag, 27. Februar 2017


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Projekt ILLICID erforscht illegalen Handel mit Kulturgut in Deutschland

(lifePR) (Berlin, ) Heute fand das Kick-off-Meeting für das Forschungsprojekt ILLICID in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin mit internationaler Beteiligung statt. Im Rahmen von ILLICID sollen mittels Dunkelfeldforschung in den kommenden drei Jahren Informationen über den illegalen Handel mit Kulturgütern in Deutschland gewonnen werden. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" im Themenbereich "Zivile Sicherheit - Schutz vor organisierter Kriminalität" mit insgesamt 1,2 Mio. Euro gefördert.

France Desmarais, bei ICOM für das International Observatory on Illicit Traffic in Cultural Goods (obs-traffic.museum) zuständige Direktorin (Abteilung Programme und Partnerschaften), hob in der Sitzung die Bedeutung des Projektes hervor: "Deutschland geht hier mit hervorragendem Beispiel voran, und wir hoffen, sehr, dass andere Länder ähnlich aktiv werden. ICOM ist sehr froh, über sein International Observatory on Illicit Traffic in Cultural Goods an dem Projekt beteiligt zu sein, das uns helfen wird, angemessene Maßnahmen gegen den illegalen Handel zu ergreifen."

Prof. Dr. Sabine von Schorlemer, Vertreterin der Deutschen UNESCO-Kommission / UNESCO-Lehrstuhl für Internationale Beziehungen, TU Dresden, ergänzt: "Berichten zufolge ist Deutschland zu einem wichtigen Umschlaggebiet für den illegalen Handel mit geraubter Kunst geworden. Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Ächtung dieses Handels. Das transdisziplinär angelegte Verbundprojekt ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Kunsthandelsstandortes Deutschland und kann die führende Rolle Deutschlands im internationalen Kulturgüterschutz akzentuieren."

Hermann Parzinger, Präsident der SPK, betont: "Es sind nicht allein die mutwilligen Zerstörungen im Irak und in Syrien durch IS, die unser aller Kulturerbe vernichten, es ist auch der systematische illegale Handel. Wenn wir es nicht schaffen, den illegalen Handel mit Artefakten aus aller Welt einzudämmen, werden Plünderungen und Raubgrabungen weiterhin stattfinden, denn was verkauft werden kann, wird auch dem Boden entrissen werden. So bedroht der illegale Handel unser aller kulturelles Erbe."

Zurzeit gibt es weder belastbares Zahlenmaterial zum Umfang des illegalen Handels mit Kulturgütern in Deutschland noch leistungsfähige Verfahren zur Erhebung der entsprechenden Fakten. Vor diesem Hintergrund soll im Rahmen von ILLICID in den kommenden drei Jahren dieses Dunkelfeld genau untersucht werden um effektive Strategien zur Kriminalitätsbekämpfung zu entwickeln.

Neben der Erforschung des Dunkelfeldes "illegaler Handel" hat ILLICID auch zum Ziel, einen Praxisleitfaden mit Handlungsempfehlungen für Akteure im Bereich des Kulturgüterhandels zu entwickeln. Darüber hinaus wird eine Datenbank zur systematischen Dokumentation von legal und illegal gehandeltem Kulturgut eingerichtet, in der unter anderem verdächtige Auktionen gespeichert werden. Ermittler sollen diese Quelle in Zukunft auch mobil über eine App abrufen können.

Für das Vorhaben ist ein multidisziplinäres Forschungsdesign notwendig, das wissenschaftliche Kompetenzen aus der Empirischen Sozialwissenschaft, der Informationswissenschaft und -technologie sowie den Altertumswissenschaften verknüpft. Daher sind an dem von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT), Darmstadt, und GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Mannheim, initiierten Projekt zahlreiche weitere assoziierte Partner beteiligt: Das Auswärtige Amt, die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, das Bundeskriminalamt (BKA), das Deutsche Archäologisches Institut, der Deutsche Museumsbund e. V., die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. / UNESCO-Lehrstuhl für Internationale Beziehungen (TU Dresden), das Heidelberg Zentrum Kulturelles Erbe der Universität Heidelberg, das Hessische Landeskriminalamt, die Hochschule Harz, The International Council of Museums (ICOM), der Verband Unabhängiger Kunstsachverständiger e. V., das Zentrum für Europäische und Internationale Strafrechtsstudien der Universität Osnabrück, das Zollkriminalamt Köln und das Bundesministerium für Inneres der Republik Österreich mit dem österreichischen Bundeskriminalamt und der Sicherheitsakademie. Verbundkoordinator von ILLICID ist Prof. Dr. Markus Hilgert, Direktor des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz.

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