Sonntag, 19. August 2018


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Preisträger mit Förderpreis Medienpädagogik ausgezeichnet

Preise für Medienprojekte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vergeben

Mannheim, (lifePR) - Medien machen – dazu hatte die Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest auch in diesem Jahr wieder Schulen, Arbeitsgemeinschaften und andere Bildungsinstitutionen aufgerufen. Wie spannend, interessant und lohnend die kreative Mediengestaltung sein kann, haben die vielen Einreichungen, die die Jury auch in diesem Jahr in begeisterter Arbeit gesichtet hat, unter Beweis gestellt. An den mehr als 100 Einreichungen waren über 2000 Schülerinnen und Schüler beteiligt – ausgewählt hat die Jury sieben Projekte in unterschiedlichen Alterskategorien.

Die Siegerbeiträge zeigen: Kinder und Jugendliche können viel mehr, als Medien einfach nur konsumieren. Sie sind in der Lage, die modernen Techniken kompetent und kreativ zu nutzen und eine eigene Aussage visuell ansprechend zu präsentieren. Eine Übersicht über die ausgezeichneten Projekte finden Sie auf den folgenden Seiten.

Preisträger Wettbewerb „Medien machen 2017“

Kurzbeschreibung der Siegerprojekte

Preisträger in der Kategorie "Midi" (Kinder im Grundschulalter)

„Pause. Pause! Pause?“ – Anne Frank Gemeinschaftsschule, Karlsruhe
Laudatio: Peter Wittemann, Vorsitzender medienpädagogischer Ausschuss der LFK

Wer spielt mit mir, was sollen wir denn spielen, und warum muss ich bei Regen überhaupt ins Freie? Die Pause gehört zum Schulalltag – und in diesem Filmbeitrag wird sie kritisch reflektiert. Die Schülerinnen und Schüler der Anne Frank Gemeinschaftsschule haben die vielen Themen, die das Pausenthema aufwirft, in einen Film gepackt und dabei kreativ und aktiv auch medienpraktisch gearbeitet. Von der inhaltlichen Arbeit über die Gestaltung der Bilder bis hin zu den Audioaufnahmen waren die Kinder selbst produktiv.

„Sonnenberg News“ – Grundschule am Sonnenberg, Alsheim
Laudatio: Peter Wittemann, Vorsitzender medienpädagogischer Ausschuss der LFK

Die Sonnenberg News ist eine ganz besondere Schülerzeitung: von Kindern für Kinder gestaltet. Alle Schüler/-innen können zu „ihrer“ Zeitung beitragen, ein Angebot, das eifrig genutzt wird und die Zeitung vielfältig und abwechslungsreich aussehen lässt. Die große Beteiligung fördert zudem die schulinterne Integration, und auch das Layout der Zeitung ist ansprechend. Mit den Sonnenberg News haben alle Beteiligten am Ende ihres aktiven Medienschaffens ein nachhaltiges Produkt in der Hand: ihre eigene Zeitung, die nicht nur gelesen werden kann, sondern viel Beschäftigung bietet. Ein gelungenes Werk.

Preisträger in der Kategorie "Maxi" (Kinder und Jugendliche der Sekundarstufe I im Alter von 10 – 16 Jahren)

„Ernschtle – Crossmediale Schülerzeitung“ – Ernst-Reuter-Schule, Karlsruhe
Laudatio: Peter Wittemann, Vorsitzender medienpädagogischer Ausschuss der LFK

Facettenreich und spannend zu lesen – das „Ernschtle“ ist eine sehr gelungene Schülerzeitung, die mit viel Aufwand gestaltet ist. Da gibt es Interviews mit spannenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Fragen an Lehrerinnen oder Lehrer, die obligatorische Berichterstattung über den Alltag an der Schule und eine Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. Das Ganze wird crossmedial präsentiert, als Zeitung, aber auch auf einem eigenen YouTube Kanal und auf einem Blog.

Das „Ernschtle“ zeigt auf, wie Jugendliche zu echten Mediengestaltern werden können. Dabei sind sie in der Wahl ihrer Themen frei, können eigenen Interessen nachgehen und werden zu aktiv Medien-Partizipierenden. So ist Medienarbeit nicht nur spannend, sondern auch lehrreich. Wow!

„Medienscouts und die Gefahren im Web 2.0“ – Realschule Plus, Simmern
Laudatio: Pia Eisele, Stellvertretende Schulleiterin Rochus Realschule, Bingen

Was bei diesem Präventionsfilm über die Gefahren im Internet hervorsticht, ist die strukturierte Herangehensweise: Zuerst haben sich alle Beteiligten kritisch mit den zu vermittelnden Inhalten auseinandergesetzt, dann ein Storyboard erstellt. Dabei haben die Filmemacher/-innen sich mit der Wirkung von Perspektive und filmischen Mitteln auseinandergesetzt und sich in der Gestaltung für schöne, ungewöhnliche Perspektiven entschieden. Dann einen Film produziert, um die Zielgruppe mit einem beliebten Medium anzusprechen. Das Projekt verbindet die gestalterische Dimension der Medienkompetenzvermittlung mit der notwendigen kognitiven Reflexion und vermittelt vorbildlich, wie sich Medieneinflüsse kritisch hinterfragen lassen. Eine reife Leistung.

„Spiel mir den Film vom Buch“ – Stadtbibliothek Ludwigshafen
Laudatio: Pia Eisele, Stellvertretende Schulleiterin Rochus Realschule, Bingen

Bücher kann man nicht nur lesen – man kann sie diskutieren, anderen empfehlen oder verfilmen. Diese bekannten Methoden kombiniert die Stadtbibliothek Ludwigshafen, indem sie filmische Empfehlungen gestaltet. Junge Leser/-innen erzählen von ihrem Lieblingsbuch, zeigen ausgewählte Illustrationen und gestalten ihre Empfehlung szenisch. Oder setzen sie als Minecraft-Szenario am Computer um.

Die Stadtbibliothek Ludwigshafen zeigt sich hier mit ihrem Kooperationspartner medienundbildung.com technisch auf der Höhe der Zeit, Leseförderung erhält einen Lebensweltbezug zur Zielgruppe. Im Laufe des Filmschaffens werden Medieninhalte auf vielfältige Weise reflektiert: Die Jugendlichen setzen sich mit Literatur auseinander, prüfen Inhalte auf Filmtauglichkeit, bringen ihre eigene Perspektive medial zum Ausdruck und leisten in der Diskussion über die fertigen Empfehlungsfilme eine wichtige Anschlusskommunikation. Ein Projekt, das Lust aufs Lesen macht!

Preisträger in der Kategorie "Youngster" (Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren)

„Ellental Live TV“ – Gymnasien im Ellental, Bietigheim-Bissingen
Laudatio: Josef Karcher, Chefredaktion Hörfunk, SWR Baden-Baden

Fernsehjournalismus in der Schule ist oft ein Kampf gegen Windmühlen: Erwartet wird eine professionelle Sendung, aber Ausrüstung und Zeit sind knappe Ressourcen. Dass sich Medienarbeit trotzdem lohnt, weil sie Spaß macht und weil die Ergebnisse beeindrucken, das beweist die Medien-AG der Gymnasien im Ellental. Das Besondere hier: Es wird live gesendet, und die Sendung überzeugt. Die Inhalte sind interessant und haben ein breites Spektrum, die technische Umsetzung ist gelungen, und eine Präsentation der Sendung vor Publikum hat auch für eine gute Anschlusskommunikation gesorgt. Alle Beteiligten haben hervorragende Arbeit geleistet und im Projektverlauf eine ganze Menge gelernt.

„Filmprojekt Nachsorgeverbund“ – St. Ursula Schulen Hildastraße, Freiburg
Laudatio: Josef Karcher, Chefredaktion Hörfunk, SWR Baden-Baden

Jugendliche, die sich an ein Filmprojekt über die Nachsorge bei Suchterkrankungen wagen, müssen über das eigene Medienschaffen hinaus weitere Themenfelder reflektieren: Wie drückt man filmisch aus, worauf es ankommt? Und wie zeigt man sich einfühlsam, ohne zu beschönigen oder zu kompromittieren? Der entstandene Film erweitert den Horizont der Jugendlichen und lädt zur Reflexion ein. Das gelingt auch deshalb, weil die filmischen Einstellungen interessant sind und das Bildmaterial gut ausgewählt wurde. Darüber hinaus überzeugt der Film auch hinsichtlich Bild- und Tonqualität.

Die Jury befindet: In diesem Projekt steckt besonders viel Reflexion, über ein schwieriges Thema, aber auch über bewusste Mediengestaltung. Entstanden ist ein inhaltlich dichter Film zu einem wichtigen, aber oft vernachlässigtem Thema. Aus diesem Grund haben sich die Schülerinnen und Schüler der St. Ursula-Schulen unseren Preis im Wettbewerb „Medien machen“ ehrlich verdient. Herzlichen Glückwunsch!

Besondere Erwähnung

„Sprechende Bilder“ – Nikolaus-Kopernikus Realschule und Sozialarbeit Hügelsheim, Baden-Württemberg
Laudatio: Birgit Hock, Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest

Kinderzeichnungen, mit Wasserfarben angefertigt – die Assoziationen, die sich unmittelbar in den Kopf drängen, sind hell und bunt. Auch diese „Sprechenden Bilder“ sind zunächst einmal bunt. Es ist der zweite Blick, der dieses Projekt so besonders macht: Da gibt es einen Jungen, der blutet, Menschen, die im Meer ertrinken, eine Kalashnikow – diese Kinderzeichnungen deuten nur an, welch großes Leid geschehen ist und erlebt wurde. Viele Worte braucht es nicht, dafür aber ein genaues Hinschauen, einen zweiten Blick. Einen zweiten Blick, den man sich nicht nur für diese Bilder wünscht, sondern für das gesamte Geschehen in unserer Gesellschaft.

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