Deutsche Erfolge beim EU-Wettbewerb 2014 in Warschau

Jugend forscht Bundessieger erringen zwei Preise beim 26. European Union Contest for Young Scientists

(lifePR) ( Hamburg, )
EU-Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler hat das deutsche Team einen dritten Preis und einen Sonderpreis gewonnen. Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen European Union Contest for Young Scientists wurden heute in Warschau ausgezeichnet. Vier Monate nach dem 49. Bundeswettbewerb behaupteten sich die sechs angetretenen Jugend forscht Bundessieger in der polnischen Hauptstadt gegen starke Konkurrenz aus 36 Ländern. Die feierliche Preisverleihung in der Universität Warschau war Höhepunkt des europäischen Wettbewerbs, bei dem die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Preisen im Gesamtwert von mehr als 50.000 Euro sowie Studienreisen und Forschungspraktika geehrt wurden.

Philipp Mandler (18) aus Edermünde, Anselm Dewald (19) aus Kassel und Robin Braun (18) aus Baunatal gewannen einen der drei mit jeweils 3.500 Euro dotierten dritten Preise. Die Jungforscher präsentierten ihren sechsbeinigen Aufklärungsroboter. Derartige Roboter können zum Beispiel eingestürzte Gebäude erkunden und von dort Echtzeitbilder senden - eine wichtige Entscheidungshilfe für Einsatzkräfte in Katastrophengebieten. Genau für diesen Zweck konstruierten und programmierten die drei Jungforscher einen speziellen Laufroboter, der sich über ein Smartphone steuern lässt. "Hexapod" ist beweglicher und kompakter als vergleichbare Systeme. Selbst Treppenstufen und enge Zugänge vermag das Bewegungstalent zu bewältigen. Sollte der Aufklärungsroboter beim Einsatz eines seiner Beine verlieren, so bewegt er sich dennoch sicher auch auf unbekanntem Terrain. Beim 49. Bundeswettbewerb hatte dieses Projekt den Bundessieg im Fachgebiet Technik gewonnen.

Erfolgreich waren auch Adrian Huck (19), Daniel Heid (19) und Rafael Quadbeck (17) aus dem baden-württembergischen Gegenbach. Die Bundessieger gewannen als Sonderpreis einen einwöchigen Forschungsaufenthalt am Joint Research Centre in Ispra, Italien. Sie überzeugten die Jury mit ihrer Untersuchung schwefeloxidierender Bakterien zur sensorgesteuerten Biogasentschwefelung. Wenn aus Gülle und Energiepflanzen im Gärbehälter Biogas entsteht, enthält dieses immer einen geringen Anteil Schwefelwasserstoff. Da dieser jedoch giftig ist und Gasmotoren angreift, muss der Schwefelwasserstoff extrahiert werden. Die dafür herkömmlich eingesetzten Verfahren sind allerdings teuer und aufwendig. Daher testeten die drei Jungforscher die Entschwefelung mit speziellen Thiothrix sp.-Bakterien. Die Mikroorganismen können hohe wie auch niedrige Schwefelwasserstoffkonzentrationen abbauen - unter dem Mikroskop sind die Schwefeleinschlüsse in den Zellen sogar erkennbar. Beim 49. Bundesfinale war dieses Biologie-Projekt mit dem Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung für die beste interdisziplinäre Arbeit ausgezeichnet worden.

"Ich freue mich sehr über das erfolgreiche Abschneiden unserer Bundessieger", sagt Dr. Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. "Der EU-Wettbewerb ist eine wichtige Veranstaltung zur Förderung des europaweiten Dialogs junger Talente im MINT-Bereich."

Der European Union Contest for Young Scientists wird von der Europäischen Kommission veranstaltet. In diesem Jahr gingen 119 Jungforscherinnen und Jungforscher in zehn Wettbewerbsdisziplinen an den Start.
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