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Pressemitteilung BoxID: 683244 (Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten)
  • Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
  • Heinrich-Grüber-Platz
  • 16515 Oranienburg
  • http://www.stiftung-bg.de
  • Ansprechpartner
  • Horst Seferens
  • +49 (3301) 8109-20

Werkstattausstellung in der Gedenkstätte Sachsenhausen präsentiert neue Sammlungsobjekte zur Geschichte des sowjetischen Speziallagers

(lifePR) (Oranienburg, ) Am Sonntag, 26. November 2017, wird in der Gedenkstätte Sachsenhausen die Werkstattausstellung „Sowjetisches Speziallager Nr. 7 / Nr. 1 in Sachsenhausen. Haftalltag und Erinnerung“ eröffnet. Sie präsentiert Sammlungsobjekte aus Nachlässen ehemaliger Speziallagerhäftlinge, die in den letzten Jahren an die Gedenkstätte Sachsenhausen übergeben wurden. Im Rahmen der Eröffnung wird Leonore Bellotti, die von 1947 bis 1950 zusammen mit ihrer Mutter und ihrem späteren Ehemann im sowjetischen Speziallager in Sachsenhausen inhaftiert war, zu den Anwesenden sprechen. Sie hat der Gedenkstätte 2016 zahlreiche Erinnerungsstücke aus dem, Lager übergeben, die in der Ausstellung zu sehen sein werden.

Neben der Geschichte von Leonore Bellotti werden 15 weitere Biografien im Kontext von insgesamt 30 Objekten dargestellt. Gezeigt werden zum Beispiel ein selbstgefertigtes Schachspiel, ein Liederbuch, eine aus Draht gefertigte Nähnadel oder in der Tischlerei des Lagers heimlich hergestellte Holzkästchen. Die erstmals öffentlich gezeigten Exponate veranschaulichen zum einen die Breite und Vielfalt von Nachlässen ehemaliger Speziallagerhäftlinge in den Sammlungen der Gedenkstätte. Zum anderen spiegeln sie die unterschiedlichen Verhaftungsgründe wider, die ins sowjetische Nachkriegslager in Sachsenhausen führten, sowie den von Hunger, Entbehrungen und Untätigkeit geprägten Alltag der Häftlinge. Die Ausstellung widmet sich auch der individuellen Erinnerung und Verarbeitung der Hafterfahrungen.

Der sowjetische Geheimdienst NKWD inhaftierte im Speziallager Sachsenhausen zwischen Sommer 1945 und der Auflösung des Lagers im Frühjahr 1950 rund 60.000 Menschen, von denen 12.000 an Hunger und Krankheiten starben. Im Lager waren vorwiegend untere Funktionäre des NS-Regimes, aber auch Mitarbeiter aus Verwaltung, Polizei, Justiz und Wirtschaft sowie SS-Personal aus den Konzentrationslagern inhaftiert. Unter den Häftlingen befanden sich außerdem politisch Missliebige und willkürlich Verhaftete sowie von sowjetischen Militärtribunalen Verurteilte.

Sonntag, 26. November 2017, 14:00 Uhr
Eröffnung der Werkstattausstellung „Sowjetisches Speziallager Nr. 7 / Nr. 1 in Sachsenhausen. Haftalltag und Erinnerung“
Ort: Foyer des Veranstaltungsraumes in der ehem. Häftlingswäscherei

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

Information: www.stiftung-bg.de