Freitag, 24. Februar 2017


  • Pressemitteilung BoxID 139161

Kinderwagenverbot für Rolltreppen durch neue EU-Norm

MVG-Chef Herbert König zur aktuellen Diskussion in den Medien

(lifePR) (München, ) "Um es nochmals klarzustellen: Wir wurden von dieser neuen Norm genauso überrascht, wir haben sie nicht gewollt und ich halte sie für ausgemachten Blödsinn. Rolltreppen wurden und werden installiert, um gerade Personengruppen, die sich mit der Benutzung von Festtreppen schwer tun, die Überwindung von Höhenunterschieden zu erleichtern. Dass Frauen und Männer mit Kinderwagen zu diesen Personengruppen gehören, dürfte unstrittig sein. Rolltreppen zu U-Bahnanlagen sind weltweiter Standard, in älteren Systemen zum Teil seit vielen Jahrzehnten. Wir sind stolz darauf, dass wir in München mit derzeit 761 Rolltreppen einen besonders hohen Standard bieten. Diese nun Frauen und Männern mit Kinderwagen vorzuenthalten, widerspricht absolut unserem Verständnis von gutem Service und guter Zugänglichkeit unserer U-Bahn für alle.

Natürlich können auf einer Rolltreppe Unfälle passieren. Die gab es auch schon - allerdings ist uns in München kein Fall mit einem Kinderwagen erinnerlich. Restrisiken gibt es immer; sie völlig ausschließen zu können, ist Selbstbetrug. Wer ein Kind im Kinderwagen befördert, weiß um seine besondere Sorgfaltspflicht; das gilt ja nicht nur auf Rolltreppen. Sicherlich ist das Unfallrisiko bei Benutzung eines Aufzuges noch geringer. Nicht jeder will aber Aufzug fahren und natürlich können wir - trotz intensiver Wartung - auch nicht eine hundertprozentige Verfügbarkeit garantieren (zumal leider mutwillig herbeigeführte Störungen eine häufige Ausfallursache sind). Fakt ist daher: Bei einem Verbot der Rolltreppennutzung mit Kinderwagen werden viele auf die Festtreppen ausweichen. Ich frage mich aber, ob das Risiko eines Unfalls mit Kinderwagen auf der Festtreppe nicht deutlich höher ist als auf der Rolltreppe. Mit Sicherheit höher ist jedenfalls das Risiko beim Überqueren von Straßen. Soll das demnächst ebenfalls durch eine EU-Norm untersagt werden?

Die neue Norm gilt zunächst nur für ab 1. Januar 2010 neu zugelassene Rolltreppen; allerdings haben die Hauptinitiatoren, nämlich die Hersteller, schon angekündigt, dass im nächsten Schritt auch die Norm für bestehende Anlagen entsprechend geändert werden soll. Die MVG wird bis auf weiteres das Verbotspiktogramm nicht anbringen und abwarten, ob die Zulassung neuer Rolltreppen im Laufe des Jahres 2010 tatsächlich daran scheitern sollte. Wir werden darüber hinaus jede Initiative, diese Überregulierung nochmals auf den Prüfstand zu stellen, unterstützen."

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Unterhaltsvorschussgesetz: Bei Hartz IV wirkungslos

, Familie & Kind, Deutscher Schutzverband gegen Diskriminierung e.V.

Ab dem 1. Juli können Kinder von Alleinerziehenden für längere Zeit Unterhaltsvorschuss erhalten. Auch die Altersgrenze für den möglichen Bezug...

Tipps für den Schulranzenkauf

, Familie & Kind, mso - medienservice online

Viele ABC-Schützen können es schon jetzt nicht mehr erwarten, dass es im September endlich in die Schule geht. Doch beim Kauf des passenden Schulranzens...

Babymoon im Kuschelhotel

, Familie & Kind, Seewirt Mattsee

Als Babymoon bezeichnet man seit Kurzem einen erholsamen Urlaub während der Schwangerschaft. Da es sich – vor allem bei der ersten Schwangerschaft...

Disclaimer