Ferien, die schlau machen: das Projekt "Endspurt" bietet Grundschülern eine intensive Sprachförderung

(lifePR) ( Offenbach, )
"Der oder das Teppich"? Cindy und Jan sind sich nicht sicher, welcher Artikel richtig ist. Nach einer kurzen Diskussion sind sie sich schließlich doch einig: "der Teppich" muss es richtig lauten. Zusammen mit 23 weiteren Offenbacher Grundschülern sind die beiden Drittklässler für eine Woche beim "Endspurt" des Deutschsommers im Schullandheim "Wegscheide", um die Hürden der deutschen Sprache besser kennen und souverän umschiffen zu lernen.

Zum zweiten Mal nehmen Grundschüler aus Offenbach an dem Sprachförderprogramm teil, das die Kenntnisse des Deutschsommers auffrischen und vertiefen soll. Diesem einwöchigen Aufenthalt in Bad Orb, dem sogenannten "Endspurt", gingen drei Wochen intensives Sprachtraining während der Sommerferien voraus. "Die Kinder treffen auf bekannte Gesichter", erläutert Projektkoordinatorin Waltraud Klopf, schließlich kannten sie die Betreuer bereits aus dem Sommer. Jeweils eine Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache (DAZ) sowie ein Theater- und Sozialpädagoge kümmerten sich in den Sommerferien um die Kinder. Doch während DAZ-Kräfte und Theaterpädagogen nur während der Lehreinheiten in der Jugendherberge in Büdingen waren, sind sie beim "Endspurt" durchgängig vor Ort. Ein sogenanntes "Tridem" betreut Gruppen mit maximal 15 Kindern rund um die Uhr. "Das entlastete die Sozialarbeiter, die sich sonst alleine um organisatorische und emotionale Belange kümmern", meint Hajo Köppen, der das Projekt als Fachberater für Sozialarbeiter begleitet. Zudem mache dies eine intensivere Sprachförderung möglich, da die Kinder bei allen Aktivitäten ihre Kompetenzen stärken können. Ob beim Tischdienst, beim Spielen oder beim gemeinsamen Essen: "Akkusativ und Dativ sind immer dabei", erklärt Köppen schmunzelnd. Daher wird aus einem einfachen Satz wie "Ich schmiere die Butter auf mein Brötchen" nebenbei auch eine Lehreinheit über Subjekt, Prädikat und Objekt.

Das Angebot geht jedoch weit über die Förderung der Sprachkompetenz hinaus, denn neben den Unterrichtseinheiten und der gemeinsamen Lektüre des Märchens "Von der Fee, die Feuer speien konnte" von Franz Führmann und Jacky Gleich steht Theaterspielen auf dem Programm. Den Rollenspielen kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu: denn die gemeinsame Entwicklung unterschiedlicher Szenen und deren Darstellung verhelfe den Kindern zu einem anderen Auftreten. Zudem ließe das Theaterspielen ihnen Raum, die eigene Identität und eigene Erfahrungen mit einzubringen, erläutert Köppen, " immerhin sind Kinder aus 15 Herkunftsnationen vertreten."

Entsprechend positiv sei schon nach dem ersten Deutschsommer die Bilanz ausgefallen, berichtet Waltraud Klopf. Sowohl Eltern als auch Schulen hätten eine gute Rückmeldung und damit dem Projekt auch mehr Schub gegeben: denn bis auf zwei sind alle Grundschulen in der Stadt Offenbach beim Endspurt dabei, von 47 Kindern aus den Sommerferien sind 25 jetzt mit auf der "Wegscheide". "Im zweiten Jahr gibt es mehr Vertrauen in das Projekt, auch die Eltern haben gesehen, dass ihre Kinder von dem Angebot profitieren und können besser loslassen".

Vor allem den Übergang von der dritten in die vierten Klasse haben die Organisatoren des Deutschsommers im Blick, denn "das ist eine wichtige Zeit für den weiteren schulischen Erfolg", weiß Klopf. Das Projekt sei zwar aufwändig und teuer, aber um Erfolg zu haben, sei Qualität schließlich unerlässlich, meint die Projektkoordinatorin.

Noch wird der Deutschsommer vom Kultusministerium, der Dr. Marschner Stiftung und der Stadt Offenbach zu gleichen Teilen in Höhe von 30.000 EURO getragen. Außerdem unterstützen die vhs, das Staatliche Schulamt und die Jugendherbergen das Sprachförderprogramm. Für das kommende Jahr allerdings hat das Kulturministerium bereits eine Reduzierung seines Beitrags angekündigt, wie sich dies in der konkreten Umsetzung auswirkt, ist noch unklar.

"Das Konzept ist wie für Offenbach gemacht", daher möchte Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß den Deutschsommer gerne verstätigen. Denn von den rund 1200 Grundschülern eines Jahrgangs in der Stadt hätten viele einen besonderen Förderbedarf, um den Anschluss nicht zu verlieren: "Vielfach scheitern die Kinder am Verständnis einer Textaufgabe, die sie eigentlich gut lösen könnten".

In Anbetracht der Ankündigung des Kultusministeriums und der angespannten Haushaltslage der Stadt Offenbach muss nun geprüft werden, ob zukünftig auf den "Endspurt" verzichtet wird oder weniger Kinder teilnehmen können. Aber für 2012 sind sowohl Deutschsommer als auch Endspurt gesichert.
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