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Premieren beim Brechtfestival Augsburg 2013

(lifePR) (Augsburg, ) Das Brechtfestival 2013 wartet mit vier Schauspiel-Premieren auf: der Neuinszenierung des "Baal" mit Thomas Thieme, der Uraufführung von Sebastian Seidels Stück "Enemy Alien Brecht", der Neuinszenierung des Schauspiels "Im Dickicht der Städte" sowie der Uraufführung von Brechts Erstlingsdrama "Die Bibel".

Die Neuinszenierung des "Baal" von und mit Thomas Thieme steht am 3. Februar um 20 Uhr im Theater Augsburg, Großes Haus auf dem Programm. Bereits 1991 hat Thomas Thieme den "Baal" am Wiener Burgtheater gespielt. 2001 hat er das Stück am Deutschen Nationaltheater Weimar inszeniert. Für das Brechtfestival 2013 hat sich Thomas Thieme die fünf Fassungen des "Baal" erneut vorgenommen und untersucht, geleitet von den Fragen, ob man die Änderungen, Zuspitzungen oder Verharmlosungen, die das Stück in den unterschiedlichen Bearbeitungsstufen durchlaufen hat, erlebbar machen kann. Lässt sich sinnlich erfahrbar machen, was Brecht bei diesen Bearbeitungen durch den Kopf ging? Thomas Thieme wird den "Baal" selbst spielen und sein Sohn Arthur Thieme den Rhythmus des Abends mit der Bassgitarre bestimmen.

Im Sensemble Theater wird am 4. Februar um 19.30 Uhr das neue Stück von Sebastian Seidel gespielt: "Enemy Alien Brecht" mit den special guests Kurt Idrizovic und Jan Knopf. Ob Brecht Kommunist war oder nicht, ob er der bessere Dramatiker oder Lyriker war, bis hin zur Debatte über Kosten und Auslastungszahlen der Brechtfestivals: Diese Fragen sind Dauerbrenner in der Brecht-Rezeption. Muss Brecht nicht auch für seine Nachwirkung zur Verantwortung gezogen werden, die untrennbar mit seinem Werk verbunden ist und immer politischen Charakter hatte? "Enemy Alien Brecht" zeigt Brecht als Figur, die sich eindeutigen Zuschreibungen und Verdächtigungsgeflechten immer wieder aufs Neue entzieht.

Das Schauspiel "Im Dickicht der Städte" feiert am 7. Februar um 19.30 Uhr in der Brechtbühne des Theaters Premiere. "Ich wollte bloß etwas so Dramatisches wie die Räuber schreiben", sagte Brecht über dieses Stück. Entstanden ist ein wildes, genialisches und irritierendes Werk, das die preisgekrönte israelische Regisseurin Ofira Henig für das Brechtfestival 2013 neu inszeniert hat. Sie war langjährige Leiterin des Khan Theaters in Jerusalem sowie des Theaters in Herzliya. Vor allem die Frage nach der politischen Verantwortung des Künstlers hat Ofira Henigs Arbeiten geprägt.

Hundert Jahre nach dessen Erstveröffentlichung wird Brechts Erstlingsdrama "Die Bibel" anlässlich des Brechtfestivals 2013 uraufgeführt: am 8. Februar um 17.30 Uhr in der Barfüßerkirche. Regie führt Johanna Schall, Brechts Enkelin. Brecht entwarf sein erstes Stück in seinem Tagebuch von 1913 und arbeitete den Text für die von ihm herausgegebene Schülerzeitschrift "Die Ernte" aus, die im Januar 1914 erschien. Im Zentrum des Stückes stehen Fragen, die auch für Brechts spätere Werke leitend waren: Inwieweit ist das individuelle Schicksal mit dem gesamtgesellschaftlichen verknüpft? Ist der Mensch gut, der sich kompromisslos an seinen Glauben hält oder derjenige, der im Sinne des Gemeinwohls handelt?

Nähere Informationen zum Programm unter: www.brechtfestival.de

Das Brechtfestival Augsburg (01. - 10.02.2013) wird veranstaltet von der Stadt Augsburg, Kulturreferat / Büro Brechtfestival, in Kooperation mit dem Theater Augsburg. Mit freundlicher Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Stadtsparkasse Augsburg, den Stadtwerken Augsburg sowie weiterer Förderer und Sponsoren.
www.brechtfestival.de