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Pressemitteilung BoxID: 684016 (Staatsoper im Schiller Theater)
  • Staatsoper im Schiller Theater
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8. Dezember: Nach 54 Jahren gibt es erstmals wieder eine Neuproduktion von Engelbert Humperdincks »Hänsel und Gretel« an der Staatsoper Unter den Linden - in einer Inszenierung von Achim Freyer und unter der musikalischen Leitung von Sebastian Weigle

(lifePR) (Berlin, ) Am 8. Dezember steht mit Engelbert Humperdincks Märchenspiel in drei Bildern »Hänsel und Gretel« in der Regie von Achim Freyer die zweite Premiere der Spielzeit an der Staatsoper Unter den Linden auf dem Programm. Die musikalische Leitung der Staatskapelle Berlin übernimmt Sebastian Weigle. In den Titelpartien sind Katrin Wundsam und Elsa Dreisig zu erleben. Die letzte Neuproduktion von »Hänsel und Gretel«, eine Inszenierung von Erich-Alexander Winds, feierte am 23. November 1963 Premiere an der Staatsoper Unter den Linden. Die 234. und letzte Vorstellung fand 33 Jahre später am 23. Dezember 1996 statt – seitdem wurde das Stück an der Staatsoper nicht mehr aufgeführt.

Humperdincks Werk überführt das bekannte Märchen in eine humorvolle Erzählung, die auch dank ihres kompositorischen Tiefgangs weit über die Ansprüche einer einfachen Kinderoper hinaus geht. Mit großer Poesie thematisiert sie die Ängste und Wünsche einer in ärmlichen Verhältnissen lebenden Familie, deren jüngste Mitglieder den Verlockungen der bösen Hexe widerstehen. Ein Stoff, der für den großen Künstler Achim Freyer geradezu wie gemacht scheint: In seiner kunstvoll-bunten Inszenierung für alle Altersklassen zeichnet er phantasiereich und mit Humor die Charaktere nach – nicht ohne darin auch Querverweise für die Erwachsenen zu verstecken und u. a. die Verführung von Kindern zum Konsum durch weltumspannende Konzerne zu thematisieren.

Achim Freyer ist Maler, Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner. Als Schauspielregisseur arbeitete Achim Freyer u. a. am Berliner Schlossparktheater, am Schiller Theater, am Berliner Ensemble sowie am Wiener Burgtheater. 1988 gründete er das Freyer-Ensemble, mit dem er eine vollkommen eigenständige Theatersprache entwickelte und zahlreiche eigene Stücke realisierte. Operninszenierungen führten ihn u. a. nach München, Basel, Amsterdam, Wien, Berlin, Paris, Salzburg, Venedig und Los Angeles. Für das Bühnenbild zur Uraufführung von Lucia Ronchettis »Esame di mezzanotte« erhielt Achim Freyer 2016 den Theaterpreis DER FAUST. Darüber hinaus wurden ihm u. a. der Nestroy Theaterpreis, der Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Mit seinem bildnerischen Werk ist er regelmäßig auf internationalen Ausstellungen vertreten, dazu zählten u. a. die documenta 6 und 8 in Kassel. An der Staatsoper Unter den Linden führte Achim Freyer u. a. 2008 Regie bei Peter Tschaikowskys »Eugen Onegin« sowie 2012 bei »Rappresentatione di Anima et di Corpo« von Emilio de’ Cavalieri. Bei der Inszenierung von »Il barbiere di Siviglia« von Ruth Berghaus, die 1968 Premiere an der Staatsoper feierte, bis heute auf dem Spielplan steht und im April 2018 wieder aufgenommen wird, zeichnete Achim Freyer für das genial-einfache Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich. Auch bei der Neuproduktion von »Hänsel und Gretel« ist Achim Freyer nicht nur als Regisseur, sondern auch für das Bühnenbild und die Kostüme verantwortlich.

Sebastian Weigle studierte Horn, Klavier und Dirigieren an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. 1982 wurde er zum 1. Solohornisten der Staatskapelle Berlin ernannt. Nach 15 Jahren als Orchestermitglied war er von 1997 bis 2002 Staatskapellmeister an der Berliner Staatsoper. Von 2004 bis 2009 war er als Chefdirigent am Gran Teatre del Liceu in Barcelona tätig. Bei den Bayreuther Festspielen dirigierte er von 2007 bis 2012 jeden Sommer »Die Meistersinger von Nürnberg«. Nach mehreren erfolgreichen Produktionen an der Oper Frankfurt wurde Sebastian Weigle mit Beginn der Spielzeit 2008/09 dort zum Generalmusikdirektor berufen. Zahlreiche Engagements führten ihn u. a. an die Opernhäuser von Berlin, München, Dresden, Hamburg, Zürich, Mannheim, die Wiener Volksoper, an die New Yorker Metropolitan Opera sowie zu den Bayreuther Festspielen. An der Staatsoper Unter den Linden dirigierte Sebastian Weigle zuletzt 2015 die Premiere von »Der Freischütz« in der Regie von Michael Thalheimer.

Die Rolle des Hänsel übernimmt die österreichische Mezzosopranistin Katrin Wundsam, als Gretel ist Elsa Dreisig zu erleben, die seit dieser Spielzeit fest zum Ensemble der Staatsoper Unter den Linden gehört und in der Saisoneröffnungspremiere »Zum Augenblicke verweile doch! Szenen aus Goethes Faust« als Gretchen auf der Bühne stand. Zum weiteren Ensemble zählen in wechselnder Besetzung  Natalia Skrycka, Evelin Novak sowie Roman Trekel, Arttu Kataja, Marina Prudenskaya, Anna Samuil, Jürgen Sacher, Stephan Rügamer, Corinna Scheurle und Sarah Aristidou. Es singt darüber hinaus der Kinderchor der Staatsoper Unter den Linden (Einstudierung: Vinzenz Weissenburger).

Zur Einstimmung auf die Premiere findet am Sonntag, den 26. November um 11 Uhr im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden ein Künstlergespräch statt – mit Achim Freyer, Sebastian Weigle und Elena Garcia Fernandez (Dramaturgie). Katrin Wundsam und Elsa Dreisig werden einen musikalischen Einblick in das Werk geben, begleitet von Pianist Markus Appelt. Die Matinee wird moderiert von der Dramaturgin Larissa Wieczorek. Der Eintritt ist frei.

Am 16. Dezember veranstaltet die Junge Staatsoper um 14 Uhr anlässlich der Premiere einen Familienworkshop, bei dem sich Kinder von 8 bis 14 Jahren und ihre Eltern (bzw. Großeltern oder Paten) gemeinsam auf den Besuch einer Vorstellung vorbereiten können. Am 23. und 29. Dezember finden jeweils um 15 Uhr zwei Familienvorstellungen von »Hänsel und Gretel« statt, bei denen Kinder und junge Erwachsene unter 18 Jahren auf allen Plätzen nur 10 Euro zahlen, für die Eltern gilt der Originalpreis.