Heiße Nadel gegen Knoten

4 Fragen an den Experten zum Thema Thermoablation

(lifePR) ( Köln, )
Etwa ein Viertel der Deutschen leidet unter einem oder mehreren Knoten an der Schilddrüse. Das schmetterlingsförmige Organ liegt im vorderen Teil des Halses und bildet Hormone, die den Grundumsatz des Körpers steigern und dafür sorgen, dass alle Körperzellen intensiver arbeiten. Aufgrund von Jodmangel oder als Folge einer Zyste oder Entzündung kann es sich vergrößern und einen sogenannten Knoten bilden. Jedoch nur fünf Prozent von ihnen lassen sich als bösartig kategorisieren. Führen Schilddrüsenknoten bei den Betroffenen jedoch zu Beschwerden, besteht die Möglichkeit, sie durch die sogenannte Thermoablation zu behandeln. Prof. Stephan Schneider, Chefarzt der Inneren Medizin II, Endokrinologie und Diabetologie im St. Vinzenz-Hospital Köln, beantwortet 4 Fragen zu dieser Methode.


Was versteht man unter der Thermoablation?


„Unter den Begriff Thermoablation fallen alle Verfahren, bei denen Gewebe durch Hitze zerstört wird. Neben Schilddrüsenknoten findet dieses Verfahren auch bei Lebertumoren Anwendung. Eine Form der Thermoablation stellt dabei die Mikrowellenablation dar. Nach örtlicher Betäubung führt der Mediziner eine Spezialnadel in das betroffene Gewebe ein. Diese wird für mehrere Minuten elektrisch aufgeladen und es entsteht ganz punktuell Hitze, die wiederum Zellen schädigt und sie zum Absterben bringt. Die gesunden Zellen bleiben durch Wasserkühlung verschont. Über Monate baut das körpereigene Immunsystem die toten Zellen selbst ab und der Knoten schrumpft mit der Zeit sichtbar.“


Wie schnell stellt sich ein Erfolg ein?


„Aufgrund der besonders schonenden Methode können Patienten meistens bereits am nächsten Tag die Klinik verlassen. Studien zeigen außerdem, dass sich die Größe des Knotens in den meisten Fällen schon nach drei Monaten um ein Drittel verringert. Nach einem Jahr hat das körpereigene Immunsystem den Knoten dann bereits um 90 Prozent verkleinert.“


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es noch?


„Mediziner haben bei der Behandlung die Wahl zwischen der medikamentösen Therapie, der Radiojodtherapie sowie Operationen am Organ. Bei der medikamentösen Behandlung kommen häufig künstlich hergestellte Hormone zum Einsatz, damit die Schilddrüse wieder im Gleichgewicht arbeiten kann. Einige Patienten leiden allerdings unter Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen und Magen-Darm-Beschwerden. Wenden Ärzte die Radiojodtherapie an, erhalten Patienten eine sehr geringe Menge an radioaktivem Jod in Tablettenform. Radioaktive Betastrahlen gelangen durch das Jod in die Schilddrüse und schädigen so das überschüssige Gewebe. Aufgrund der Strahlenschutzverordnung müssen Patienten danach jedoch zwei bis sechs Tage in stationärer Behandlung bleiben. Liegt der Verdacht auf einen Tumor vor, erfolgen häufig Operationen an der Schilddrüse. Diese bergen neben der Gefahr einer Infektion jedoch auch das Risiko einer Schädigung des Stimmbandnervs.“


Für wen ist das Verfahren geeignet und welche Vorteile hat es?


„Sofern eine Operation des Knotens nicht zwingend notwendig ist, empfiehlt sich die Methode für die meisten Patienten. Da es sich bei der Behandlung um eine minimalinvasive Methodik handelt, führen Mediziner lediglich eine lokale Betäubung der entsprechenden Region durch. So liegt eine eher geringe Komplikationsrate bei gleichzeitig sehr hoher Erfolgsquote vor. Darüber hinaus besteht nur ein geringes Risiko einer großen und sichtbaren Narbe und die Funktion der Schilddrüse bleibt erhalten.“

Weitere Informationen unter www.vinzenz-hospital.de
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