Bautätigkeit lässt im Frühjahr etwas nach

Arbeitsvolumen sinkt im Mai

(lifePR) ( Wiesbaden, )
Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft an SOKA-BAU übermittelten Beitragsmeldungen1 hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im Mai saisonbereinigt2 gegenüber dem Vormonat um 1,2 % gesunken ist. Auch die Bruttolohnsumme gab nach, während die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer nur leicht zurückging (vgl. Tabelle 1). Dies dürfte auch an der positiven Entwicklung zum Jahresbeginn gelegen haben. Begünstigt durch die milde Witterung konnte bereits in den Wintermonaten in großen Teilen durchgearbeitet werden, so dass die übliche Frühjahrsbelebung ausbleibt.

Auch die leichte Eintrübung der Frühindikatoren darf nicht überbewertet werden. Zwar sind die (volumenmäßigen) Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe seit Ende vergangenen Jahres rückläufig. Allerdings haben die Baugenehmigungen im Hochbau im April wieder zugelegt (3,5 % zum Vormonat). Darüber hinaus ist der Auftragsbestand im ersten Quartal aufgrund unerledigter Aufträge auf ein neues Rekordhoch gestiegen, so dass von fehlender Nachfrage nach wie vor keine Rede sein kann.

Die Rahmenbedingungen bleiben zudem günstig, auch wenn sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld eingetrübt hat. Die Hypothekenzinssätze sind aufgrund erwarteter weiterer expansiver Maßnahmen der EZB weiter gefallen und haben das niedrigste Niveau seit Ende des Jahres 2016 markiert. Die jüngst verabschiedete Möglichkeit der Sonderabschreibung im Mietwohnungsbau3 setzt zudem Investitionsanreize. Unterdessen verbesserte sich die Stimmung bei den Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes zuletzt zwar leicht, deutet aber nach wie vor auf eine Schrumpfung der Produktion hin. Damit dürften vorerst keine Kapazitätserweiterungen oder stärkere Wirtschaftsbauinvestitionen in Planung sein. Im öffentlichen Bau stützt in diesem Jahr noch der Investitionshochlauf des Bundes. Für das Gesamtjahr erwartet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) einen Anstieg des nominalen Umsatzes im Bauhauptgewerbe um 8,5 %.

[1] Die Unternehmen der Bauwirtschaft sind verpflichtet, bis zum jeweils 15. Kalendertag des Folgemonats die Bruttolohnsumme, die Arbeitsstunden und die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer an SOKA-BAU zu mel-den. Die Auswertung durch SOKA-BAU erfolgt zum zweiten Arbeitstag des darauffolgenden Monats. Die Definition der Bauwirtschaft unterscheidet sich dabei von der Definition des Baugewerbes des Statistischen Bundesamtes. Grundsätzlich sind alle Unternehmen beitrags- und damit meldepflichtig, in denen mehr als 50% der Arbeitszeit auf in den Tarifverträgen genauer definierte Bautätigkeiten entfällt. Ein Vergleich der Unternehmens- und Beschäftigungszahlen mit denen des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass die Zahl der von der SOKA-BAU erfassten Unternehmen die Zahl der Unternehmen des Baugewerbes nach WGZ 2008 unterschreitet, aber deutlich größer ist als die Zahl der Unternehmen des Bauhauptgewerbes (Hoch- und Tiefbau ohne Ausbaugewerbe).
[2] Saison- und kalenderbereinigt mit Census X-13-Arima.
[3] Private Investoren können – vorerst befristet auf vier Jahre und zusätzlich zur geltenden linearen Abschrei-bung – fünf Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einer neuen Mietwohnung bei der Steuer geltend machen. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dürfen dabei 3.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche nicht übersteigen. Die neuen Wohnungen dürfen darüber hinaus nicht als Ferienwohnungen vermietet werden. Vgl. https://www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/19/979/979-pk.html;jsessionid=2E3750CF09220895BDFF663FF4471D6E.2_cid391.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.