Samstag, 18. August 2018


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Arbeitszeitkonten in der Bauwirtschaft positiv für Betriebsergebnis und Mitarbeiterbindung

Wiesbaden, (lifePR) - Mit Hilfe von Arbeitszeitkonten kann die Arbeitszeit der Beschäftigten über einen längeren Zeitraum ausgeglichen werden. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass von der Einführung von Arbeitszeitkonten nicht nur Arbeitnehmer profitieren, sondern hiervon auch positive Wirkungen auf Investitionen und Produktivität der Betriebe ausgehen. Darüber hinaus wird die Mitarbeiterbindung erhöht. In Betrieben mit starken saisonalen Absatzschwankungen, zu denen Betriebe der Bauwirtschaft zählen, ergibt sich zudem ein insgesamt positiver Effekt auf das Betriebsergebnis.

In der Bauwirtschaft sorgen Arbeitszeitkonten insbesondere für eine Verstetigung des Einkommens der Beschäftigten. Im Rahmen der „Großen Arbeitszeitflexibilisierung“ kann ein Arbeitszeitguthaben von bis zu 150 Stunden je Arbeitnehmer aufgebaut werden. Somit können auch witterungsbedingte Einkommensausfälle leichter überbrückt werden.

Neuere wissenschaftliche Studien zeigen, dass auch die Betriebe von der Einführung von Arbeitszeitkonten profitieren. So kommt eine Untersuchung des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA)1 mit Betriebsdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zu dem Ergebnis, dass Betriebe, die Arbeitszeitkonten einführen, dadurch eine signifikante Produktivitätssteigerung erfahren und stärker investieren. Darüber hinaus weisen sie eine höhere Arbeitnehmerbindung auf – in Zeiten des Fachkräftemangels ein unschätzbarer Vorteil. Betriebe in Branchen mit starken saisonalen Schwankungen wie etwa der Baubranche verzeichnen ferner einen insgesamt positiven Effekt auf das Betriebsergebnis. Die positive Wirkung der Arbeitszeitflexibilisierung wird von den Baubetrieben bestätigt. Werner Muscheid, Personal- und Einkaufsleiter der Bauunternehmung Paul Mertgen GmbH & Co. KG, einem in vierter Generation geführten Bauunternehmen mit 116 Mitarbeitern in Straßenhaus: „Bei uns profitieren sowohl die Beschäftigten als auch der Betrieb schon seit vielen Jahren von der betrieblichen Arbeitszeitverteilung. Sie sorgt für eine höhere Produktivität und trägt letztlich auch zu einem höheren Betriebsergebnis bei. Witterungsbedingte Wartezeiten auf der Baustelle können vermieden und somit eine bessere Auslastung erreicht werden.“

Der Arbeitgeber hat bei der Einrichtung von Arbeitszeitkonten tarifvertragliche und gesetzliche Regelungen zu beachten. So ist es in der Bauwirtschaft laut allgemeinverbindlich erklärtem Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV) branchenweit vorgeschrieben, Guthaben aus der „großen Arbeitszeitflexibilisierung“ gegen Insolvenz abzusichern. Hierfür hat SOKA-BAU die Hinterlegungslösung SIKOflex entwickelt.

Kennzeichnend für SIKOflex ist: Die monatliche Anpassung der sich aus der gutgeschriebenen Arbeitszeit ergebenden Wertguthaben erfolgt per Datenübermittlung direkt aus dem hierfür geeigneten Baulohnprogramm und reduziert damit den betrieblichen Aufwand enorm. Auch der Zahlungsverkehr erfolgt automatisiert. Abgesichert wird durch monatliche Anpassungen stets die exakte Summe aller Guthaben, so dass zu hohe Absicherungssummen verbunden mit unnötigen Absicherungskosten vermieden werden. Die hinterlegten Guthaben werden darüber hinaus verzinst. Die Liquiditätsrückführung an den Betrieb erfolgt immer dann, wenn Zeitguthaben aufgelöst und vergütet werden müssen. Da dies meist in auftragsschwachen Zeiten (zum Beispiel im Winter) geschieht, bietet SIKOflex eine sinnvolle Unterstützung der betrieblichen Liquiditätsplanung. Zusätzliche Treuhänderkosten fallen übrigens nicht an, da das Wertguthabenmanagement und die Abrechnung im Insolvenzfall von SOKA-BAU durchgeführt werden.

1 Vgl. L. Bellmann und O. Hübler (2015), Are Working Time Accounts Beneficial For German Establishments? IZA Discussion Paper Nr. 9583.

SOKA-BAU

Unter dem Dach von SOKA-BAU sind zwei gemeinsame Einrichtungen der Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V., Industriegewerkschaft Bauen-Agrar- Umwelt, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V.) vereint: die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK) und die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG (ZVK). Aufgaben der ULAK sind die Sicherung von Urlaubsansprüchen und die Finanzierung der Berufsausbildung. Die ZVK bietet allen Beschäftigten der Baubranche eine überbetriebliche zusätzliche Altersversorgung und gleicht damit strukturbedingte Nachteile bei der gesetzlichen Rente aus.

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