Werteorientierung in der Biobranche

Zehn Bio-Pioniere engagieren sich gemeinsam für mehr unternehmerische Verantwortung

(lifePR) ( berlin, )
Wenn sich Unternehmen, die als Konkurrenten gelten, zu einer Gemeinschaft zusammen finden, dann ist dies ein ungewöhnlicher Schritt. Im Falle von zehn Pionieren der Bio- Branche ist es ihre gemeinsame Wertebasis, die zum Miteinander führt: Verantwortungsbewusstsein, Fairness und gegenseitiges Vertrauen im Unternehmertum - die Wertemarken beweisen, dass soziale, ökologische und ökonomische Werte miteinander vereinbar sind. Am 9. September in Hannover und am 16. September in Augsburg zeigen sie sich auf den Fachmessen Bio Nord und Bio Süd auf einem Gemeinschaftsstand.

Für eine erfolgreiche, gemeinsame Zukunft ist der intensive Dialog mit den Groß- und Einzelhändlern sowie den Konsumenten selbst wesentlich - da sind sich die Unternehmen Ökoland, moin BIO, Byodo, Bohlsener Mühle, ÖMA, Bio Planète Ölmühle Moog, Isana Naturfeinkost, Sodasan, Barnhouse und Upländer einig. Acht von ihnen verdeutlichen mit ihrem Gemeinschaftsstand auf den beiden Fachmessen, wie wichtig Ihnen Kooperation, Transparenz und Glaubwürdigkeit in der Biobranche sind. Die Wertemarken treffen sich bereits seit vier Jahren regelmäßig, tauschen sich aus, lernen voneinander und inspirieren sich gegenseitig.

Werte werden in diesen Unternehmen täglich aktiv gelebt. Sie engagieren sich im Klima- und Umweltschutz, kümmern sich um soziale Belange von Lieferanten und Mitarbeitern und entwickeln umweltfreundliche Innovationen. Werte sind Orientierungshilfe, vor allem für Konsumenten, die ein Bedürfnis nach Markenvertrauen haben.

Andrea Sonnberger, Inhaberin und Geschäftsführerin von Byodo sagt: "In den vergangenen Jahren hat sich das Klima in der Bio-Branche allerdings spürbar verändert. Die eigentlichen Beweggründe und Werte hinter dem Bio-Gedanken sind etwas in den Hintergrund geraten. Im Austausch mit den anderen Mitgliedern der Wertemarken wurde klar, dass auch andere das bedauern. Wir sind uns einig, dass wir die Wertediskussion voranbringen müssen. Durch unseren Zusammenschluss können wir uns leichter austauschen und gemeinsam nachhaltige Projekte realisieren und fördern. Wir hoffen, dass sich andere davon anstecken lassen und wieder die wichtigen Werte in den Vordergrund rücken: nämlich Wahrhaftigkeit, Nachhaltigkeit und Fairness."

Nachhaltigkeit fängt beim Naturschutz an

Für den Geschäftsführer Manuel Pick der ÖMA, den Ökologischen Molkereien Allgäu, fängt Bio beim Landschaftsschutz an. Sorgsamer Umgang mit der Natur ist Grundvoraussetzung für den Erhalt und die Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Bio-Milchviehbetriebe. "Bio ist Landschaftsschutz, Landschaftsschutz ist Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit ist Bio", sagt Pick. Gemeinsam mit der Höfegemeinschaft Rösslerhof hat die ÖMA das Projekt "Naturschutz und Nachhaltigkeit in der Milcherzeugung" ins Leben gerufen. Experten von Bioland e.V. analysieren und beraten, wie die einzelnen Partnerhöfe zum Naturschutz beitragen und welche Maßnahmen ausgebaut, verbessert oder ergänzt werden können. Die Ökologischen Molkereien Allgäu sind als Initiator inhaltlich und finanziell an jedem Projektschritt beteiligt.

Fair Trade in der Region

Regionalität und faire Preise für die Bauern werden in der Upländer Bauernmolkerei groß geschrieben. So werden die meisten Milchprodukte in der Region vermarktet, aus der die Biomilch stammt. Als erste Initiative in Deutschland setzte die Upländer Bauernmolkerei auf "faire" Preise für heimische Produkte. Die Bio-Bäuerinnen und -Bauern, die die Upländer Bauernmolkerei mit Milch beliefern, können somit auf einer stabilen Basis die Existenz ihrer Betriebe auch in Zukunft sichern. Bereits im Jahr 2005 startete die Molkerei das Projekt "Erzeuger-fair-Milch". Ein Preisaufschlag von 5 Cent wurde von den Naturkostkunden freiwillig gezahlt und direkt an die Bauern weitergegeben. Ermutigt vom großen Erfolg des Projekts werden seit 2007 alle Produkte der Upländer Bauernmolkerei zu fairen Preisen angeboten. Auch die Ölmühle Moog, die 1984 in Südfrankreich gegründet wurde, zeigt, dass Kooperation und ständiger Dialog zu den Partnern entlang der Wertschöpfungskette wichtig und möglich sind. Der Hersteller von Bio-Ölen unter dem Marken-Namen Bio Planète engagiert sich zusammen mit anderen Firmen im Projekt "Bio Ouest", einem Silo für die Lagerung von 22 verschiedenen - teils sehr sensiblen - Bio-Saaten. Die Beteiligung an dem französischen Gemeinschafts-Projekt stärkt die Bindung zu den Akteuren vor Ort und dient damit nicht nur der lokalen Wirtschaft sondern auch der eigenen Zukunftssicherung.

bio-verde, Feinkost-Experte und Bio-Fisch-Pionier in Europa engagiert sich für das Überleben der Küstenfischer an der vorpommerschen Ostseeküste. Es konnte eine Gruppe von 15 Fischern in Vorpommern gewonnen werden, die sich den Regeln des Naturland-Verbandes für nachhaltigen Fisch-Wildfang verschrieben haben und Teil des bio-verde "Küstenfischer" Projekts geworden sind. Bei dem Projekt wird streng auf eine schonende Befischung der Wildfischbestände mit Stellnetzen geachtet. Schon aus der Tradition heraus kommen für die Ostsee- Fischer keine Schleppnetze in Frage, sie bekennen sich bereits seit Generationen zu natürlicher, authentisch-handwerklicher Fangmethodik und Regulierung nachhaltiger Fangmengen. Das Projekt liegt ihnen daher nahe und sehr am Herzen. Um den Fischern ein vernünftiges Auskommen zu sichern und die Wertschätzung gegenüber ihrer Arbeit und der hohen Qualität der Ware zu zeigen, erhalten sie einen ca. 50% höheren Rohstoffpreis.

Strom und Wärme aus dem eigenen Hause

Unterstützung der eigenen Region war auch für das Unternehmen Barnhouse, dem Bio-Müsli- Experten aus Mühldorf am Inn, von Anfang an ein zentrales Thema. Es wurde 1979 als eines der ersten Verarbeitungsunternehmen der Biobranche mit dem Ziel gegründet, den biologischen Landbau zu fördern. Bis heute wird beim Einkauf stark auf regionalen Bezug geachtet. So auch bei der Energieversorgung. Die wird nämlich von der hauseigenen Photovoltaikanlage garantiert. Zudem ist Abfallvermeidung bei Barnhouse ein besonders wichtiges Thema, es werden möglichst nur Großgebinde und wiederverwendbare Behälter eingesetzt.

Im Hause Bohlsener Mühle, Hersteller feiner Bio-Getreide-Produkte, das auf 700 Jahre Mühlen- Tradition zurückblickt, wird der bei der Produktion anfallende Abfall sogar zu Brennstoff. Durch den hohen Produktionsanteil an Dinkel, einem Spelzgetreide, das vor der Verarbeitung geschält werden muss, entstanden in der Vergangenheit hohe Mengen an Spelzen, für deren Entsorgung erhebliche Kosten anfielen. Auf der Suche nach sinnvollen Lösungen zur Wiederverwertung ergab sich die Möglichkeit der Verwendung als Brennstoff. Mit dem Dinkel-Nebenprodukt werden in Zukunft nicht nur die Backöfen des Unternehmens sondern sogar die Haushalte im Dorf beheizt. Die Firma Byodo wurde für das Energiekonzept ihres architektonisch attraktiven Firmengebäudes sogar mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Mit Hilfe neuester Technologien kann dort komplett auf fossile Brennstoffe verzichtet werden.

Menschen in den Mittelpunkt

Besonders stolz ist Byodo auch auf die Partnerschaft mit der italienischen Kooperative Biolanga. Sie baut bereits seit vielen Jahren das Urgetreide Emmer bzw. Sommerdinkel im ländlich strukturierten Piemont an. Durch die Umstellung auf Bio-Sommerdinkel und die Partnerschaft mit Byodo gelang es der Kooperative, auch die jungen Menschen der Region für die Landwirtschaft zu begeistern. Denn es gab wieder Arbeit und eine neue Perspektive.

Für Ökoland bedeutet "Perspektive geben" vor allem, sich um Kinder aus sozial schwachen Strukturen zu kümmern. Im Jahr 2012 ermöglichte Ökoland das Projekt "Gutes kostet nicht die Welt" im SOS Mütterzentrum Zwickau. Darunter laufen zum Beispiel Aktionen im offenen Cafe, wo für bedürftige Familien ein kostengünstiger Mittagstisch serviert werden kann. Wann immer möglich wird mit frischen Zutaten aus der Region gekocht. Zweimal wöchentlich können Eltern und Kinder unter dem Motto "Brotkorb-Kochen" ein gesundes und vollwertiges Abendessen unter Anleitung zubereiten und zusammen genießen. Außerdem fördert Ökoland im Mütterzentrum München die Entstehung eines Naturspielplatzes und im Mütterzentrum Salzgitter eine Solaranlage.

Auch bei moin Bio aus Glückstadt, Hersteller von Tiefkühl-Backwaren, wird achtsam mit den Menschen umgegangen, für die eigenen Mitarbeiter gibt es vor allem Unterstützung bei der persönliche Gesunderhaltung. Weil es in Glückstadt keinen Bioladen gibt und man von Croissants alleine nicht leben kann, bat Geschäftsführer Hans-Paul Mattke den benachbarten Demeterhof Dannwisch um Unterstützung. Seit kurzem bringt jeden Dienstag der Lieferdienst auf Wunsch den Mitarbeitern ihre frische Gemüsekiste direkt in die Firma, ein Geschenk von moin Bio. Mittwochs wird gemeinsam gegessen: das "Glückwerk", eine Einrichtung, die mit Betreuten arbeitet, bringt den Suppentopf - vegetarisch, denn damit sind sowohl unterschiedliche Kulturen als auch Geschmäcker der Mitarbeiter am besten berücksichtigt. Mitarbeiter mit Ernährungsproblemen erhalten von moin außerdem eine Mitfinanzierung bei der Durchführung eines Ernährungsprogramms.

Forschen und innovative Schritte wagen

Der Reinigungsexperte Sodasan setzt bei den Waschmittel-Produkten Color und Color-sensitiv seit diesem Jahr serienmäßig Flaschen aus nachwachsenden Rohstoffen ein. Dabei handelt es sich um Polyethylen, welches aus Alkohol (Ethanol) hergestellt wird, der wiederum aus Zuckerrohr gewonnen wird. Das gentechnikfreie Zuckerrohr stammt aus Brasilien. Die Umstellung ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer sanften Pflanzenchemie, die Erdöl ersetzbar macht. Sie ist der Geschäftsführung allerdings nicht leicht gefallen. Kerstin Stromberg und Jürgen Hack, Gründer und Geschäftsführer haben sich zahlreiche Fragen gestellt: "Wir setzen in unserer Produktion keine petrochemischen Rohstoffe ein, müssen jedoch Kunststoff-Flaschen verwenden. Wie kann ich eine Abwägung von Erdöl versus Zuckerrohr vornehmen? Tankerunglücke verändern große Lebensbereiche fundamental, aber wie bewerte ich den Bedarf an landwirtschaftlicher Fläche für den Anbau des Zuckerrohrs? Geraten wir mit dieser Entscheidung in den Dunstkreis der Konzerne, die Greenwashing mit kompostierbaren Plastiktüten betreiben, die sich de facto gar nicht kompostieren lassen?" Diese Fragen wurden intern kritisch diskutiert. Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten der Zuckerrohr-Lösung. Die 25% höheren Kosten der "grünen" Flaschen werden aber keine Preiserhöhung im Handel zur Folge haben. Auch hier zeigt sich: Kooperation und Fairness vor reinem Profit.

Gemeinschaftsstand auf Fachmessen Bio Nord und Bio Süd

Am 9. September in Hannover (Bio Nord) und am 16. September in Augsburg (Bio Süd) präsentieren sich die Wertemarken auf einem Gemeinschaftstand, der zur Diskussion über Werte anregen soll. Es bietet sich die Gelegenheit, die Unternehmen und ihre herausragenden Projekte noch genauer kennenzulernen.
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