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Pressemitteilung BoxID: 531356 (Schweizerischer Bauernverband)
  • Schweizerischer Bauernverband
  • Laurstrasse 10
  • 5200 Brugg
  • https://www.sbv-usp.ch
  • Ansprechpartner
  • Jacques Bourgeois

Starker Franken als Deckmantel

(lifePR) (Brugg, ) Der Vorstand des Schweizer Bauernverbands hat sich heute mit dem starken Franken befasst, der auch die Land- und Ernährungswirtschaft vor grosse Herausforderungen stellt. Die Mitglieder wehren sich vehement dagegen, dass unter dem Deckmantel der Frankenstärke generell Druck auf die Produzentenpreise gemacht wird. Sie fordern die Abnehmer der Landwirtschaftsprodukte trotz der aktuell herrschenden Preishysterie auf, Vernunft walten zu lassen und die bereits angespannte wirtschaftliche Situation in der Landwirtschaft nicht zu verschärfen.

Die Preissituation in der Landwirtschaft war bereits vor der Frankenaufwertung sehr angespannt, nachdem der Produzentenpreisindex für Landwirtschaftsprodukte seit Mitte 2014 massiv gesunken ist. Insbesondere bei der Molkereimilch mussten die Produzenten in den letzten Monaten erhebliche Preiseinbussen verkraften. Weil die Abnehmer den Preis weiter drücken, droht der Molkereimilch auf ein absolut ruinöses Preisniveau von deutlich unter 50 Rp. pro Kilo zu sinken. Aus diesem Grund befasste sich heute auch der Vorstand des Schweizer Bauernverbands (SBV) mit dem Thema.

Die Aufwertung des Schweizer Frankens erhöht ohne Zweifel den Druck auf die Land und Ernährungswirtschaft. Insbesondere bei Produkten mit einem hohen Exportanteil oder solchen, bei denen die Effekte der Frankenaufwertung nicht oder ungenügend über den Grenzschutz abgefedert sind. Die Aufhebung des Euromindestkureses hat jedoch keine direkten Auswirkungen auf das Preisgefüge der Schweizer Produkte auf dem Heimmarkt. Der Vorstand des SBV ruft deshalb die Abnehmer und den Handel zur Vernunft in der Preispolitik auf. Die Aufwertung des Frankens darf nicht dazu missbraucht werden, um die Produzentenpreise für Schweizer Agrarprodukte generell zu drücken!

Denn damit beissen die Hunde den Letzten, aber nicht den Hauptschuldigen für die hohen Preise. Nur noch ein Viertel der Lebensmittelausgaben fliessen zur Landwirtschaft. Der SBV wehrt sich entschieden dagegen, dass nun Verarbeitung und Handel, bei denen 75 Prozent der Ausgaben der Konsumenten für Lebensmittel bleiben, die heisse Kartoffel einfach nach hinten weiter reichen, um die eigenen Margen zu halten.

Zur Abfederung des Druckes der Frankenstärke ist der SBV auf mehreren Schienen tätig. So hat er bei Bundesrat Schneider-Ammann ein Massnahmenpaket deponiert. Dieses umfasste die Aufstockung der Mittel für das Schoggigesetz um 45 Millionen Franken, 13 Millionen Franken mehr für die Absatzförderung von Wein und Käse, zusätzliche 75 Millionen Franken für spezifische Direktzahlungen zuhanden der Milchproduzenten und die Prüfung der Einfuhrregelung für Zucker sowie die Erhöhung des Grenzschutzes für Brotgetreide. Diese Woche hat er den Detailhandel in einem Schreiben aufgefordert, keinen ungerechtfertigten Preisdruck auszuüben und ebenfalls Verantwortung zu übernehmen. Und schliesslich prüft er, zusammen mit anderen betroffenen Branchen und Partnern, eine Dankesaktion für alle, die in der Schweiz Lebensmittel einkaufen und Ferien machen, durchzuführen.