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Pressemitteilung BoxID: 207614 (Schweizerischer Bauernverband)
  • Schweizerischer Bauernverband
  • Laurstrasse 10
  • 5200 Brugg
  • https://www.sbv-usp.ch
  • Ansprechpartner
  • Sandra Helfenstein
  • +41 (56) 46252-21

Menu 2050 - müssen wir uns um unser Essen sorgen?

(lifePR) (Brugg, ) Alle Tendenzen zeigen, dass künftig die weltweite Nachfrage und das Angebot nach Lebensmitteln auseinanderklaffen. Der Situationsbericht 2010 des Schweizerischen Bauernverbands widmet sich daher dem Thema Ernährungssicherung, weltweit und in der Schweiz. Die Herausforderungen national und international sind ähnlich, unsere Bevölkerung muss sich aber dank ihrer hohen Kaufkraft weniger um ihr Essen sorgen. Alles, was sie nicht im Inland produzieren kann oder will, lässt sich - zumindest heute noch - problemlos importieren. Unsere Lebensmittelversorgung ist in erster Linie eine gesellschaftspolitische Frage der (Un)abhängigkeit und der Selbstbestimmung.

Menu 2050 - müssen wir uns um unser Essen sorgen? Dieser Frage widmete sich die heutige Neujahrsmedienkonferenz des Schweizerischen Bauernverbands auf dem Betrieb von Sara und Andreas Zehnder an der Stadtlandgrenze von Bern. Die Analyse der weltweiten Situation zeigt, dass es grosse Anstrengungen braucht, damit die Landwirtschaft den schnell wachsenden Bedarf an Nahrung auch in Zukunft decken kann. Dazu müssen fruchtbare, landwirtschaftliche Böden besser geschützt, der Wasser- und Düngerverbrauch optimiert und neue technische Möglichkeiten zur Produktionssteigerung ausgenutzt werden. Um den Hunger auf der Welt zu bekämpfen ist zudem eine bessere Verteilung von Ressourcen und Nahrungsmitteln notwendig. Sicher ist zudem, dass in Zukunft mit grösseren Ernte- und damit Preisschwankungen auf dem Weltmarkt zu rechnen ist.

Im Gegensatz zu vielen Entwicklungsländern kennt die Schweiz keine Versorgungsprobleme mit Nahrungsmitteln. Dank unserer hohen Kaufkraft können wir das inländische Angebot nach Belieben mit Importen ergänzen. Die Tendenzen sind aber vergleichbar: Boden ist ein sehr knappes Gut, das im Moment grossflächig verbaut oder anderweitig geopfert wird. In den letzten Jahren hat die Schweiz, das Wasserschloss Europas, einige trockene Jahre erlebt und immer häufiger sehen sich die Bauern gezwungen, ihre Felder zu bewässern.

Seit Jahren haben wir bei unserem Essen einen recht stabilen Versorgungsgrad um 60 Prozent, wenn wir die importierten Futtermittel abziehen sind es 54 Prozent. Dies ist in erster Linie agrarpolitischen Massnahmen wie Direktzahlungen zur Abgeltung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen oder dem Grenzschutz zu verdanken. Diese bewährten Instrumente dürfen nicht weiter ausgehöhlt werden. Eine international konkurrenzfähige Landwirtschaft im hohen Schweizer Kostenumfeld, unter schwierigen topografischen Voraussetzungen und mit dem knappen Boden ist für unser Land kein realistisches Ziel. Um unsere Ernährungssouveränität auf dem heutigen Stand zu erhalten und die aktuelle Auslandabhängigkeit nicht zu erhöhen, braucht es Weichenstellungen in der Politik und eine klare Ausrichtung aller Massnahmen auf dieses Ziel.