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Pressemitteilung BoxID: 343146 (Schweizerischer Bauernverband)
  • Schweizerischer Bauernverband
  • Laurstrasse 10
  • 5200 Brugg
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  • Ansprechpartner
  • Ursina Galbusera
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Gentechnologie bringt zurzeit keinen Nutzen für Landwirtschaft

(lifePR) (Brugg, ) Das Nationale Forschungsprogramm 59 "Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen" (NFP 59) ist abgeschlossen. Die Resultate zeigen, dass zum heutigen Zeitpunkt der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ökologisch, agronomisch und wirtschaftlich keinen Vorteil bringt. Ausserdem sind die Schweizer Konsumenten nach wie vor kritisch gegenüber gentechnisch veränderten Organismen (GVO) eingestellt. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) stellt daher den Antrag, das GVO-Anbau-Moratorium bis 2017 zu verlängern.

Das NFP 59 bringt viele wertvolle Erkenntnisse. So haben die zahlreichen Forschungsprojekte im Bereich Biosicherheit keine schädlichen Auswirkungen von GVO auf die Umwelt festgestellt. Auch zu den spezifischen Fragestellungen der Schweizer Landwirtschaft hat das NFP 59 wichtige Resultate erzeugt: So zeigen die Studien zur Rentabilität von Gentechkulturen von Dr. Stefan Mann und jene über die Vereinbarkeit von Gentech- und konventionellen Kulturen von Dr. Lucius Tamm, dass zum heutigen Zeitpunkt der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wirtschaftlich nicht interessant ist. Nicht vollständig berücksichtigt wurden dabei die Kosten der Warenflusstrennung und die Haftungsfrage bei Durchmischungen. Angesichts des fehlenden agronomischen Nutzens der untersuchten Kulturen sind für die Praxis jedoch genau diese Kostenfaktoren ausschlaggebend. Das NFP 59 bestätigt zudem die immer noch kritische Haltung der Konsumenten gegenüber GVO.

Aus diesen Gründen sehen die Schweizer Bäuerinnen und Bauern heute keinen Anlass, das Anbaumoratorium zu lockern und die "gentechfreie" Schweiz als Marketingvorteil aufs Spiel zu setzen. Im Rahmen der Agrarpolitik 2014-17 soll daher das Moratorium für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen bis 2017 verlängert werden. Eine grosse Mehrheit der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats hatte sich vor zwei Wochen für dieses Anliegen ausgesprochen. Die Forschung ist davon nicht betroffen. Der SBV unterstützt eine weitergehende Forschung im Bereich GVO.

Er spricht sich auch nicht grundsätzlich gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen aus. Vielmehr beantragt der SBV, eine Kosten-/Nutzenanalyse von GVO in der Landwirtschaft vorzunehmen. Eine Lockerung des Anbauverbots könnte ins Auge gefasst werden, wenn sich für die Umwelt, für die Konsumenten und für die Produzenten Vorteile im Vergleich zum Anbau von konventionellen Pflanzen ergeben. Bis dahin sollen die Schweizer Landwirtschaftsprodukte weiterhin Garanten für eine glaubwürdige Produktion ohne Gentechnik sein.