Freitag, 24. November 2017


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Kastanienbäume bereits bundesweit im Herbst

Motten und Trockenheit forcieren die Entwicklung

Bonn, (lifePR) - In diesem Jahr geht es den Kastanien sowohl in den Städten als auch außerhalb wesentlich schlechter. Die verfrühte Braunfärbung der Blätter im Sommer und der vorzeitige Laubfall macht es für jeden sichtbar. NRW, Sachsen, Bayern und weitere Bundesländer melden großräumigeren und stärkeren Befall.

Seit zwei Jahrzehnten werden die Kastanien durch die Kastanienminiermotte in ihrer Vitalität beeinträchtigt. Dieser Schädling ist ein aggressiver, winzig kleiner Schmetterling, eine Motte,, der aus dem Balkan eingewandert ist und sich hier ohne natürlichen Gegenspieler ungehemmt vermehren konnte. Durch die Miniermotte verlieren die Kastanien seit Jahren ihre Blätter bereits im Spätsommer. Die durch zahllose Fraßstellen in den Blättern verminderte Photosynthese und die so verkürzte Vegetationszeit führen dazu, dass die geschwächten Bäume anfälliger gegen Pilze, Bakterien und anderen Schädlinge werden.

Besonders gefährlich für die Kastanien ist das Bakterium namens Pseudomonas syringae, das die Kastanien stark schädigt. Das Bakterium verstopft die Leitungsbahnen und macht den Wasser- und Nährstofftransport unmöglich. Betroffen ist die Hälfte aller Kastanien bundesweit, sowohl junge als auch alte Bäume. Manche Städte, wie zum Beispiel Krefeld, Duisburg, Viersen und Essen haben bereits große Ausfälle zu beklagen. Erkennbar ist der Befall durch blutende Stellen am Stamm, ein teilweises Absterben der Kronen oder eine dunkelbraune bis schwarze Verfärbung unter der Rinde sowie Stamm- und Astrisse.

Leider gibt es immer noch keine einsetzbaren Gegenmittel. Allein das gewissenhafte Laubsammeln und Verbrennen kann die Überlebenschance der Bäume erhöhen, da der Schädling in den Blättern überwintert. Auch die Wissenschaft, wie Prof. Dr. Michael Müller, Professor für Waldschutz an der TU Dresden, unterstützt das Engagement der Waldschützer. 

Deshalb heißt es wieder rund den Aktionstag am 11. November, je nach Stand des Laubabfalles, das Laub vollständig zu sammeln und anschließend zur Verbrennung zu bringen. „In Gegenden, in denen seit Jahren das Kastanienlaub konsequent gesammelt wird, sehen die Kastanien viel besser aus“, stellt Alf Jark, der Koordinator der SDW-Aktion, fest, „von den Kommunen erhoffen wir uns weiterhin so gute Unterstützung.“

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.

Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit eine der ältesten deutschen Umweltschutzorganisationen. Heute sind in den 14 Landesverbänden rund 25.000 aktive Waldfreunde organisiert. Das Heranführen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen an den Wald ist ein Schwerpunkt ihrer Arbeit. Besonders erfolgreich sind die Waldjugendspiele, Waldmobile, Waldschulen, Schulwälder, die SDW-Waldpädagogiktagungen und die erfolgreichen waldpädagogischen Projekte SOKO Wald und die Klimakönner.

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