Dienstag, 12. Dezember 2017


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Die Hungerkunst. Eine Krankheit zwischen Rausch und Abgrund

Öffentliches Symposium über Körperwahrnehmung, Selbstoptimierung und Magersucht veranstaltet von der Schering Stiftung und der Leibniz-Gemeinschaft

Berlin, (lifePR) - .

8. Dezember 2017, 9 Uhr bis 17:30 Uhr Leibniz-Gemeinschaft 

Chausseestraße 111 | 10115 Berlin

Ist der durchtrainierte und schlanke Körper in Zeiten der Selbstoptimierung und Sozialkontrolle das Maß aller Dinge? Wie stark ist der Einfluss der Medien auf unser Idealbild vom Körper? Wann wird unser Essverhalten krankhaft?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich das von der Schering Stiftung und der Leibniz-Gemeinschaft veranstaltete Symposium „Die Hungerkunst. Eine Krankheit zwischen Rausch und Abgrund“ am 8. Dezember 2017 von 9:00 Uhr bis 17:30 Uhr in der Berliner Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft. Das Symposium beschäftigt sich aus neurobiologischer, medizinischer, psychologischer, kultureller und künstlerischer Perspektive mit dem Hungern.

Anlass des Symposiums ist der Film „A Hunger Artist“ von Daria Martin, der Franz Kafkas Erzählung „Ein Hungerkünstler“ reflektiert. Der Film ist die bis dato ambitionierteste Arbeit der in London lebenden Künstlerin, – ein komplexes, vielschichtiges Kunstwerk an der Schnittstelle zu Literatur, Psychologie und Wissenschaft. Er wird im Rahmen des Symposiums gezeigt: Ein Impresario präsentiert auf der Bühne einen Künstler, der für sein 40-tägiges Hungern vom Publikum geehrt, gefeiert und bewundert wird. Doch auch als das Interesse der Zuschauer schwindet, weigert sich der Hungerkünstler, das Hungern aufzugeben. Die berauschenden Gefühle, die den Anfang des Hungerns kennzeichnen, weichen der körperlichen und mentalen Abwärtsspirale. Was aber genau führt zu dieser Abwärtsspirale und wann wird die Kunst des Hungerns zu einer lebensbedrohenden Krankheit?

Nach einer Einführung in die physiologischen und psychologischen Grundlagen von Essverhalten und Magersucht, in der u.a. Prof. Dr. Beate Herpertz-Dahlmann auch einen Einblick in die Behandlung der Magersucht gibt, wirft das Symposium mit dem Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Ludwig Eichinger einen Blick auf unseren sprachlichen Umgang mit der schlanken Gestalt. Der Nachmittag gibt einen Einblick in die künstlerische Arbeit von Daria Martin, die gemeinsam mit ihren wissenschaftlichen Beratern die verschiedenen Bedeutungsebenen ihres Films „A Hunger Artist“ vorstellt. Zum Abschluss des Symposiums berichtet Dr. Maya Götz vom Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen über den Zusammenhang von medialen Körperdarstellungen und Essstörungen und Prof. Dr. Robert Gugutzer zeigt auf, dass Magersucht keine ausschließlich weibliche Erkrankung ist.

Sprecher (in der Reihenfolge des Programms)
André Kleinridders, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Leibniz-Institut
Tatiana Korotkova, Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie, Berlin
Beate Herpertz-Dahlmann, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und
Jugendalters an der Uniklinik Aachen
Regina Casper, Stanford University, USA
Ludwig M. Eichinger, Institut für Deutsche Sprache, Mannheim, Leibniz-Institut
Daria Martin, Künstlerin, London
Emily Troscianko, University of Oxford, UK
Aikaterini Fotopoulou, University College London, UK
Nikola Kern, Maudsley Hospital London, UK
Manos Tsakiris, Royal Holloway University of London, UK
Maya Götz, Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen, München
Silja Vocks, Universität Osnabrück
Martin Grunwald, Universität Leipzig
Robert Gugutzer, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Gastgeber
Stefan H.E. Kaufmann, Schering Stiftung, Berlin
Matthias Kleiner, Leibniz-Gemeinschaft, Berlin

Moderator
Tilman Grune, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Leibniz-Institut

Die Hungerkunst. Eine Krankheit zwischen Rausch und Abgrund

Symposium
Freitag, 8. Dezember 2017
9 Uhr bis 17:30 Uhr
Leibniz-Gemeinschaft | Chausseestraße 111 | 10115 Berlin

auf Deutsch (Gespräch mit der Künstlerin Daria Martin auf Englisch)
Öffentliche Veranstaltung | Eintritt frei | Anmeldung bis 01.12. unter anmeldung@scheringstiftung.de

Filmvorführung im Rahmen des Symposiums: Daria Martin‘s „A Hunger Artist“
12 Uhr bis 14 Uhr (organisierter Transfer)
Schering Stiftung | Unter den Linden 32–34 | 10117 Berlin
Öffnungszeiten: 14.9.–10.12.2017 | Do–Mo, 13–19 Uhr | Eintritt frei

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