Kampftag bei der GRENKE Chess Classic

(lifePR) ( Baden-Baden, )
Die GRENKE Chess Classic verlaufen sehr umkämpft und mit vielen entschiedenen Partien. Nach dem dritten Tag liegt Hou Yifan mit 2,5 Punkten in Führung, nachdem sie den Ansturm Magnus Carlsens abwehrte und mit dem Weltmeister den Punkt teilte. Die drei restlichen Partien fanden einen Sieger. Levon Aronian gewann auf technisch saubere Weise gegen Maxime Vachier-Lagrave, Fabiano Caruana dagegen erstürmte Georg Meiers Königsstellung und Arkadij Naiditsch konterte Matthias Blübaum eiskalt aus. Die drei Sieger des heutigen Tages liegen einen halben Punkt hinter Hou Yifan, während Magnus Carlsen nach drei Remis das Mittelfeld ziert.

Von Georgios Souleidis

Bevor die GRENKE Chess Classic nach einem Ruhetag nach Baden-Baden weiterziehen, wo die letzten vier Runden absolviert werden, gaben die Teilnehmer richtig Gas. Levon Aronian bot eine technisch herausragende Vorstellung gegen Maxime Vachier-Lagrave und kam zu seinem ersten Sieg. In einer englischen Partie tauschten die Kontrahenten früh die Damen und Springer. Der 34-jährige Armenier besaß die etwas bessere Bauernstruktur und auf lange Sicht Möglichkeiten am Königsflügel durchzubrechen.

Dank seiner überragenden Technik spielte sich die Stellung für ihn wie von alleine. Er tauschte einen Turm und bereitete den alles entscheidenden Bauerndurchbruch am Königsflügel mustergültig vor. Vachier-Lagrave hatte dem weißen Plan nichts entgegenzusetzen und gab auf, nachdem Aronian einen entfernten Freibauern auf der h-Linie bildete. "Ich denke nicht, dass das eine besondere Partie war", meinte Aronian im Anschluss betont bescheiden. Aber vielleicht war es für ihn auch keine besondere Leistung, denn solche technischen Stellungen spielt er wie im Schlaf.

Hou Yifan reitet weiter auf einer Euphoriewelle bei der GRENKE Chess Classic. Die 23-jährige Chinesin wurde nach ihrer Partie gegen Magnus Carlsen von zahlreichen Autogrammjägern umlagert. Sie gibt sich sehr volksnah und geht kaum einem Wunsch aus dem Wege. Magnus Carlsen wählte gegen die beste Spielerin der Welt die Najdorf-Variante der Sizilianischen Verteidigung und gab damit direkt zu erkennen, dass er auf einen offenen Kampf aus ist.

Hou Yifan reagierte positionell und eroberte im Mittelspiel das schwache Feld d5 im Zentrum. Nachdem ein Turm dieses Feld besetzte und ihre Figuren optimal postiert waren, besaß sie Vorteil, darin waren sich alle einig. Allerdings verpuffte der Vorteil, da sie keinen klaren Weg sah, ihn zu vergrößern. Stattdessen sprang ein ausgeglichenes Turmendspiel heraus.

Fabiano Caruana gelang der zweite Sieg in Folge. Georg Meier wählte gegen die Nr. 3 der Welt seine geliebte Rubinstein-Variante der Französischen Verteidigung. Caruana gelang es durch heterogene Rochaden ein Ungleichgewicht herbeizuführen und sukzessive Druck am Königsflügel aufzubauen. Eine entscheidende Schwächung nutzte der 24-jährige Amerikaner für ein Springeropfer auf e6, mit dem er die schwarze Stellung sofort aus den Angeln hob. Meier kämpfte zwar noch einige Züge weiter, bevor er die Niederlage einsah.

Arkadij Naiditsch lautet der dritte Sieger des Tages. Im Duell gegen Matthias Blübaum musste er aber erstmal verteidigen, bevor er zum Gegenangriff übergehen konnte. In einer Katalanischen Partie opferte der deutsche Nationalspeler einen Bauern und besaß Kompensation am Damenflügel. Naiditsch wehrte alle Drohungen ab und ging langsam aber sicher am Königsflügel zum Gegenangriff über.

Sehr sehenswert spielte Naiditsch bald auf beiden Flügeln und schob seinen rückständigen a-Bauern entscheidend vor. Ein danach entstandener Freibauer auf der b-Linie stellte Blübaum vor unlösbaren Problemen. Er probierte noch taktisch gegenzuhalten, doch Naiditsch war auf der Höhe und gewann kurz nach der Zeitkontrolle.

Nikita Vitiugov gewinnt GRENKE Chess Open 2017

Nikita Vitiugov lautet der Sieger des GRENKE Chess Open 2017. Der 30-jährige Großmeister aus St. Petersburg hatte am Ende 7,5 Punkte auf dem Konto. Er verwies drei weitere Spieler, die mit der gleichen Punktzahl durchs Ziel kamen, dank der besseren Buchholzwertung auf die Plätze. Rang zwei geht an Maxim Matlakov. Auf den Plätzen drei und vier landeten Etienne Bacrot und Zdenko Kozul.

Vor der letzten Runde lagen Nikita Vitiugov und Zdenko Kozul mit 7,0 Punkten in Front. Es kam zum Duell dieser Spieler und das Ergebnis war zu erwarten. Nach gerade mal elf Zügen einigten sie sich auf Remis und sicherten sich einen großen Teil des Preiskuchens.

An den restlichen Brettern wurde größtenteils bis zum bitteren Ende gekämpft. Mit Maxim Matlakov und Etienne Bacrot schlossen zwei Spieler zu den Führenden auf. Beiden Großmeistern gelang zum Abschluss das Kunststück mit Schwarz die Partie zu gewinnen. Matlakov konterte Hrant Melkumyan und Bacrot Konstantin Landa aus. Damit landeten am Ende genau die drei Ersten der Setzliste auf den ersten drei Plätzen wobei Bacrot und Kozul punkt- und wertungsgleich durchs Ziel gingen.

Gleich 23 Spieler landeten mit 7,0 Punkten im großen Verfolgerfeld. Zu ihnen gehören die jungen deutschen Spieler Alexander Donchenko - der keine Partie verlor, aber nur in den zwei letzten Runden gegen Hochkaräter spielte - und Alexander Seyb, der die letzte Runde mit Minusbauern gegen Vladimir Onischuk remisierte und sich sich letztendlich über eine GM-Norm freuen darf.

Frauenpreis geht nach Iran

Sarasadat Khademalsharieh gewinnt den 1. Frauenpreis. Die Damengroßmeisterin hatte am Ende 6,5 Punkte auf dem Konto. Die 20-jährige Iranerin spielte ein unscheinbares Turnier. Nach zwei Siegen remisierte sie vier Partien in Folge, bevor sie einen starken Schlussspurt mit 2,5 aus 3 hinlegte. Der zweite Preis geht an Swaminathan Soumya mit 6,0 Punkten, der dritte Preis an Elena Levushkina mit 5,5 Punkten.

Farago gewinnt den Seniorenpreis

Ivan Farago aus Ungarn gewinnt den 1. Preis in der Seniorenwertung. Der ungarische Großmeister spielte ein gutes Turnier und erzielte 6,0 Punkte. Es gab zahlreiche weitere Preise in vielen Kategorien, auch in der B- und C-Gruppe. Stellvertretend seien die Sieger dieser offenen Gruppen genannt. Die B-Gruppe gewann der erst 12-jährige Leon Wu aus Mannheim, die C-Gruppe Krister Haas aus Gernsheim.

Normenregen

Sage und schreibe 13 Spieler erzielten eine begehrte Norm beim GRENKE Chess Open. Noel Studer (Schweiz), Meilis Annaberdiev (Turkmenistan) und Alexander Seyb (Deutschland) dürfen sich über eine GM-Norm freuen. Eine IM-Norm erzielten Davide Arcuti (Schweiz), Liam Vrolijk (Niederlande), Ashot Parvanyan (Armenien), Martin Bruedigam, Bernhard Sinz, Johannes Carow, Mark Kvetny, Emil Schmidek (alle Deutschland). Zu guter Letzt glückte den jungen deutschen Spielerinnen Fiona Sieber und Jana Schneider jeweils eine WIM-Norm.

Während der GRENKE Chess Classic produzieren wir zahlreiche Videos, die wir auf diesen YouTube-Kanal hochladen: https://www.youtube.com/channel/UCXNez1ecWFEYSVEydJnJhfw

Offizielle Webseite GRENKE Chess Classic: http://grenkechessclassic.de/de/
Offizielle Webseite GRENKE Chess Open: http://www.grenkechessopen.de/de/
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