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Prinz Pi "Rebell ohne Grund" erscheint am 28.01.2011

(lifePR) (Köln, ) Bei genauerem Hinsehen lassen sich zwei Denkschulen im Rap-Geschäft erkennen: Die quantitative und die qualitative Ausrichtung. Auf der einen Seite hast du die Arrivierten, die in ihren Cashflow-Fantasien auch noch den letzten lyrischen Furz veröffentlichen und damit sich selbst und dem Genre keinen großen Dienst erweisen. Auf der anderen Seite hast du die selten Zufriedenen mit dem übersteigerten Anspruch an sich selbst, die alle Jubeljahre einmal etwas veröffentlichen und ansonsten als scheintot gelten. Genau genommen gibt es in Deutschland nur einen Rapper, der über die letzten Jahre bewiesen hat, aus beiden Ansätzen das Beste zu machen. Und das ist Prinz Pi.

Innerhalb von zwölf Jahren schritt er die Milieu-typischen Stationen vom Indie mit Underground-Renomee bis zum Majorlabel ab, um nun doch seit einem Jahr in bester DIY-Manier selber alle Fäden in der Hand zu halten. Es sind in dieser Zeit genug Alben entstanden, um selbst Pi unsicher werden zu lassen, wie viele es denn genau sind. Wir haben nachgezählt: Es ist ein dreckiges Dutzend. Während all die anderen Rapper noch beteuern, dass sie nicht anders könnten als zu rappen, wird Pis Backkatalog durch die Tatsache zusammen gehalten, dass Rap nicht anders kann, als durch ihn erst verwirklicht zu werden.

Womit wir beim Kern der Sache angelangt wären, dem Manna des Rap: Der Realness. Es existiert dieser weit verbreitete Irrtum, Realness sei ein Produkt von sozialem Hintergrund und Entstehungskontexten. Ein Irrtum, der immerhin auf all diese Straßenrapper wie ein Beruhigungsmittel wirkt, während sie ihre unhörbare Musik produzieren. Würde man Rap selber nach den Bedingungen für Realness befragen, wäre ihm die Straße wohl weit weniger wichtig als die Tendenz, Genre-Gesetze zwar zu würdigen, sie aber auch gleichzeitig herauszufordern. Realness verlangt auch nach Vermeidung von Stillstand. In der Hinsicht ist Prinz Pi ohne Frage einer der scharfsinnigsten MCs in diesem Land. Wenn er sich an klassischen Motiven wie Money and Fame abarbeitet, bricht er die Aufstiegsträume mit Selbstironie, ohne sie dabei ins Lächerliche zu ziehen. Wenn er glaubwürdig die Codes of Cool in seinen Texten markiert, dann wartet in der nächsten Zeile bereits ein höchstpersönlicher Offenbarungseid. Kurzum: Seine Realness ergibt sich nicht aus Imagepflege und asozialer Erwünschtheit, sie ergibt sich aus der Authentizität, mit der er seine Themen aufgreift, die Originalität, mit der er diese Themen ausformuliert, dem technisch hohen Niveau, auf dem er diese schließlich umsetzt und letztendlich einem Sendungsbewusstsein, das seinen Hörern auf Augenhöhe begegnet. Über das Verhältnis von Prinz Pi zu seinem sehr treuen Hörerkreis musste man kaum noch etwas sagen, nachdem er folgende Zeile verewigt hatte: "Die Guten sterben jung, die Besten sterben nie, die Allerbesten gründen einen Fanclub für Pi."

Es ist anzunehmen, dass sich der Kreis der Allerbesten bald schon beträchtlich erweitern wird, denn mit "Rebell ohne Grund" steht die nächste, eine durchaus besondere Albumveröffentlichung an. Wenn man so will, ist es das "Sgt. Pepper" in Pis Diskografie. Ein Album, auf dem er vor allem und auf verschiedenerlei Weise von Liebe spricht. Liebe in ihrer schmerzhaftesten Form, Liebe in ihrer Alltäglichkeit, Liebe als Lebensentwurf, Liebe als Aufstand und Liebe als der ewige Antrieb. Die Berührungsängste vor dem Liebeslied sind gerade im Rap-Bereich enorm. Nicht wenige, die sich daran versucht haben, wurden das Image des Sensibelchens nie wieder los. Zu groß ist die Fallhöhe, zu gefährlich der Weg über das Minenfeld der Klischees, um dem Thema auf Albumlänge gerecht zu werden. Man darf dieses Album ein Wagnis nennen, einen Drahtseilakt zwischen der

Öffnung gegenüber einem universalen Thema und damit auch einem entsprechend größeren Hörerkreis und der Kredibilitätswahrung in der Szene. Es genügt ein einziger Durchlauf von "Rebell ohne Grund", um die trittfeste Souveränität des Rappers auf diesem Terrain zu feiern. Es ist ein klassisches Prinz Pi-Album voller treffsicherer Punchlines, intelligenter Zitate und phänomenaler Sprachbilder geworden, aber eben auch viel mehr. Es ist die Patrone für deinen Kopf in der Kammer der Pumpgun.

TRACKLISTE
1. BOMBENWETTER [3’07’’]
2. DER NEUE IGOD [3’22’’]
3. DU BIST [4’00’’]
4. VIRUS [3’42’’]
5. GENERATION PORNO [4’38’’]
6. KRIEG @ HOME feat. E-Rich & Chefkoch [3’44’’]
7. DREI † FÜR DEUTSCHLAND [3’51’’]
8. ETC. [3’08’’]
9. SCHLAFLIED [3’51’’]
10. WUNDERKIND [3’38’’]
11. MARATHON MANN feat. Kamp [5’03’’]
12. EIFER & SUCHT [3’36’’]
13. WIEDER UND WIEDER [4’39’’]
14. KÖNIGIN VON KREUZBERG [3’01’’]
15. RAND II feat. Timi Hendrix, Frauenarzt & Biztram [4’40’’]
16. MORGENGRAUEN feat. Mudi & Raf Camora [5’21’’]
17. LAURA [3’01’’]
18. BEWEIS [2’54’’]

Vinyl Bonussongs
18. Brandungsburg
19. ETC Extended Version

iTunes Bonussongs
20. Totlachen
21. Wunderkind
+ alle Texte in MP3s
+Digitales Booklet