Samstag, 21. Juli 2018


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Weltnaturerbe Białowieza retten!

Umweltorganisationen appellieren an polnischen Botschafter

Bremen, (lifePR) - Die großen Umweltorganisationen in Deutschland haben heute in einem gemeinsamen Brief den polnischen Botschafter aufgefordert, alles dafür zu tun, damit die Abholzung des Białowieza-Urwaldes in Polen gestoppt wird. Außerdem sprachen sie sich dafür aus, das gesamte Białowieza-Waldgebiet (inklusive Browsk und Hajnowka) zu einem Nationalpark zu erklären. Neben ROBIN WOOD haben acht weitere Umweltorganisationen den Brief unterzeichnet.

„Der Białowieza-Wald ist ein einzigartiger Schatz Europas! Die Abholzung im Weltnaturerbe sorgt zu Recht für heftigen Protest, den die polnische Regierung nicht einfach übergehen kann“, sagt ROBIN WOOD-Waldreferent Jannis Pfendtner.

Der Białowieza-Wald ist mit seinem Alter von mindestens 8.000 Jahren und seinen bis zu 20.000 Tierarten – darunter der Wisent – einmalig unter den Wäldern Europas und unersetzlich. Der einzige Tiefland-Urwald Europas liegt im Grenzgebiet zwischen Polen und Weißrussland. Während das Waldgebiet auf weißrussischer Seite komplett als Nationalpark unter Schutz gestellt ist, gilt dies für Polen nur zu etwa einem Fünftel. Die polnische Regierung verfügte, dass im übrigen Gebiet des Białowieza seit Mai 2017 wieder intensiv gefällt wird. Auf lokale und internationale Kritik reagierte sie mit dem Argument, dies geschehe zum Schutz vor dem Borkenkäfer, der die Natur gefährden würde.

„Der Borkenkäfer mag für einige angepflanzte Fichtenbestände am Rande der Region eine Gefahr sein – allerdings nur, wenn wirtschaftlich gedacht wird. Denn für die Erneuerung des Waldes und für die biologische Vielfalt ist der Borkenkäfer eher eine Unterstützung“, erläutert Pfendtner. Polnische UmweltschützerInnen werfen der Regierung schon lange verdeckte kommerzielle Abholzung vor.

Die UNESCO-Welterbekommission erklärte auf ihrem Treffen im Juli dieses Jahres in Krakau, dass der Status des Białowieza als Weltnaturerbe gefährdet sei und verlangte einen sofortigen Stopp der Fällungen in alten Wäldern. Die EU-Kommission verklagte Polen vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wegen der Verletzung europäischen Naturschutzrechts. Das Gericht ordnete daraufhin den sofortigen Stopp der Fällarbeiten im Białowieza-Wald an, was aber von polnischer Seite bis heute nicht befolgt wird. Polens Umweltminister Jan Szyszko behauptete bei einer Anhörung im Oktober vor dem EuGH, dass Luftbilder, die die Abholzung im Wald zeigen, manipuliert seien. Ein Urteil in dem Rechtsstreit wird bis Jahresende erwartet.

Um den Wald zu schützen, demonstrieren polnische und internationale AktivistInnen seit Monaten vor Ort und stellen sich immer wieder den schweren Fällmaschinen in den Weg. Die UmweltschützerInnen sind entschlossen ihren Protest fortzusetzen, bis der Wald gerettet ist.

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