Robeco: Credit Outlook von Sander Bus für das 3. Quartal 2012

(lifePR) ( Frankfurt am Main, )
"Die Finanzmärkte sind weiterhin mit der Abwicklung des Schulden-Super-Zyklus beschäftigt. Der Prozess der Entschuldung (Deleveraging) wird sich langfristig positiv auf Anleihen auswirken, erhöht jedoch auch kurzfristig die makroökonomische Volatilität", schreibt Sander Bus, Leiter des Credit Teams von Robeco, in seinem aktuellen Credit-Outlook für das dritte Quartal 2012.

"Besonders die mangelhaften institutionellen Rahmenbedingungen verkomplizieren den Umgang mit der Abwicklung des Schulden-Super-Zyklus in Europa. Die Entscheider in den Bereichen Finanzmarkt und Politik befinden sich inmitten eines besonderen Kreislaufs, den wir in Europa inzwischen zweimal jährlich durchlaufen. Gemeint ist damit, dass Politiker meist erst dann handeln, wenn sie mit einer akuten Krise konfrontiert sind. Ihr Handeln führt dann zu einer zeitweisen Verbesserung und Entlastung an den Finanzmärkten, worauf eine Stimmung der Selbstzufriedenheit folgt, die die Saat für die nächste Krise streut. Das ist der so genannte CRIC-Zyklus*. CRIC steht dabei für Crisis-Response-Improvement-Complacency. Jede Krise bringt uns dabei einer Lösung näher. Wir beobachten, dass bestehende Leistungsbilanzuntergewichte innerhalb Europas deutlich schrumpfen und die weitere steuerliche und politische Integration auf der Agenda steht. Derzeit beurteilen wir Anleihen aus EU-Peripherieländern aus der Bewertungsperspektive deutlich attraktiver. Daher ist das Risiko, dort untergewichtet zu sein, gestiegen."

Das Wichtigste in Kürze:

Fundamentaldaten:

- Die Ungleichgewichte innerhalb Europas werden geringer
- Die kurzfristige Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft fällt aufgrund des Haushaltdefizits schlechter aus als der Konsens
- Der globale Entschuldungsprozess hält an und führt zu Marktschwankungen

Bewertung:

- US-Hochzinsanleihen sind im Vergleich zu europäischen teurer
- Schwellenländer sind derzeit fair bewertet, doch überwiegen die Abwärtsrisiken

Technische Aspekte:

- Die Erwartung eines geringeren Angebotes ist gut für den Investment-Grade-Markt, nicht jedoch für den Hochzins-Bereich

Zusammenfassend schließt Sander Bus wie folgt: "Wir sind der Meinung, dass die Entwicklung der europäischen Schuldenkrise der größte Einflussfaktor auf die Finanzmärkte bleibt. Diese Krise wird uns noch viele Male beschäftigen. Bevor hier eine tragfähige Lösung gefunden wird, werden wir den so genannten CRIC-Zyklus vermutlich noch mehrfach durchlaufen müssen. Zudem könnte das Wachstum der US-Wirtschaft als ein neues Risiko in den nächsten Monaten an Aufmerksamkeit gewinnen. Insbesondere dann, wenn dies sich nach den Präsidentschaftswahlen stärker verlangsamen sollte als erwartet. Zudem werden sich die Emerging Markets nicht von den Märkten der Industrienationen abkoppeln können. Diese Länder sind keine 'sicheren Häfen', wie manche Anleger denken mögen. Es gibt also einige Unsicherheitsfaktoren. Die derzeit positivste Nachricht ist sicherlich die Tatsache, dass die Unternehmen nach wie vor gut aufgestellt sind. Wir finden vor allem in Europa gesunde Bilanzen und Managementteams vor, die eher zurückhaltend agieren. Für Anleiheinvestoren ist der Abbau von Fremdkapital eine gute Nachricht, die zu einem anhaltend steigenden Markt führt."

*Der Begriff CRIC-Zyklus steht für Crisis-Response-Improvement-Complacency und geht auf das Research von Morgan Stanley zurück.
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