Samstag, 18. November 2017


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Landwirte fordern steuerfreie Risikoausgleichsrücklage

Die rheinische Getreideernte war leicht unterdurchschnittlich. Laut des Statischen Landesamtes IT NRW wurde 2,5 % weniger als im Vorjahr geerntet

Bonn, (lifePR) - „Im Rheinland  wurden in diesem Jahr auf 140 000 ha Getreide (davon Brotgetreide 97 100 ha) angebaut und der Ertrag fiel über alle Getreidearten um 4,8 % geringer aus“, ergänzt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV). Bei der wichtigsten Getreideart Winterweizen mit 94 400 ha sank der Ertrag um 3,3 % auf 76 dt/ha.

Für NRW ergab sich beim Winterweizen ein vorläufiges Ergebnis von 79,7 dt/ha, das noch leicht unter dem bereits nicht zufriedenstellenden Vorjahr und 6,5 dt unter dem langjährigen Mittel lag. Weniger als 80 dt je ha hat es landesweit seit 2010 nicht mehr gegeben. Beim Vergleich der Landesteile fällt auf, dass der westfälische Weizenertrag mit 81,7 dt/ha um 5,7 dt höher als im Rheinland ausfiel. „Dies liegt sicher an der regional unterschiedlichen Niederschlagsverteilung. Diese hat das Ertragsniveau in diesem Jahr in erheblichem Maße mitbestimmt“, so der RLV. Leider seien auch die Preise nicht berauschend, meint der RLV. Sie stünden unter Druck, unter anderem da eine gute russische Ernte erwartet werde.

„Wenn man auf andere Regionen in Deutschland schaut, wo es teilweise viel zu starke Niederschläge gab, sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Trotz des Regens im August war die Ernte von zu wenig Niederschlag geprägt“, zieht der RLV Bilanz. „Jeder Tropfen, der gefehlt hat, war bei der Ernte zu spüren“, betont der RLV. Die Ernte im Rheinland ist sehr unterschiedlich ausgefallen – je nach Niederschlagsregion. Sie reicht von „schlechteste Ernte seit Jahren“ bis „zufriedenstellend“. In den niederschlagsärmeren Gebieten an den Rheinterrassen Köln, Düsseldorf, aber auch am Niederrhein und in der Voreifel, lagen die Ernten aufgrund des Regendefizits nur bei 50 bis 75 dt/ha. In anderen Gebieten mit mehr Regen gab es aber 100 dt/ha.

Doch die Bürger können beruhigt sein: Die rheinischen Bauern können eine ausreichende Brotweizen-Qualität bieten und die rheinischen Mühlen können somit auf regional erzeugtes Getreide zurückgreifen. Die Brötchen werden übrigens nicht teurer!

 „Das Wetter wird in Zukunft nicht berechenbarer werden. Die Landwirte sind die Berufsgruppe, die den Klimawandel am meisten spürt“, so der Verband. Vor diesem Hintergrund sei die Politik gefordert, eine verwaltungstechnisch einfache, steuerfreie Risikoausgleichsrücklage einzuführen – und zwar dauerhaft. Die besondere Situation der Landwirtschaft, die mit ihrer Produk­tion der Natur ausgesetzt sei, die zunehmenden Extremwetterereignisse und der übermächtige Gegenpol des Lebensmitteleinzelhandels erlaubten diese Forderung. „Wir fordern die Risikoausgleichsrücklage mit Nachdruck erneut ein“, hebt der RLV hervor. Landwirte hätten zwar schon immer mit Wetterextremen gearbeitet, deren Dichte nehme aber zu. Die von der Bundesregierung im Herbst 2016 im Hilfspaket für die Landwirtschaft eingeführte Möglichkeit zur Gewinnglättung über drei Jahre wirke dafür nicht ausreichend.

In diesem Jahr waren die rheinischen Obstbauern heftigen Frostereignissen ausgesetzt. Die rheinischen Obstbauern setzen sich für eine Förderung der Investitionen in Schutzmaßnahmen ein, wie Frostschutzberegnungen und Windmaschinen. Für besonders betroffene Obstbetriebe sei das Land dringend gefordert, eine Entschädigungszahlung auf den Weg zu bringen, fordert der RLV.

Zu den Brötchenpreisen: Die Bauern könnten den Weizen kostenlos anbieten, das würde am Preis auch nichts ändern, so der RLV. Denn der Anteil des Weizenpreises am Brötchen liegt bei unter 1 Cent! Sind die Weizenpreise niedrig, sind es etwa 0,7 Cent, sind sie hoch, sind es etwa 0,9 Cent. Strom und Energie sowie Arbeitskosten sind die Hauptfaktoren bei den Gesamtherstellungskosten.

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