Montag, 20. August 2018


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Seit 30 Jahren CO2-freie Stromerzeugung im Donaukraftwerk Höchstädt

Bewohner von Höchstädt rechnerisch zu 100 Prozent regenerativ versorgt

München, (lifePR) - Einen runden Geburtstag konnte 2012 das Laufwasserkraftwerk Höchstädt im Landkreis Dillingen feiern. Das Kraftwerk der Mittlere Donau Kraftwerke AG (MDK), die zu 60 Prozent der Rhein-Main-Donau AG (RMD) und zu 40 Prozent der Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW), einem Tochterunternehmen der Lechwerke AG (LEW), gehört, blickte zum Jahresende auf 30 Jahre erfolgreichen Dauerbetrieb im Dienste einer umweltfreundlichen, regenerativen Stromerzeugung zurück.

Die Staustufe Höchstädt dient als Mehrzweckanlage und wurde neben der Stromerzeugung für weitere staatlich-wasserwirtschaftliche Zwecke, insbesondere Hochwasserschutz sowie Sohl- und Grundwasserstabilisierung errichtet.

Seit der Inbetriebnahme 1982 erzeugte das südlich von Höchstädt gebaute Donau-Kraftwerk aus seinen beiden Kaplan-Turbinen mit zusammen 10.000 Kilowatt Leistung durchschnittlich rund 62 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr. Im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung werden damit jährlich über 43.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden.

Seit Betriebsbeginn hat das Kraftwerk Höchstädt rund 1,85 Milliarden kWh Strom erzeugt. Dabei wird eine Fallhöhe des Wassers von rund 5,8 Meter genutzt. Dafür wird das benötigte Wasser an drei Wehrfeldern aufgestaut, um dann mit bis zu 210 Kubikmetern pro Sekunde, das entspricht etwa 1.350 Badewannenfüllungen, die Turbinen anzutreiben und über die angekoppelten Generatoren CO2-frei Strom zu erzeugen.

Die Jahresstromerzeugung des Kraftwerks Höchstädt entspricht dem Strombedarf von fast 17.600 Durchschnittshaushalten (3.500 kWh Jahresverbrauch bei rechnerisch 2,7 im Haushalt lebenden Personen) pro Jahr. Mit einer Jahresproduktion aus dem Höchstädter Donaukraftwerk ließe sich rein rechnerisch der Haushaltsstrombedarf der fast 6.500 Einwohner von Höchstädt über sieben Jahre lang decken. Die Haushalte des Landkreises Dillingen könnten rund sechs Monate mit einer Höchstädter Jahresstromproduktion versorgt werden.

Zum 30. Geburtstag investierte der Kraftwerksbesitzer MDK in die automatische Rechenreinigungsanlage. Im ablaufenden Jahr wurden die komplette Steuerung und Personenschutzelemente erneuert. Um die Rechenreinigungsmaschine zukünftig im Vollautomatikbetrieb betreiben zu können, wurde der Fahrbereich der Maschine auch baulich durch einen Zaun gesichert. Rund 250.000 Euro haben RMD und BEW in das Projekt investiert. Mit der Umstellung der Rechenreinigungsanlage auf den modernen Vollautomatik-Betrieb ist die Arbeit vor Ort ein ganzes Stück effizienter, sicherer und letztendlich auch komfortabler geworden, denn jetzt erfolgt das Herausheben und Verbringen des Schwemmgutes prozessor- und sensorgesteuert.

Rund 76 Tonnen Schwemmgut, in erster Linie Treibholz, aber auch Wohlstandsmüll und Schrott, "filtert" die Rechenreinigungsanlage in Höchstädt pro Jahr aus der schwäbischen Lebensader. Ein zertifizierter Entsorgungsbetrieb transportiert dieses Material je nach Bedarf ab und übernimmt die fachgerechte Sortierung und Entsorgung. Damit leistet das Kraftwerk neben der CO2-Vermeidung auch einen wichtigen Umweltbeitrag zur Reinhaltung der Donau.

2009 wurden zudem die Maschinenautomatiken und das gesamte Kraftwerks-Leitsystem in Höchstädt modernisiert sowie die Turbinen und Generatoren einer grundlegenden Revision unterzogen. Die MDK investierte dafür rund eine Million Euro.

Zum nachhaltigen Betrieb von Wasserkraftanlagen kümmert sich die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) aktiv um neue Formen der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Gewässernutzern. So wurden zum Beispiel gemeinsam mit Fachverwaltung und -verbänden, mit Wissenschaft und Fischerei eine Vielzahl von gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten durchgeführt, u. a. Projekte zur Verbesserung der Gewässerstruktur und Auenentwicklung. Auch ist die BEW als Projektpartner mitbeteiligt am Naturschutz-Großprojekt "Schwäbisches Donautal - Auwaldverbund von nationaler Bedeutung", einer Auwaldentwicklung oberhalb der Staustufe Dillingen.

Die vorhandenen Staustufen zwischen Neu-Ulm und Donauwörth gewährleisten zusammen mit dem Riedstrom einen wirksamen Hochwasserschutz in diesem Gewässerabschnitt. Das durch den Riedstrom aktivierte Retentionspotenzial im Donauried hat überregionale Bedeutung für den gesamten bayerischen Donauraum. Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten hat sich das Ausbaukonzept bewährt, da neben der Erfüllung wasserwirtschaftlicher und ökologischer Zielsetzungen mit den Wasserkraftanlagen auch ein wesentlicher Beitrag zur CO2-Reduzierung und damit zum Klimaschutz geleistet wird.

Die zehn Donau-Kraftwerke von Oberelchingen im Landkreis Neu-Ulm bis Donauwörth, die mehrheitlich der Rhein-Main-Donau AG in München gehören, werden von der BEW betrieben und von deren Zentralwarte in Gersthofen bei Augsburg aus ferngesteuert.

Dazu RMD-Vorstand Dr. Albrecht Schleich: "Wir freuen uns, dass wir in der Bayerische Elektrizitätswerke GmbH einen kompetenten und ausgezeichneten Betreiber für unsere Wasserkraftwerke an der Donau gefunden haben, der unsere Anlagen im Sinne einer zuverlässigen, umweltfreundlichen, regenerativen Stromerzeugung für einen langfristigen Dauerbetrieb fit hält."

"Unsere beiden ältesten Wasserkraftkraftwerke entstanden vor knapp 90 Jahren am Main in Würzburg (Untere Mainmühle, 1922) und an der Donau bei Passau (Kachlet 1922-1927). Seitdem erzeugen sie zuverlässig Strom. Unserem Kraftwerk Höchstädt wünschen wir einen mindestens ebenso langen und erfolgreichen Betrieb, der vor allem auch dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Unternehmens und denen unseres Betriebsführers BEW zu danken ist - darauf können alle mit Recht stolz sein", erklärte Schleich weiter.

Wasserkraft in Bayern

Die Nutzung der Wasserkraft zur Stromerzeugung ist angesichts der angestrebten Energiewende in Deutschland aktueller denn je. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft hat in Bayern eine über 100-jährige Tradition und ist nicht nur die älteste Form der Stromerzeugung, sondern immer noch die effizienteste Art, regenerative Energie rund um die Uhr, wetterunabhängig und in größerer Menge bereit zu stellen. Speziell in Bayern hat die Wasserkraft mit bis zu 15 Prozent einen hohen Anteil an der Stromerzeugung. Mit rund 11,4 Milliarden Kilowattstunden Jahreserzeugung 2011 liegt ihr Anteil im Bereich der erneuerbaren Energien bei rund 44 Prozent und ist somit wichtigster regenerativer Stromproduzent in Bayern, der zudem noch Grundlast fähig ist. Importunabhängig, zuverlässig, flexibel und kundennah stellen die über 200 großen und etwa 4.000 kleineren Wasserkraftanlagen an Bayerns Flüssen Strom in einer Größenordnung zur Verfügung, die für die Versorgung von rund 3,5 Millionen Durchschnittshaushalten ausreichen würde.

Um das bestehende Wasserkraftpotenzial zu erhalten, werden die Wasserkraftwerke mit hohem finanziellem Aufwand instand gehalten.

Laut einer Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts forsa aus dem Jahr 2009 befürworten 91 Prozent der Menschen in Bayern die Nutzung der Wasserkraft.

Mittlere Donau Kraftwerke AG

Die Mittlere Donau Kraftwerke AG (MDK), ist Eigentümerin der vier Donaukraftwerke Dillingen, Höchstädt und Schwenningen (alle Landkreis Dillingen) sowie Donauwörth (Landkreis Donau-Ries). Die MDK gehört zu 60 Prozent der Rhein-Main-Donau AG (RMD), München, und zu 40 Prozent der Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) mit Sitz in Augsburg.

Bayerische Elektrizitätswerke GmbH

Die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Augsburger Lechwerke AG. Die BEW gehört zu den führenden Wasserkraftwerksbetreibern in Bayern und erzeugt jährlich rund 1 Milliarde Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom aus regenerativer Wasserkraft. Die BEW betreibt dazu 35 Wasserkraftwerke an Donau, Iller, Günz, Lech und Wertach.

Zudem bieten die Bayerischen Elektrizitätswerke Dienstleistungen in den Bereichen Energie und Umwelt an. Die BEW beschäftigt rund 170 Mitarbeiter. Der Unternehmenssitz befindet sich in Augsburg.

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