"Ortsrand muss vom Kirchturm sichtbar bleiben"

Zum Flächenpapier des Landes Baden-Württemberg

(lifePR) ( Karlsruhe, )
"Orientierung ist notwendig, gerade bei dem schwierigen Thema Fläche. Deshalb sind die Hinweise des Landes zum Flächenbedarf zu begrüßen", so Gerd Hager, Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein. Sie sollen für eine gleichmäßige Genehmigungspraxis bei der Neuinanspruchnahme von Bauland sorgen. Auslöser für die Zielvorgabe des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur war die Erkenntnis, dass die Flächensparziele des Bundes (30 Hektar/Tag Flächenverbrauch bundesweit) und des Landes (Netto-Null) bei weitem nicht erreicht werden. Bisher liegen die Zahlen noch immer mehr als 100 Prozent über dem Ziel. Der ministerielle Erlass kommt nicht überraschend' schon seit über einem halben Jahrzehnt wird der Flächenbedarf bei der Neuausweisung von Bauland verstärkt geprüft. Geändert wurde nur der Berechnungsfaktor für das von der demografischen Entwicklung und dem zunehmenden Wohnkomfort ausgelöste Wachstum. Diesen hat das Land von 0,5 % pro Jahr auf 0,3 % verringert. In 100 Jahren darf die Wohnbaufläche nur noch um 30 % statt bisher um 50 % wachsen. Ohne Zunahme der Bevölkerung wohlgemerkt.

Tatsächlich kommen noch zwei weitere Wachstumsfaktoren hinzu: die Steigerung der Bevölkerungszahl (heute durch Zuwanderung) und die Zunahme der Gewerbeflächen - entsprechend des örtlichen Bedarfs. Ein Engpass würde sich durch die Übernahme der überholten Zahlen des Statistischen Landesamts zur Zuwanderung ergeben. Hier müssen die Gemeinden die Chance haben, aktuellere und genauere Zahlen zu verwenden. Das Land hat zu dieser Frage bereits Entgegenkommen signalisiert. "Damit sind wir auf dem richtigen Weg", so Hager.

Zudem muss der Berechnungsfaktor (0,3 % p. a.) noch empirisch unterlegt werden. Die Zahlen des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein ergeben ein differenziertes Bild (s. Anlage). In den Zentren fehlt häufig die Freifläche für eine solche Expansion. In den ländlicheren Gebieten wird die Zahl überschritten. "Diese Unter schiede sollen auch bei der Genehmigung berücksichtigt werden", so Hager. In der Region handeln die Städte und Gemeinden verstärkt nach dem Grundsatz "Innen vor Außen". Viele Konversionsprojekte wurden erfolgreich auf den Weg gebracht: beispielsweise Nordstadt Karlsruhe, Bahnstadt Bruchsal oder Cité in Baden- Baden. Zudem haben auch die kleineren Gemeinden ihre Innenpotenziale auf der Grundlage von Modellprojekten (z. B. Raum+ und MOKKA) erhoben und erschlossen. "Flächen sparen ist machbar, bei der Zuwanderung brauchen die Kommunen aber einen Planungsspielraum", so Hager. In der Region Mittlerer Oberrhein kann beobachtet werden, wie ein nachhaltiger Umgang mit dem knappen Gut Fläche mit einer dynamischen Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung einher geht.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.