Donnerstag, 29. Juni 2017


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Betriebsgelände als Ort der biologischen Vielfalt

Unternehmen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb bieten heimischen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause

(lifePR) (Tübingen, ) Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen zeigte mit finanzieller Unterstützung durch das Förderprogramm "Biosphärengebiet Schwäbische Alb" 31 Unternehmen im und um das Biosphärengebiet Möglichkeiten einer naturnahen Gestaltung ihres Betriebsgelände auf. Im Fokus bei diesem zweijährigen Projekt standen dabei neben den ökologischen Vorteilen auch positive finanzielle Effekte für die Unternehmen.

Siedlungs- und Gewerbegebiete weisen oftmals eine überraschend hohe Vielfalt an Tieren und Pflanzen auf. Viele Arten haben hier eine Zufluchtsstätte gefunden, die in der Landschaft so kaum mehr vorhanden ist. Damit die heimische Fauna und Flora in diesen "Ersatzlebensräumen" besser erhalten werden kann, hatte die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen - vertreten durch die Professoren Dr. Reidl und Dr. Hauffe - 2013 das Projekt "Unternehmen und biologische Vielfalt im Biosphärengebiet Schwäbische Alb" im Rahmen des Förderprogramms "Biosphärengebiet Schwäbische Alb" bearbeitet. Aufgrund des großen Interesses von Seiten der Unternehmen wurde 2014 ein Folgeprojekt von der Hochschule beantragt.

Ziel dieses über zwei Jahre dauernden Projektes war es, Betrieben Möglichkeiten aufzuzeigen, wie auf ihrem Außengelände Naturschutzmaßnahmen durchgeführt werden können, die zugleich auch eine Aufwertung für den Menschen darstellen. Denn bunte Blumenwiesen für Schmetterlinge, begrünte Hauswände mit Nistmöglichkeiten für Vögel oder idyllische Trockenmauern für Eidechsen sind auch für die Mitarbeiter und Besucher des Unternehmens eine Augenweide.

19 Unternehmen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb oder im nahen Umfeld haben 2014 an der Idee nicht nur Interesse gezeigt, sondern sind gemeinsam mit dem projektausführenden Planungsbüro werKstatt.landschaft aus Reutlingen und der Hochschule in die Entwicklung konkreter Maßnahmenvorschläge eingestiegen. Im Jahr davor hatten 12 Betriebe mitgemacht.

Aufgrund der unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten, Bedürfnisse und Vorstellungen sind für jedes Unternehmen individuelle Vorschläge entstanden, die auch zum jeweiligen Image passen. Folgende Unternehmen nahmen 2014 teil: Akzent Hotel Forellenhof Rössle (Lichtenstein-Honau), Biohotel Rose (Hayingen-Ehestetten), Restaurant Gasthaus Bruckstüble (Eningen), Gasthof Friedrichshöhle (Hayingen-Wimsen), Hotel Gasthof Post (Laichingen-Feldstetten), Hotel Gasthof Wittstaig (Münsingen-Gundelfingen), Hotel Speidel's Braumanufaktur (Hohenstein-Ödenwaldstetten), Landgasthof Adler (Altsteußlingen), Landgasthof Wolf (Eningen), Holy AG (Metzingen), Schwörer Haus KG (Hohenstein), ElringKlinger AG (Dettingen/Erms), Elektro Müller (Hayingen), Pirker + Pfeiffer Ingenieure GmbH & Co. KG (Münsingen), BioVital Park GmbH (Gomadingen/Langenargen), Krohmer Holzbau GmbH & Co. KG (Münsingen), Wolly GmbH & Co. KG (Metzingen), F.K. Systembau GmbH (Münsingen) und die Bruderhaus Diakonie (Münsingen-Buttenhausen).

Dass sich der Erhalt bzw. die Schaffung von Lebensräumen auch finanziell lohnen kann, haben die Projektträger anhand von konkreten Beispielen aufgezeigt. So können beispielsweise mit dem Unterhalt einer Wiese anstelle eines Rasens auf zehn Jahre betrachtet etwa 1.200 Euro pro 100 Quadratmeter eingespart werden. Vergleichbar sieht es bei geschnittenen Hecken und einer grünen "Grenze" aus Wildsträuchern aus. Über zehn Jahre muss hier das Unternehmen pro laufenden Meter Wildhecke rund 150 Euro weniger in die Budgetplanung aufnehmen.

Aufgrund der großen Resonanz in den vergangenen zwei Jahren wurde nun für die Förderperiode 2015 ein Projektantrag zur Erarbeitung eines praxisorientierten Handlungsleitfadens für interessierte Betriebe von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen eingereicht. Im Fall der Projektbewilligung wird der Leitfaden Ende des Jahres für weitere interessierte Unternehmen zur Verfügung stehen.

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