Samstag, 21. Oktober 2017


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Anhaltende Schwierigkeiten im deutschen Free-TV-Geschäft belasten drittes Quartal 2008

Rückgang des Konzernumsatzes um 3,3% auf 646,5 Mio Euro / Recurring EBITDA sinkt um 17,4% auf 103,1 Mio Euro / Konjunkturaussichten verschlechtern sich erheblich: Budget für 2009 wird an schwieriges Marktumfeld angepasst

München, (lifePR) - Der Konzernumsatz verzeichnete im dritten Quartal 2008 einen Rückgang um 3,3 Prozent auf 646,5 Mio Euro (Q3 2007: 668,4 Mio Euro). Hauptgrund hierfür ist die Umsatzentwicklung im deutschen Free-TV-Geschäft, die trotz eines befriedigenden Auftakts im dritten Quartal und großer Erfolge im Zuschauermarkt erneut deutlich unter Vorjahresniveau lag. Anhaltende Schwierigkeiten, die aus der Einführung des Werbezeiten- Verkaufsmodells resultieren, prägten die Buchungssituation. Erschwerend kam hinzu, dass sich zum Quartalsende eine konjunkturelle Abkühlung abzeichnete. Höhere Erlöse im internationalen Free-TV-Geschäft konnten die Umsatzeinbußen im deutschen Free-TV-Markt etwas abschwächen.

Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA (recurring EBITDA) ging um 17,4 Prozent beziehungsweise 21,7 Mio Euro auf 103,1 Mio Euro zurück. Das EBITDA betrug 92,5 Mio Euro gegenüber 0,4 Mio Euro im dritten Quartal 2007.

Die Gesamtkosten (bestehend aus Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten) sanken um 135,0 Mio Euro auf 595,2 Mio Euro. Die Gesamtkosten waren im letzten Jahr durch Einmaleffekte von 124,4 Mio Euro geprägt, die vor allem aus der Kartellstrafe in Höhe von 120,0 Mio Euro resultierten. Im dritten Quartal 2008 betrugen die Einmalaufwendungen insgesamt 14,4 Mio Euro. Diese ergaben sich insbesondere aus Portfoliomaßnahmen. Um Einmaleffekte bereinigt sanken die Gesamtkosten gegenüber dem dritten Quartal 2007 um 25,1 Mio Euro auf 580,8 Mio Euro.

Guillaume de Posch, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG: "Im deutschen Markt ist es uns bislang nicht gelungen, unsere hervorragende Performance im Zuschauermarkt auf dem Werbemarkt zu kapitalisieren. Das ist jetzt unsere oberste Priorität. Darüber hinaus müssen wir schnell auf die erschwerten konjunkturellen Bedingungen reagieren. Die Umsätze im internationalen Free-TV-Segment verzeichneten im dritten Quartal ein solides Wachstum. Zwar wird es auch weiterhin Teilmärkte mit guten Wachstumsraten geben, für das vierte Quartal erwarten wir aufgrund aktueller Marktdaten jedoch insgesamt eine Abschwächung. Wir werden die Rentabilität und Effizienz aller Abläufe in unserem Portfolio überprüfen und uns auf die "Must- Haves" konzentrieren, das bedeutet auf die für unser Unternehmen in diesem ungünstigen Marktumfeld wirklich wesentlichen Aktivitäten."

Entwicklung der Segmente in Q3 2008

- Segment Free-TV im deutschsprachigen Raum:

Im dritten Quartal 2008 lag der externe Umsatz mit 344,2 Mio Euro um 34,1 Mio Euro unter dem Vorjahresniveau. Der Umsatzrückgang von 9,0 Prozent ist auf geringere Werbeerlöse in Deutschland zurückzuführen. Die Einbußen konnten durch Einsparungen bei den operativen Kosten teilweise kompensiert werden. Wie geplant, konnten die Programmaufwendungen durch eine optimierte Ausnutzung des Programmvermögens verringert werden - bei gleichzeitig steigenden Zuschauermarktanteilen (Q3 2008: 29,7%; Q3 2007: 29,1%). Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA des Segments (recurring EBITDA) verzeichnete gegenüber dem dritten Quartal 2007 einen Rückgang um 17,9 Mio Euro auf 41,8 Mio Euro (-30,1%). Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr hingegen um 91,2 Mio Euro auf 27,9 Mio Euro überproportional gestiegen. Der Vorjahreswert von minus 63,3 Mio Euro ist geprägt durch Einmaleffekte in Höhe von 123,0 Mio Euro, die im Wesentlichen aus dem Bundeskartellamtsverfahren resultierten (120,0 Mio Euro). Im dritten Quartal 2008 ergaben sich Einmaleffekte von 13,9 Mio Euro.

- Segment Free-TV International:

Die Geschäftsentwicklung im Segment Free-TV International war erfreulich.

Die externen Umsatzerlöse stiegen um 10,9 Prozent auf 174,4 Mio Euro (Q3 2007: 157,3 Mio Euro). Wachstumsstärkste Länder waren Dänemark (+25%), Rumänien (+20%), Ungarn (+13%) sowie Norwegen (+12%). Der Umsatzanstieg ergibt sich größtenteils aus einer Steigerung der Werbeeinnahmen. Höhere Distributionserlöse sowie die positive Entwicklung von 2007 neu gestarteten Sendern haben das Umsatzwachstum zusätzlich beschleunigt. Das recurring EBITDA stieg um 15,6 Prozent beziehungsweise 5,5 Mio Euro auf 40,8 Mio Euro. Das EBITDA verzeichnete einen Anstieg um 33,5 Prozent oder 11,5 Mio Euro auf 45,6 Mio Euro. Das EBITDA im dritten Quartal 2008 beinhaltet positive Einmaleffekte in Höhe von 4,8 Mio Euro, die zum Großteil aus dem Verkauf des skandinavischen Untertitelungsdienstes BTI resultieren.

- Segment Diversifikation:

Die externen Erlöse verringerten sich um 3,7 Prozent oder 4,9 Mio Euro auf 127,9 Mio Euro, hauptsächlich aufgrund geringerer Erlöse von 9Live im Kerngeschäft Call-TV in Deutschland. Unverändert robust erwiesen sich die internationalen Aktivitäten im Bereich Radio und Premium-Pay-TV (C More). Umsatztreiber im deutschsprachigen Markt war das Online-Geschäft. Das recurring EBITDA des Segments sank um 10,6 Mio Euro auf 19,3 Mio Euro (- 35,4%), das EBITDA verringerte sich um 10,8 Mio Euro auf 18,9 Mio Euro (- 36,5%).

Ausblick

Die Schwierigkeiten bei der Einführung des Werbezeiten-Verkaufsmodells in Deutschland werden sich auch auf das vierte Quartal auswirken, zumal die Aussichten für den deutschen Werbemarkt deutlich schlechter geworden sind. Auf internationaler Ebene ist derzeit nicht absehbar, in welchem Ausmaß die Finanzmarkt-Krise die Werbebranche beeinträchtigt. Bei regional unterschiedlicher Auswirkung dürften die nachteilig wirkenden Faktoren jedoch überwiegen.

Die ProSiebenSat.1 Group wird die geänderten Rahmenbedingungen im Budgetplan für 2009 berücksichtigen und der schwierigen Marktsituation mit klaren Maßnahmen begegnen. Trotz des bereits straffen Kostenmanagements werden zusätzliche Einsparungspotentiale identifiziert. "Wie viele andere Marktteilnehmer müssen auch wir unser Haus winterfest machen. Nur durch striktes Kostenmanagement können wir die Zukunft der ProSiebenSat.1 Group sichern. Sobald die Konjunktur wieder anzieht, wird sich diese Konsequenz auszahlen", erläutert der Vorstandsvorsitzende Guillaume de Posch.

Die Kennzahlen entnehmen Sie bitte dem beigefügten Dokument.

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