Samstag, 24. Februar 2018


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In Gruppenchats werden zu viele persönliche Daten preisgegeben

Berlin-Mitte, (lifePR) - Viele Schülerinnen und Schüler organisieren sich in Chatgruppen auf dem Smartphone. WhatsApp bietet dafür zahlreiche Möglichkeiten. Vor allem jüngeren Nutzern ist aber oft nicht bewusst, dass sie dadurch sensible persönliche Daten preisgeben.

„Auch wenn WhatsApp im Alltag für viele junge Menschen selbstverständlich ist: Es ist wichtig, dass sich Eltern regelmäßig über Neuerungen informieren und wissen, auf welche Daten des Smartphones ihres Kindes der Dienst automatisch zugreift“, sagt Kristin Langer, Mediencoach der Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ Die Expertin sieht große Probleme bei dem Messenger: Oft tauschen sich an Schulen ganze Klassen über die App aus. Gleichzeitig ist nicht immer allen Kindern und Jugendlichen bewusst, dass die eigene Nummer im Gruppen-Chat für alle Teilnehmer sichtbar ist und somit alle Mitschüler Zugriff darauf haben. Wenn in den Gruppen Fotos zum Beispiel von Schulausflügen geteilt werden, geschieht das häufig ohne Rücksprache mit den Fotografierten. Dabei haben auch Kinder ein Recht am eigenen Bild. Einmal versendet, ist die weitere Verbreitung nicht kontrollierbar.

Wenn – nicht unüblich –  Lehrer und Schüler eine Klassengruppe auf WhatsApp betreiben, ist das nicht nur datenschutzrechtlich bedenklich. Solche Gruppen können diskriminierend für jene sein, die nicht teilnehmen wollen oder können, weil sie WhatsApp nicht nutzen oder kein Smartphone besitzen. Erste Bundesländer – Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg – haben bereits entsprechende Verbote erlassen.

Datenschützer sehen bereits seit längerem einen Rechtsverstoß darin, dass WhatsApp nach der Zustimmung des Anwenders zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen automatisch dauerhaft auf sämtliche im Smartphone gespeicherten Kontakte zugreift – was vielen Nutzern nicht bewusst ist.

„In der Regel sind Lehrkräfte sehr geübt daran, mit ihrer Klasse funktionierende Informationswege zu verabreden, die für alle ohne Einschränkung nutzbar sind. Wird ein Messenger mit einem Gruppenchat gewählt, ist zudem wichtig, feste Verabredungen zu treffen, was und wann dort geschrieben wird und wie Chatmitglieder fair miteinander umgehen“, sagt Langer.

Langer rät dazu, das Thema auf einem Elternabend zu diskutieren und eine einheitliche Haltung zu entwickeln. Eine sichere Alternative zu WhatsApp seien beispielsweise der kostenpflichtige Messengerdienst Threema oder die kostenlose App Signal – wenngleich auch bei Signal die Nummern der Gruppenteilnehmer einsehbar sind.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundes-ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

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