Giftiger Pestizidcocktail in Schweizer Bächen nachgewiesen - schon wieder

(lifePR) ( Basel, )
Die Wasserforscher wählen deutliche Worte: «In keinem Fall wurden die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität eingehalten». Erneut sind die Schlussfolgerungen einer Studie der Eawag alarmierend. Pro Natura fordert den Bundesrat auf, die Zeichen der Zeit ernst zu nehmen und einen starken Pestizidreduktionsplan zu beschliessen. Gleich zwei Volksinitiativen fordern die Politik zum Handeln auf.

Erneut zeigen Zahlen der Eawag, des renommierten Wasserforschungsinstituts der ETH, dass die Schweizer Bäche massiv durch Pestizide verschmutzt sind. Ein weiteres Mal hat eine Studie belegt, dass besonders in Einzugsgebieten mit intensiver Landwirtschaft die Gewässerbelastungen durch Pestizide weit über den gesetzlich erlaubten und über den ökologisch vertretbaren Werten liegen. Die Resultate sind einmal mehr alarmierend (siehe Box).

Bevölkerung beunruhigt

Der Unmut in der Bevölkerung über den Pestizidmix in unseren Bächen ist gross. Das zeigen zwei kürzlich lancierte eidgenössische Volksinitiativen für sauberes Trinkwasser und gegen synthetische Pestizide. Pro Natura appelliert an den Bundesrat und das federführende Amt für Landwirtschaft, diese Zeichen ernst zu nehmen. Mit einem wirkungsvollen Pestizidreduktionsplan, der voraussichtlich im Sommer beschlossen werden soll, kann diesem Unmut begegnet werden. «Jetzt einen Pestizidreduktionsplan zu verabschieden, der die Besorgnis der Bevölkerung ernst nimmt, schafft Klarheit und verhindert ein langwieriges politisches Seilziehen», sagt Rico Kessler, Pro Natura Abteilungsleiter Politik und Internationales.

Die alarmierendsten Zahlen aus der aktuellen Eawag-Studie:

- Nicht weniger als 128 verschiedene Wirkstoffe aus dem Acker-, Gemüse-, Obst- und Rebbau wurden nachgewiesen. Darunter 61 verschiedene Herbizide, 45 verschiedene Fungizide und 22 Insektizide.
- In 80 Prozent der Proben (Gesamtzahl 1800 Proben) wurde die gesetzliche Limite von mindestens einem Stoff überschritten. Bei einzelnen Substanzen wurde der gesetzlich zulässige Wert um das 400-fache überschritten.
- In allen untersuchten Bächen war die Pestizidbelastung über eine Zeitdauer von mindestens 60 Tagen über den gesetzlichen Grenzwerten, in zwei Bächen sogar praktisch über die gesamte Untersuchungsdauer von 6 Monaten.
- Nach ökotoxikologischen Qualitätskriterien sind in allen Gewässern die verträglichen Limiten «teilweise um ein Vielfaches» überschritten. Das Zusammenspiel der Gifte, «der Cocktail», verschärft die Problematik zusätzlich. Im Durchschnitt wurden in jeder Probe 20 bis 40 verschiedene Stoffe gefunden. Dieser Mix wirkt chronisch, aber auch akut tödlich auf Gewässerorganismen.

Links: 
Studien-Resultate: http://bit.ly/2oTjPtF
www.pronatura.ch/pestizide
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