Mittwoch, 22. November 2017


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Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gratulieren Jürgen Wilde zum 80. Geburtstag

München, (lifePR) - Der Sammler und Stifter Jürgen Wilde feiert am Sonntag, den 20. August 2017 seinen achtzigsten Geburtstag. Seit den 1960er-Jahren wirkt er gemeinsam mit seiner Frau Ann Wilde durch sein kennerschaftliches Engagement als ein maßgeblicher und entscheidender Wegbereiter für die Anerkennung von Fotografie als Kunst.

Mit dem Erwerb eines Teilnachlasses des Münchner Kunsthistorikers Franz Roh, der in den 1920er-Jahren ein ausgesprochener Mentor der Avantgardefotografie war, begann die Sammlungs- und Forschungstätigkeit von Ann und Jürgen Wilde. Zu einer Zeit, als noch wenige europäische Museen und Sammler die Bedeutung der Fotografie als künstlerisches Medium der Moderne erkannt hatten, gründeten sie 1972 in Köln die erste professionelle, auf Fotografie spezialisierte Galerie Deutschlands.

In ihrer Galeriearbeit widmeten sich Ann und Jürgen Wilde der Wiederentdeckung von vergessenen Künstlerinnen und Künstlern der 1920er- und 1930er-Jahre wie Florence Henri, Werner Rhode, Germaine Krull, Alfred Ehrhardt und Moï Wer und brachten sie durch internationale Ausstellungen, Publikationen und Portfolios mit Neuabzügen zurück ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Zudem richteten sie Ausstellungen mit zeitgenössischen Fotografen wie Duane Michals, Gabriele und Helmut Nothhelfer, Jürgen Klauke und Ralph Gibson aus. 1977 waren sie mit Klaus Honnef an der Vorbereitung für die Abteilung Fotografie auf der documenta 6 beteiligt. Gleichzeitig bauten Ann und Jürgen Wilde eine umfangreiche Sammlung zur modernen und zeitgenössischen Fotografie auf und begründeten die beiden Künstlerarchive zu Karl Blossfeldt und Albert Renger-Patzsch. Nach der Schließung der Galerie 1985 konzentrierten sie sich schwerpunktmäßig auf die Erforschung von Leben und Werk Blossfeldts und Renger-Patzschs und die Erweiterung der Künstlerarchive, die auf Betreiben von Jürgen Wilde 1991 in die Liste national schützenswerter Kulturgüter aufgenommen wurden. Mit der Stiftung Fotografie und Kunstwissenschaft gründeten sie 2001 in Köln eine Plattform, um die Arbeit an den Archiven stärker in die Öffentlichkeit zu rücken. Neben Ausstellungsaktivitäten veröffentlichten sie u.a. die Nachdrucke „Germaine Krull. Métal“ (2002/03) und „Karl Blossfeldt. Urformen der Natur“ (2003).

Nach zahlreichen Kooperationen überführten Ann und Jürgen Wilde ihre Sammlungsbestände und Archive in die Stiftung Ann und Jürgen Wilde, die seit 2010 den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen angegliedert ist. Sie ergänzt und erweitert die Abteilung Fotografie und Neue Medien der Pinakothek der Moderne und wird seither kontinuierlich aufgearbeitet und in Sammlungspräsentationen, Publikationen und Sonderausstellungen, zuletzt „Florence Henri. Compositionen“ (2014), „Karl Blossfeldt. Aus der Werkstatt der Natur“ (2015) und „Albert Renger-Patzsch. Ruhrgebietslandschaften“ (2016) der Öffentlichkeit präsentiert.

Jürgen Wilde zu Ehren wird am 28.09.2017 Bernd Stiegler / Universität Konstanz in der Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens-Auditorium einen Festvortrag halten. Beginn 18.30 Uhr

Die aktuelle Präsentation aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde in der Pinakothek der Moderne, Saal 8 zeigt noch bis zum 10.09.17 „Künstlerporträts aus den 1920er- und 1930er-Jahren“. Ab dem 28.09.17 wird das Mappenwerk „Métal“ (1928) von Germaine Krull mit Lichtdrucktafeln aus der Erstausgabe präsentiert, ergänzt um Fotografien und Dokumente aus Stiftungsbeständen.

Weitere Informationen und Bildmaterial erhalten Sie auf Anfrage über die Presseabteilung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

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