Blue Skies - fünftägiges Festival mit Performances, Ausstellung und Diskursprogramm

(lifePR) ( Essen, )
Mit dem wachsenden Einfluss der Technologie auf das Leben verändern sich unsere Körper, unsere Gemeinschaften und unsere Umwelt. Wie kann dieser Wandel aktiv mitgestaltet werden? Über mehrere Jahre widmet sich die Festivalreihe ›Blue Skies‹ den großen Umbrüchen der Gegenwart: in der ersten Edition unter dem Titel ›Bodies in Trouble‹ steht die technologische und pharmazeutische Veränderung des Körpers im Fokus.

Über fünf Tage (10. – 14.07.) laden PACT und das Büro medienwerk.nrw zu einem interdisziplinären Programm aus Performances, Workshops, Vorträgen und Gesprächen sowie einer begleitenden Ausstellung ein – Besucher*innen können aus rund 40 Einzelveranstaltungen wählen, im Programm vertreten sind über 50 internationale Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Philosoph*innen. Der Eintritt zu sämtlichen Workshops, Gesprächen, Vorträgen, dem Konzertprogramm sowie zur Ausstellung ist frei.

Themenschwerpunkt ›Bodies in Trouble‹

Als erste Edition der Reihe ›Blue Skies‹ widmet sich ›Bodies in Trouble‹ dem Körper als Terrain des technologischen Wandels. Die umwälzenden Entwicklungen in der biochemischen Forschung greifen zunehmend in das Leben selbst ein: Es entstehen Hybride aus Maschine und Organismus, technische Interventionen und Substanzen werden eins mit dem Körper. Neueste Entwicklungen in der Gentechnik und den Neurowissenschaften versprechen indes, Menschen, Tiere und Pflanzen nachhaltig modellier- und kontrollierbar zu machen.

Die Grundlagen unserer Existenz und unseres sozialen und öffentlichen Miteinanders verändern sich durch diese Entwicklungen tiefgreifend. In den verheißungsvollen technologischen Versprechen von Konzernen klingt die Freiheit, den Körper, soziale Dynamiken und unsere Umwelt vollkommen gestaltbar und veränderbar zu machen, nach einer universellen Lösung. Andere befürchten ein auswegloses soziales Szenario, in dem die Handlungsmacht des Einzelnen den umfassenden technischen Reduktionen, mathematischen Operationen und gefilterten Wissensbeständen zum Opfer fällt. Wie aber könnten die kritischen Zwischentöne dieser polarisierenden Positionen klingen, wie könnten alternative Zukunftsentwürfe aussehen?

Die Festivalreihe ›Blue Skies‹ öffnet den Raum für alternative Narrative und Imaginationen: Der Titel verweist dabei einerseits auf den blauen Himmel als metaphorische Projektionsfläche und greift die englische Formulierung »blue sky thinking« (dt. »ins Blaue denken«) auf. Dabei steht die interdisziplinäre Arbeit an neuen Erzählungen, spekulativen Zukunftsvisionen und alternativen Praktiken jenseits der dominierenden Narrative im Mittelpunkt des Festivals.

Programm mit Vorträgen und Gesprächen, Workshops, Ausstellung, Performances und Konzerten

Im Performanceprogramm wagen verschiedene Inszenierungen einen spekulativen Ausblick auf die Veränderungen des Körpers: Stefan Kaegi / Rimini Protokoll präsentiert die vieldiskutierte Arbeit ›Uncanny Valley‹ (10. – 13.07.). Zu einem immersiven Selbstversuch im Trainingscamp der futuristischen Körper lädt das Kollektiv The Agency in ›Medusa Bionic Rise‹ (11. – 12.07.) ein. Als Teil eines fremdartigen Stammes durchstreifen die Besucher*innen in Johannes Paul Raethers Performance ›Transformalor – Transformella malor [4.4.6.13.]‹ (13.07.) gemeinsam mit einem Avatar alltägliche Territorien der Normativität, die versinnbildlichen, wie Reproduktion heute in ein globales Netzwerk der industriellen Produktion eingebunden ist. Der französische Choreograph und Molekularbiologe Xavier Le Roy kommentiert die Fragestellungen des Festivals performativ in ›Untitled, a lecture‹ (13.07.).

In Gesprächen und Vorträgen diskutieren internationale Akteur*innen aus Kunst, Philosophie und Wissenschaft virulente ethische Fragestellungen und Entwicklungen der Biopolitik. Zu den Vortragenden zählen u.a. Marie-Luise Angerer (Universität Potsdam), Astrid Deuber-Mankowsky (Ruhr-Universität Bochum), Gabriele Gramelsberger (RWTH Aachen), Kaushik Sunder Rajan (University of Chicago) und Emilia Sanabria (Centre National de la Recherche Scientifique, Paris).

In verschiedenen Workshops mit Aliens in Green, labsa und Paula Pin werden Potentiale des Biohacking ebenso untersucht wie die problematische Verwicklung von Biowissenschaft und Identitätskonstruktion.

Den Blick zeitgenössischer Künstler*innen auf diese neuen Realitäten öffnet eine, von Fabian Saavedra-Lara kuratierte, Festivalausstellung mit begleitenden Artist Talks, in der Aliens in Green, Heather Dewey-Hagborg, FAM_, knowbotiq / Lamin Fofana, Mary Maggic, Špela Petrič, Luiza Prado de O. Martins, Silke Schönfeld und Jenna Sutela vertreten sind.

Abgerundet werden die Festivaltage mit Konzerten und performativen Musik-Acts von FAM_ mit Asita Shirali, N7zza und tryniti sowie einem von acting in concert kuratierten Programm mit COOL FOR YOU, Nguyễn + Transitory und Odete.

In der unten stehenden Übersicht finden Sie eine umfassende Programmübersicht sowie einen Link zum Download von Bildmaterial. Über eine Ankündigung oder Ihren Besuch würden wir uns sehr freuen – gerne lege ich Ihnen Pressekarten zurück.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.